»Ernesto Hase hat ein Loch in der Tasche«

Und am Sonntag, 25. März, gibt es um 15 Uhr in den Kammerspielen ein Stück für Kinder ab sechs Jahren »Ernesto Hase hat ein Loch in der Tasche« vom Ensemble Materialtheater aus Stuttgart. Darin geht es um eine Hasenfamilie, welche die Armut bekommt, so wie andere eine Krankheit – ein Stück mit Gewicht, aber ohne Schwere und mit viel Hoffnung und Humor.

Zum Stück
„Ernesto Hase“ erzählt eine Geschichte, die ganz alltäglich ist, sich meist im Verborgenen abspielt und die jeden betreffen könnte: Papa Albert, Mama Liliane und der kleine Hasenjunge Ernesto bekommen die Armut, gerade so, wie man eine Krankheit bekommt. Die Symptome dieser Krankheit sind zunächst gar nicht so schlimm für Ernesto: Löcher tauchen auf. Mit durchlöcherten Strümpfen kann man gut leben. Oder im Dach – da „hat man mehr frische Luft“, sagt der Vater. Aber in den Papieren? „Ohne Papiere kein Haus! Raus!“ sagen die Aufpasserhasen. Die Hasenfamilie steht auf der Straße mit nichts in der Tasche. Wo sollen sie hin? Wo dürfen sie bleiben? Was schützt sie gegen Wind und Regen? Was hilft gegen Hunger und wunde Füße? Und was antwortet man jemandem, der einem das Kind abkaufen will, damit es eine bessere Zukunft hat? Die Familie bleibt zusammen, immer voran geht der Weg, und das Beste daraus machen, es wird schon wieder anders werden! Und selbst, als es auch für das Essen nicht mehr reicht, gibt es immer noch eine tolle Geschichte, die in den Schlaf hilft. Aber die Aufpasser-Hasen sind immer hinter ihnen her, um sie zu verjagen. Ihre Lage scheint ohne Ausweg. Aber Wunder geschehen. Auf ihrer Reise nach Nirgendwo kommt Ernestos Familie an einem seltsamen Haus vorbei, einem leeren Haus, das sich nichts sehnlicher wünscht, als dass endlich wieder jemand in ihm wohnt, es beheizt, durch seine Zimmer läuft und ihm Post in den Briefschlitz steckt. „Hört doch! Hier sollen wir bleiben!“, sagt Ernesto. „Die Jäger!“, sagen die Eltern. „Wir müssen weiter!“ Was hilft? In größter Not schreibt Ernesto dem Haus eine Postkarte … aber mehr wird jetzt noch nicht verraten.

 

Ensemble Materialtheater
Seit Mitte der 80er Jahre spielt das Ensemble Materialtheater eine herausragende Rolle in der Stuttgarter Figurentheaterszene. Gegründet von Sigrun Kilger und Hartmut Liebsch, beide Absolventen des Stuttgarter Hochschulstudiengangs Figurenspiel, 1996 ergänzt um den Regisseur und Schauspieler Alberto García Sánchez, verfolgt das Materialtheater eigenwillig, politisch engagiert und immer wieder überraschend seinen künstlerischen Weg. Ob sensibel-leise oder grell provozierend, ob mit Puppen, Objekten, Trash und Alltagsmaterialien oder wortlos pantomimisch – jede Inszenierung des Materialtheaters zeugt von der Lust, Grenzen zu überschreiten und eröffnet neue Möglichkeiten theatraler Darstellung. Mit ihrer Kreativität und Produktivität hat sich die Formation schnell einen internationalen Aktionsradius erarbeitet. Zahlreiche Tourneen – auch in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut – führten das Ensemble in fast alle Länder West- und Osteuropas, nach Westafrika und die USA. Ursprünglich auf Stücke für Erwachsene ausgerichtet, hat die Formation ihren Fokus in den letzten Jahren auf Jugendliche und Kinder erweitert.

Ernesto Hase hat ein Loch in der Tasche
eine freie Adaption des Kinderbuchs „Petit-Gris“ (1995) von Elzbieta
Ensemble Materialtheater, Stuttgart (D) & Théâtre Octobre, Brüssel (BE)
Spiel: Annette Scheibler, Sigrun Nora Kilger  Puppen: Ute Kilger  Live-Musik: Daniel Kartman  Technik: Luigi Consalvo  Regie: Alberto García Sánchez

Dauer ca. 60 Minuten, Sprache: Deutsch, Altersgruppe: Kinder ab 6 Jahren
Termin: 25.03.2012 15 Uhr

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