Wünsche werden wahr

»Aladin und die Wunderlampe« als orientalisches Weihnachtsmärchen

Wenn ich mir was wünschen dürfte … Anfang Dezember 2010 rief die Abteilung für Marketing und Internationales Management der Alpen-Adria-Universität Eltern dazu auf, Kopien der Wunschzettel ihrer Kinder zu schicken. 250 Briefe gingen daraufhin bei den Wissenschaftlern ein. Die fünf- bis zwölfjährigen Verfasser äußerten im Schnitt 4,25 Wünsche. Für gut die Hälfte der Briefe konnten die Wissenschaftler den monetären Wert der erwünschten Objekte ermitteln: Er lag bei durchschnittlich 210 Euro. Ein Handy, eine Playstation, aber auch ein Fahrrad und Lego standen auf den Wunschzetteln der Kinder ganz weit vorn. Aladin, der Held unseres diesjährigen Weihnachtsmärchens, hat auch viele Wünsche. Allerdings sind die mit Geld nicht so einfach zu erfüllen. Der Sohn eines Schneiders möchte viel lieber ein Zauberer werden, als in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Seine Mutter Damla sieht diese Tagträumereien gar nicht gern und ist froh, als ein Mann, der vorgibt Aladins Onkel Mustafa zu sein, den Jungen mit in die Stadt nimmt, um aus ihm einen Kaufmann zu machen. Schnell kommt heraus, was der angebliche Onkel wirklich im Schilde führt. Er benutzt Aladin, um an eine geheimnisvolle Lampe zu gelangen. Doch Aladin hat das falsche Spiel durchschaut und sitzt plötzlich in einer Höhle voller Gold fest. Nur mit Hilfe des frechen Geists Elisa kann er entkommen. Nicht nur, dass Aladin jetzt ein reicher Mann ist, durch Zufall entdeckt er das Geheimnis der Lampe. In ihr wohnt der mächtige, freundliche und sehr sensible Geist Dschinn, der Aladin jeden Wunsch erfüllen kann. Sogar in Sachen Liebe kann er dem Jungen auf die Sprünge helfen. Aladin hat sich nämlich unsterblich in die schöne Prinzessin Esra verliebt. Doch deren Vater, der raffgierige Sultan Timur, stellt Aladin eine schwere Aufgabe nach der anderen, die der »Möchtegern-Schwiegersohn« erfüllen muss. Natürlich ist Kriege gewinnen und einen großen Palast bauen  für Dschinn kein Problem. Schwieriger wird es, wenn es darum geht, Prinzessin Esra aus der Hand des bösen Zauberers Mustafa zu befreien. Trickreich hat dieser die Wunderlampe samt Dschinn wieder in seinen Besitz gebracht und Esra nach Mauretanien entführt. Jetzt kann bloß noch Elisa helfen. Doch das geht nur, wenn Aladin dem Geist die Freiheit schenkt und dieser somit dem Jungen keine Wünsche mehr erfüllen muss, außer, er bleibt freiwillig bei Aladin. Die Zeit läuft und Aladin muss eine Entscheidung treffen …

Regisseurin Uta Koschel, die am Theater Heilbronn bereits Sarah Kanes »4.48 Psychose« in den Kammerspielen, die Operette »Der Vetter aus Dingsda« im Komödienhaus und 2010/11 »Bezahlt wird nicht!« von Dario Fo auf die Bühne brachte, und Bühnenbildner Tom Musch (u. a. »Der Process«, »Ein Sommernachtstraum«, »Das Ballhaus«) zaubern im wahrsten Sinne des Wortes eine Bilderbuchwelt auf die Bühne des Großen Hauses. Dank eines technischen Tricks, der schon im Barocktheater angewendet wurde, können die großen und kleinen Zuschauer eine orientalische Stadt, eine Höhle mit goldenen Schätzen und den Palast des Sultans wie in einem Bilderbuch blätternd erleben.
»Aladin und die Wunderlampe« ist das bekannteste Märchen aus der Geschichtensammlung »Tausendundeine Nacht« und ein Paradebeispiel für seit Jahrhunderten gelebte Interkultur. Hervorgehend aus indischer, persischer, arabischer und europäischer Erzähltradition ist Aladins Suchen und Finden des eigenen Glücks, der großen Liebe und der wahren Freundschaft eine menschliche Grunderfahrung, die mit Witz, Poesie und Spannung auf der Bühne lebendig wird.

Stefanie Symmank, Dramaturgin

Probenfoto „Aladin und die Wunderlampe“


Aladin und die Wunderlampe

Märchen von Frank Pinkus nach der Erzählung aus »Tausendundeine Nacht«
Premiere am 04. November 2012., 15.00 Uhr, im Großen Haus

Regie: Uta Koschel
Bühnenbild: Tom Musch
Kostüme: Esther Kemter
Musik: Sven Springer
Dramaturgie: Stefanie Symmank
Mit: Frank Lienert-Mondanelli, Guido Schikore, Anke Stoppa, Sabine Unger, Tobias D. Weber

Familienvorstellungen
So. 04.11.2012, 15:00 Uhr
So. 18.11.2012, 15:00 Uhr
Sa. 08.12.2012, 15:00 Uhr
So. 16.12.2012, 15:00 Uhr
Mi. 26.12.2012, 11:00 Uhr
So. 06.01.2013, 15:00 Uhr

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