Auf den Spuren von Dick und Doof

Eine Hommage an das erfolgreichste Komikerduo der Filmgeschichte im Komödienhaus

Dick und Doof, El Gordo y El Flaco, Stanlio e Ollio, Helan & Halvan, Crick & Crok, Sisman & Saif, Gog & Gokke, Flip i Flap, Dikke & Dunne oder einfach Laurel und Hardy: Eine Unmenge von Namen für dieses Duo zirkuliert seit seiner Geburt 1927 um den Erdball. Von Tasmanien bis Tennessee, vom Stummfilm bis zum Flash-Stream laufen ihre Filme – und kein Ende in Sicht! Dieses Team ist ein unverwüstlicher Komik-Klassiker, ein quicklebendiger Evergreen, und man kann mit Fug und Recht behaupten: Jedes Kind kennt den Dicken und den Dünnen mit den Bowlerhüten.

Wer nur ein paar ihrer Streifen gesehen hat, wird Stans erschütterndes Weinen vor Augen haben, sich an sein schrilles Lachen und an das obligatorische Kopfkratzen erinnern. Genauso unnachahmlich sind Ollies Leichtfüßigkeit – trotz der Leibesfülle, das Krawattengefummel und sein stoischer Blick in die Kamera, wenn wieder etwas schief geht. Doch erst gemeinsam ergeben »die Jungs« jene explosive Mischung, die verheißt, dass es gleich urkomisch wird. Die Aufgaben scheinen klar verteilt: Ollie glaubt zu wissen, wo es langgeht, er kommandiert Stan herum, weist ihn zurecht und schickt ihn vor, wenn es brenzlig wird. Der verträumt und kindlich wirkende Stan dagegen ist es, der die Dinge durcheinanderbringt – was dank Ollies tatkräftiger Mitwirkung im perfekten Kuddelmuddel endet – und während die Welt der »Laurel-&-Hardy«-Filme im Chaos versinkt, überrollen uns als Zuschauer Zwerchfellbeben.

Ihr Handwerk beherrschten Laurel und Hardy aus dem Effeff. Wie nahezu alle frühen Filmkomiker kamen sie vom Varieté-Theater, brachten ihr Spiel von dort mit in den Film und entwickelten es weiter. Als Vater des Duos gilt Regisseur Leo McCarey. Er führte das komische Paar zusammen, wohl kaum ahnend, was hier seinen Anfang nahm. Gewachsen über drei Jahrzehnte und erprobt in 106 Filmen, brachten Laurel und Hardy dank ihres genialen Zusammenspiels ein Millionenpublikum zum Lachen. Auf dem Gipfel ihrer Karriere gehörten sie zu den Super-Stars in Hollywood. Als ihr größter Erfolg gilt der Oscargewinn 1932 mit »The Music Box«.

Dramatiker und Jazzmusiker Tom McGrath setzt den beiden Komikern mit seinem 1976 uraufgeführten Stück »Laurel & Hardy«, das auf den Britischen Inseln bis heute ein Publikumshit ist, ein Denkmal. Stan und Ollie schlüpfen darin noch einmal in ihre alten Rollen, zeigen Szenen aus ihren Filmen und ihrem Leben und bringen auch ansonsten jede Menge von dem liebevoll gemachten Unfug auf die Bühne, für den sie so berühmt sind. Im Heilbronner Komödienhaus begeben sich Till Schmidt (Stan) und Oliver Firit (Ollie) auf die Spur des Filmpaares – auch sie ein erprobtes, eingespieltes Team und ohne Zweifel eine ideale Besetzung. Mit großer Leidenschaft und Spielfreude nähern sie sich ihren Figuren, bauen Slapsticknummern auf, feilen am Mienenspiel und dem Timing der Aktionen, üben Lieder und Tänze ein. Dritter Partner auf der Bühne ist Nicolas Kemmer, der am Klavier mit den beiden musikalisch interagiert und dafür sorgt, dass genau die richtige Mischung aus Music-Hall- und Stummfilm-Atmosphäre aufkommt. Die Inszenierung von Regisseur Elmar Thalmann – seine erste Arbeit am Theater Heilbronn – wird ab 24. November im Komödienhaus zu sehen sein: ein Muss, nicht nur für all jene, die jetzt schon Fans von »Laurel & Hardy« sind!

Johannes Frohnsdorf, Dramaturg

Zeichnung: Kristin Köppel

 

Laurel & Hardy
Komödie von Tom McGrath
Premiere am  24. November 2012, 20.00 Uhr, im Komödienhaus

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