Drei Wochen vor der Premiere. „Der Stein“ auf der Bühnenprobe

„Dieses Schweigen. Wie eine Ohrfeige“, sagt Mietze (Judith Raab) in die Stille hinein. Sie wendet sich zu Witha (Sabine Unger): „Glauben Sie, die da drin schweigen auch?“

Die da drin werden wir nicht zu sehen bekommen.

Die Bühnenprobe zu „Der Stein“ – drei Wochen vor der Premiere – verläuft in einer konzentrierten, fast gespannten Atmosphäre. Geprobt wird eine scheinbar ganz normale Situation: Zwei Frauen warten auf ihre Männer, die „drin“ etwas verhandeln. Sie versuchen das Warten und das Schweigen mit Konversation zu überbrücken. Aber zwischen ihnen gibt es offensichtlich viel Unausgesprochenes.

Aus dem Dunkel des Zuschauerraums die resolute Stimme von Regisseurin Esther Hattenbach: „Sabine, sie zwingt dich ins Gespräch.“ Sabine Unger und Judith Raab beginnen die Szene von vorne. „Und jetzt ist uns der Gesprächsstoff ausgegangen“, eröffnet Mietze / Judith das Spiel mit Witha / Sabine von Neuem. Es wird nun regelrecht um Höflichkeit und Konversation gerungen.

Eine Szene fast am Ende des Stücks, aber eigentlich der Anfang der Geschichte. Ein Haus wechselt die Besitzer. Das Jahr ist 1935. Der Stein ist noch nicht durch das Fenster geworfen worden. Noch wäre alles offen, würden die Zuschauer nicht schon die Zukunft kennen.

„Der Stein“ ist ein Puzzle. Die Premiere ist am 26. April.

Noch liegt der Stein auf dem Requisitenwagen. Wer wird ihn auf der Bühne werfen? Geht das Kaffeegeschirr dann zu Bruch?

Noch liegt der Stein auf dem Requisitenwagen. Wer wird ihn auf der Bühne werfen? Geht das Kaffeegeschirr dann zu Bruch?


Andreas Frane, Dramaturg

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