Lebenslustige Witwe krempelt stoffligen Geizhals um

Musical »Hello, Dolly!« von der Staatsoperette Dresden zu Gast
Premiere am 19. November 2013, 19.30 Uhr im Grossen Haus

Sieben Tony Awards hat dieses Musical von Jerry Herman und Michael Stewart eingeheimst, nachdem es 1964 in New York uraufgeführt wurde. »Hello, Dolly!« holte die Trophäen für das »Beste Musical«, »Beste Hauptdarstellerin« und in den Kategorien Bühnenbild, Kostüm, Choreografie, Regie und Musikalische Leitung. Kein anderer als Satchmo Louis Armstrong spielte den Titelsong für eine Schallplatte ein (1964 aus Werbezwecken) und stieß damit die Beatles von der Nummer 1 der Billboard Charts. Sein jazziges, rauchiges, beschwingtes »Hello, Dolly!«  wurde der größte Hit seiner Karriere.
Die Geschichte ist mitten in den rebellischen sechziger Jahren eine Reminiszenz an die »Gute alte Zeit«: Die Witwe Dolly Levi muss nach dem Tod ihres Mannes wieder Geld verdienen und steigt in das Geschäft der Heiratsvermittlung ein. Der ziemlich eigenbrötlerische und geizige Geschäftsmann Horace Vandergelder beauftragt sie, ihm eine Frau zu suchen. Dummerweise gefällt ihr dieser etwas unfreundliche Grantler und so arrangiert Dolly Levi eher halbherzig ein Treffen zwischen Vandergelder und einer New Yorker Hutmacherin. Dieses Treffen verläuft jedoch wegen des schroffen Wesens des heiratswilligen Mannes alles andere als erfreulich. Und fast gerät es noch zur Katastrophe, denn zwei Angestellte von Vandergelder, Barnaby und Cornelius, landen auch durch Zufall in dem Hutgeschäft. Statt sich um Vandergelders Geschäfte auf dem Land zu kümmern, wie es der Chef angeordnet hat, nutzen sie dessen Abwesenheit, um sich auch einen schönen Tag in der großen Stadt zu machen und verlieben sich prompt in zwei hübsche Mitarbeiterinnen des Hutladens.
Dolly lädt Vandergelder in ein feines New Yorker Restaurant, ihr früheres Stammlokal ein, und wird dort von der ganzen Belegschaft mit einem rauschenden »Hello, Dolly!« begrüßt. Barnaby und Cornelius haben sich auch diesen Ort der gehobenen Küche ausgesucht, um ihre Eroberungen auszuführen und merken zu spät, dass sie sich die Preise dort gar nicht leisten können. Ihr Chef erwischt sie, als sie versuchen, die Rechnung zu prellen, und hält ihnen eine Standpauke, die sich gewaschen hat. Das findet wiederum Dolly ziemlich übertrieben und sie wirft Vandergelder an den Kopf, was für ein unerträglicher Mensch er ist … Doch selbstverständlich kommt bei diesem Musical alles zu einem guten Ende und jeder Topf findet sein Deckelchen.
Der ungebrochene Erfolg dieses Musicalklassikers hat sicherlich mehrere Gründe. Zum einen ist es eine musikalische Komödie par excellence mit wunderbar skurrilen Charakteren und schönen Rollen. Zum anderen zieht es auch musikalisch alle Register mit schmissigen Songs,  großen Ensemblenummern und Tanzeinlagen. Und das Ensemble der Staatsoperette Dresden, das zuletzt mit der »Gräfin Mariza« das Heilbronner Publikum erfreute, bietet zudem alles auf, was von diesem Genre erwartet wird: ein opulentes Bühnen- und Kostümbild, Chor, Orchester, Ballett und tolle Solisten.

Silke Zschäckel, Pressereferentin
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