„Querlenker“ – Straßentheaterprojekt für Jugendliche in den Herbstferien

RadKULTUR – Modellkommune Heilbronn und Theater Heilbronn kooperieren

744587_original_R_B_by_Frank-Martin-Lauterwein_pixelio.deRadfahren ist gesund und man kommt mitunter viel schneller vorwärts als mit dem Auto. Deshalb ist Heilbronn 2015 Modellkommune der Initiative RadKULTUR des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden Württemberg. Das ganze Jahr steht im Zeichen der Mobilität mit dem Fahrrad. Während der Herbstferien vom 2.-6. November ist das Theater Heilbronn mit einem Straßentheaterprojekt für Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren an den Aktionen für ein fahrradfreundliches Heilbronn beteiligt. Unter dem Motto „Querlenker“ setzen sich zwölf Mädchen und Jungen besonders mit dem Aspekt Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme auseinander und wollen mit Theateraktionen rund um das Fahrrad auch andere dafür sensibilisieren. Dieses Thema ist in einer Stadt, in der Fußgänger- und Radverkehr teilweise nicht voneinander getrennt sind, wie beispielsweise in der Allee oder in der Fußgängerzone der Innenstadt, besonders wichtig. Theaterpädagogin Antjé Femfert leitet das Projekt. Entstanden ist es auf Initiative des Amtes für Straßenwesen Heilbronn.

Ablauf des Projektes

In der Herbstferienwoche vom 2.-6. November 2015 beschäftigen sich Jugendliche im Alter von 12-15 Jahren auf augenzwinkernde Weise im darstellenden Spiel mit der Situation von Radfahrern in Heilbronn.
1.    Phase
An den ersten 2 Tagen (2. und 3. November) werden die Jugendlichen Verkehrssituationen im Zusammenhang mit Radfahrern beobachten und zusammentragen. Der Fokus wird sich vor allem auf die Sülmer Straße und das Neckarufer richten. In beiden Straßen sind sowohl Fußgänger als auch Radfahrer in einer gemeinsamen Zone unterwegs. Radfahrer sind manchmal zu schnell, viele jugendliche Fußgänger konzentrieren sich statt auf den Verkehr ringsherum auf ihr Smartphone. Nicht selten kommt es so zu brenzligen Situationen, Zusammenstößen und verbalen Auseinandersetzungen. Die Jugendlichen beobachten, ob Autofahrer, Stadtbahnfahrer, Fußgänger und Radfahrer Blickkontakt zueinander aufnehmen, ob sich Radler an das vorgeschriebene Schritttempo halten, ob Querungshilfen und Zebrastreifen genutzt werden und wieviel Rücksicht die Verkehrsteilnehmer aufeinander nehmen.

2.    Phase
Die gesammelten Eindrücke werden an den nächsten beiden Tagen (4. und 5. November) zu Theateraktionen verarbeitet, die in Form von Flashmobs am 6. November in verschiedenen Bereichen der Innenstadt gezeigt werden sollen – unter Einbeziehung der Passanten. Geprobt wird dafür in der Theaterwerkstatt im Wollhaus. Die Jugendlichen erlernen an diesen zwei Tagen Grundlagen des Straßentheaters, mit dessen Methoden es ihnen gelingen soll, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erregen.

Erste Ideen für Flashmobs sind beispielsweise besondere Fahrradchoreografien, Belohnungsaktionen für besonders vorbildliche Verkehrsteilnehmer, Zeitlupenfahrten durch die Innenstadt oder Beifallsaktionen für alle Radler, die einen Helm tragen. Geplant sind auch spontane „Talkshows“ zum Thema Verkehrssicherheit an zentralen Punkten der Innenstadt, in die die Passanten verwickelt werden sollen. Während der Probenarbeiten werden sicher weitere Flashmobs mit den Jugendlichen entstehen.

3.    Phase
Am 6. November ist der Flashmob-Marathon in der Innenstadt geplant. Dabei hoffen die Jugendlichen auf unmittelbare Reaktionen von Passanten. Ein Kamerateam begleitet im Auftrag des Theaters die einzelnen Aktionen und entwickelt eine 15-20 minütige Dokumentation. Diese kann zum Beispiel an Schulen gezeigt werden, um die Idee der RadKULTUR zu verbreiten.

Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen demnächst Beifall geklatscht wird, weil Sie in angemessenem Tempo durch die Fußgängerzone radeln oder weil Sie einen Helm tragen.

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