Von Null auf Hundert – die erste Probe für „Free fall“

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Am Sonntagnachmittag treffen sich die 20 Freiwilligen, die im Stück „Free fall“ mittanzen werden, zum ersten Mal. Vor ihnen liegt ein viertägiger Workshop als Vorbereitung für den Auftritt zur Eröffnung von Tanz! Heilbronn. Die Altersspanne erstreckt sich von 15 bis 60plus, Frauen und Männer, manche mit viel Tanzerfahrung, andere mit wenig. In kürzester Zeit werden sie miteinander in engen Kontakt treten. Tänzerin Maite Larrañeta von der Companie Sharon Fridman leitet den Workshop. Nach einer Begrüßung und einer Vorstellungsrunde erläutert sie Rolle und Funktion der Freiwilligen im Stück: eine Landschaft, ein Schwarm von Seesternen, die Gesellschaft, Mittler zum Publikum …

Danach geht es gleich mit einer Paarübung los. Eine/r liegt entspannt auf dem Boden und wird vom anderen massiert, bewegt, hin und her gerollt, zur Skulptur geformt. Menschen, die sich gerade erst kennen gelernt haben, begegnen einander über den Körperkontakt anstatt durch Worte. Es folgen Einzelübungen auf dem Boden. Die Tänzerinnen und Tänzer probieren, im Liegen flüssig den Raum zu durchqueren, Hände, Füße und das Körperzentrum dabei geschickt einzusetzen. Maite lobt, gibt Anregungen, demonstriert andere Bewegungen, und ist mit ihrer Aufmerksamkeit überall. Es wird zwischendurch gelacht, auch mal gestöhnt, aber alle sind ganz und gar dabei. Allmählich werden die Aufgaben anspruchsvoller. Für die „Baumübung“ steht eine/r standfest wie ein Baum, die/der andere gleitet, sich festhaltend, an dem stehenden Körper zu Boden. Aus einem Baum wird ein kleines Wäldchen, zu sechst in der Gruppe muss man schon gut aufeinander reagieren.

Nach einer Pause wird schließlich die erste Stückszene geprobt, zuerst nur eine bestimmte Bewegung in kleinen Gruppen, dann ruft Maite alle zusammen zum Kreis, arrangiert die Formation, erläutert den Ablauf. Bewegung für Bewegung wird erklärt, ausprobiert, besprochen. Dabei geht es nicht darum, dass alle genau synchron dasselbe ausführen. Die Tänzer/innen sollen statt dessen lernen, einem Bewegungsimpuls von außen zu folgen, ihn aufzunehmen, aufeinander zu reagieren wie bei einer Kettenreaktion, dabei führt jede/r die Bewegung individuell aus.  Zwischendurch kommt Theaterfotograf Thomas Braun. Auf der Suche nach der besten Perspektive wirft auch er sich schließlich zu Boden, robbt mit den Tänzern, die Kamera klickt im Zehntelsekundentakt. Als dann die Musik des Stücks dazukommt, sieht es schon wie eine richtige Szene aus. Maite lobt und strahlt. Am Ende haben alle mit nur einer kurzen Pause fünf Stunden durchgeprobt, konzentriert, freundlich, und mit viel Mut, Dinge zum ersten Mal zu tun.

Autorin: Karin Kirchhoff
2 Comments
  1. Sieht toll aus und macht Lust auf Mitmachen. Ich kann leider nicht life dabei sein… der blog ist anschaulich geschrieben und die Tänzer/innen sehen voll konzentriert und im flow aus. Viel Erfolg!

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