Proben für den „Process“ haben begonnen…

Wie immer gab es zum Auftakt die Konzeptionsprobe, in der das Regieteam erläutert, was es vorhat. Intendant Axel Vornam führt Regie. Er möchte das Stück, das nach Kafkas Roman entstanden ist, wie einen großen Albtraum mit einem Panoptikum an Figuren inszenieren, bei dem man nicht weiß: Was ist Traum, was ist Realität? Ästhetisch wird das Ganze an einen Stummfilm erinnern. Tom Musch, der für Bühne und Kostüme verantwortlich ist, entwarf einen riesigen Plafond, der in Neigung und Höhe verstellbar ist. Mit dessen Hilfe können ganz viele Spielorte angedeutet werden. Er kann Weite erzeugen aber auch klaustrophobische Enge, die die Ausweglosigkeit der Situation fast körperlich spürbar macht. Ein ganz wichtiges Gestaltungsmittel wird das Licht sein.

Dramaturg Christian Marten-Molnar erklärte, dass die Bühnenfassung zu 100 Prozent Kafka-Text ist. Alle wichtigen Szenen des Romans sind enthalten. Hinzugenommen wurde ein Text, den Kafka im Umfeld des Romans geschrieben hat: „Der Traum“, erschienen in seinem Erzählband „Der Landarzt“. Die Bühnenfassung stammt von Peggy Mädler, die bereits an „Exit Europa“ mitgearbeitet hat und gerade mit ihrem ersten Roman „Legende vom Glück des Menschen“ auf Einladung des Goethe-Instituts durch die Welt reist. Da sie am Tag der Konzeptionsprobe  gerade von Budapest nach New York flog, um ihr Buch dort zu präsentieren, konnte sie nicht dabei sein.

Die Hauptrolle des Josef K. spielt übrigens Sebastian Weiss, der eine anstrengende Probenzeit vor sich hat, da er während der gesamten Vorstellung nicht einmal von der  Bühne herunterkommt. Die Wochen zwischen der Ballhaus-Premiere und dem Probenbeginn für den „Process“ nutzte er zum Textlernen, wenn er nicht gerade in einer der vielen anderen Inszenierungen auf der Bühne stand.

Silke Zschäckel, Pressereferentin

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