Neu im Ensemble: Jana Franke

Ihren Einstand hatte sie in „Running“. Außerdem ist Jana Franke als Königin in „König und König“ zu sehen, als Frau Müller in „Die Windmühlen“ und demnächst in unserer allerersten Inszenierung für Kinder ab 2 Jahren: „Klopf Klopf“.

Eine lange dunkelblonde Lockenmähne und ein strahlendes Lächeln, das ist das erste was an Jana Franke auffällt. Die neue Kollegin im Jungen Ensemble strotzt nur so vor Energie und Lust, sich in ihre vielen neuen Rollen hineinzustürzen, die sie in der BOXX spielen wird. Gleich in ihren ersten zwei Stücken warten Herausforderungen auf sie, auf die sie an der Schauspielschule nur bedingt vorbereitet wurde. In „Running“ – einem Stück an der Grenze zwischen Schauspiel und Tanztheater – muss sie nicht nur spielen, sondern auch tanzen und Hip-Hop performen. In „Klopf Klopf“, einem Stück für Kinder ab 2 Jahren, arbeitet sie mit Mitteln der Clownerie und Improvisation – ganz ohne Worte. „Das ist spannend“, sagt sie. Zudem übernimmt sie von Helene Aderhold, ihrer Vorgängerin im Ensemble,  einige Rollen in sehr kurzer Probenzeit. Auch das ist Bühnenalltag, den man erst bei der Arbeit kennenlernt und nicht im Studium lernen kann.

Seit ihrer frühesten Kindheit spielt Jana Franke Theater. „Ich konnte noch nicht einmal Deutsch, da bin ich schon in die Theater-AG eingetreten“, erinnert sie sich. Geboren wurde sie nämlich im russischen Jekaterinenburg. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Mutter nach Norddeutschland und besuchte, ohne auch nur ansatzweise die Sprache ihrer neuen Heimat zu beherrschen, sofort die Schule. „Wir waren sehr diszipliniert beim Erlernen der Sprache. Auch zu Hause haben wir versucht, uns nur auf Deutsch zu unterhalten“, erzählt sie. Das Theaterspiel in der Schule hat ihr geholfen, und sie hat es bis zum Abitur nicht aufgegeben. „Mit den Jahren kann ich viel besser Deutsch als Russisch.“ Man hört bei ihr nicht mehr den Hauch eines Akzentes. „Ich habe alles gegeben, um in Deutschland nicht aufzufallen. Aber wenn jemand in meiner Umgebung Russisch spricht, wird mir warm ums Herz.“ Auch zur Literatur und Kunst ihres Geburtslandes hat sie eine besondere Beziehung. Bis sie 18 Jahre alt war, hat sie ihre alte Heimat nicht mehr besucht. „Aber je älter ich wurde, umso mehr hat es mich gereizt, mich mit Russland zu beschäftigen.“ Inzwischen ist sie regelmäßig dort, streitet mit ihren früheren Landsleuten, die Putin als Patriarchen verehren, über dessen Politik und genießt es aber auch, ihre Wurzeln zu spüren.
Das Theater, das sie nicht nur spielend in der Schule für sich entdeckte, sondern auch als eifrige Besucherin der Hamburger Theater, war für sie eine Traumwelt, die zunächst unerreichbar schien. Jeden Gedanken, Schauspielerin werden zu wollen, hat sie sich zunächst aus dem Kopf schlagen. „Meine Eltern waren zunächst gegen die ,brotlose Kunst‘, und ich habe mich gebeugt“, sagt sie. Sie hat in Marburg Germanistik und Französisch studiert, weil ihr die Sprachen besonders liegen. „Ich fand es spannend, aber es füllte mich nicht richtig aus.“ Heimlich hat sie sich dann an Schauspielschulen beworben und  sich aufs Vorsprechen vorbereitet.
Im Schauspielstudium an der Kunstuniversität Graz hatte sie das Gefühl, endlich am richtigen Platz zu sein. Es war schwer, weil es von einem verlangt sich mit Leib und Seele hineinzuknien. Das koste auch Überwindung. „So eine Rolle zu erarbeiten, ist harte Arbeit. Und sie dann zu halten, wie sie erarbeitet wurde, erfordert viel Disziplin. Eigene Befindlichkeiten muss man ausblenden.“ In ihrem Erstengagement in Heilbronn möchte sie Professionalität im Beruf gewinnen ohne die Spielfreude zu verlieren. „Schön ist, dass man im Jungen Theater so eine breite Vielfalt an Rollen spielen kann.“ In der Stadt ist sie auf der Suche nach schönen Orten, zu denen zweifelsfrei der Neckar gehört. „Außerdem habe ich schon ein Lieblingscafé. Da fühle ich mich wohl.“

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