Neu im Ensemble: Patrick Isermeyer

Patrick Isermeyer hatte seinen Einstand mit einem Soloprogramm in der BOXX über seine ersten Eindrücke von Heilbronn in der Langen Kulturnacht. Er ist der heiratsunwillige Prinz in „König und König“ und Dani in „Die Windmühlen“. Und bald spielt er in unserem ersten Theaterstück für die Allerkleinsten „Klopf Klopf“.

Sein Weg ans Theater war alles andere als geradlinig. Das Leben hatte ihn viele Wege ausprobieren lassen, bevor Patrick Isermeyer herausfand, dass die Schauspielerei der Beruf ist, der ihm am meisten entspricht. Aufgewachsen ist er in verschiedenen kleinen Orten rund um Frankfurt/Main. Seine Mutter ist Stewardess bei der Lufthansa, deshalb die Nähe zum Flughafen. Sein Vater ist Musiker und stammt aus Trinidad und Tobago. Er leitete einen berühmten Gospelchor, die „Jackson-Singers“,  mit dem er durch ganz Europa tourte, und er hatte eine Band mit der er Reggae und Calypso spielte.
“Meine ganze Kindheit war von Musik bestimmt und von dem Gefühl, anders zu sein“, erinnert sich Patrick Isermeyer.  Er war und ist ein Freigeist, unangepasst und meinungsstark. Das haben ihm seine Eltern so beigebracht. Doch in der Schule ist er deshalb ständig angeeckt. Dementsprechend schlecht waren seine Noten. Dass er Jahre später sein Abitur an der Abendschule mit der Traumnote 1,0 ablegen würde, konnte er in dieser rebellischen Zeit nicht ahnen. Er verließ die Schule in Deutschland, ging ein Jahr auf die High-School nach Amerika. Nach einem erneuten Intermezzo an einem deutschen Gymnasium brach er die Schule ganz ab und reiste mit einem Freund durch die Philippinen. Wieder in Deutschland begann er als Barkeeper zu arbeiten und entdeckte auf diese Weise die Gastronomie für sich. Er fand Freunde, die wie er einen multikulturellen Hintergrund hatten, und absolvierte in einem Grandhotel in Wiesbaden eine Ausbildung zum Europahotelfachmann. Gleich im Anschluss begann er in der Buchhaltung eines großen Hotels zu arbeiten und bekam mit 23 Jahren schon die Leitung seiner eigenen Abteilung übertragen. Noch immer verschwendete er keinen Gedanken ans Theater. Stattdessen arbeitete er an seiner Karriere im Hotelwesen. Wenn er weiterkommen wolle, führe kein Weg an der Hochschulreife vorbei, riet ihm sein Chef. Also drückte er nach der Arbeit die Schulbank – mit bereits oben erwähntem Ergebnis 1,0. Viel wichtiger war aber das Fach „Darstellendes Spiel“, das er während dieser Jahre hatte. Seine Dozentin erkannte in ihm ein großes Talent. Patrick Isermeyer entdeckte seine Begeisterung fürs Spielen und war plötzlich ganz bei sich. Er schrieb alle Karriereaussichten in den Wind und bewarb sich an der Schauspielschule in Mainz. „Musik, Bewegungstalent, meine Freiheitsliebe – alles, was mir meine Eltern in die Wiege gelegt haben und was meine Persönlichkeit ausmacht, war nun gefragt.“ Weil Talent allein nicht reicht, hat er hart an sich gearbeitet. Besonders an der Perfektionierung seiner Sprache. Bereits während der Ausbildung hatte er Engagements am Staatstheater Wiesbaden, im Theater auf Tour Darmstadt und im  Theater Dinkelsbühl. Außerdem wirkte er bei diversen Film- und Fernseh-Projekten des Hessischen Rundfunks mit, z.B. im Fernsehfilm  „Kaltfront“ und zuletzt beim Frankfurter Tatort.  Jetzt hat er sein erstes festes Engagement im Jungen Ensemble. „Heilbronn ist eine spröde Stadt, aber mit vielen schönen Ecken, die man erst einmal finden muss“. Den Neckar und die Weinberge hat er schon für sich entdeckt. Das Theater lernte er als eingeschworene Gesellschaft mit einem großen Gemeinschaftssinn kennen, in die man  schnell aufgenommen wird.“ Patrick Isermeyer will spielen, spielen, spielen und  viel lernen. „Ich erhoffe mir eine Weiterentwicklung meiner selbst – spielerisch und auch menschlich.“

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