Märchen und andere Schandtaten

Foto: Ruth Hengel

Was bedeutet es eigentlich, cool zu sein? Sollte ich in eine Bank einbrechen, um eine Frau zu beeindrucken? Oder doch lieber mit ihr Burger essen gehen? Ist es wirklich erstrebenswert, unsterblich zu sein? Und was passierte eigentlich auf dieser Party am 20.01.2015?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich die Theaterklassen der Wilhelm-Maier-Schule in Obereisesheim schon seit Beginn des Schuljahres. Gedanken und Antworten kommen jetzt auf die Bühne. Fünf Klassen zeigen fünf Premieren selbst erarbeiteter Stücke.

So entwickelte eine der sechsten Klassen das Märchen »Achmed will nicht sterben«. Hier geht es, wie der Titel schon erahnen lässt, um einen alten Mann, Achmed, der Angst vor dem Alt werden und Sterben hat. In seiner Not kommen ihm seine Möbel zur Hilfe, die ebenfalls besorgt sind, im Falle seines Todes herrenlos zu werden. Sie legen Achmed in einer stürmischen Gewitternacht ein Rezept in die Hände – das Rezept für das »Elixier der Verjüngung und Unsterblichkeit«. Doch ganz so einfach wird die Sache nicht, denn für das Elixier benötigt Achmed geheimnisvolle Zutaten. Irgendwie muss er es schaffen sieben Märchenfiguren aufzutreiben. Zusammen mit zwei Computernerds schafft er es in ein Märchenbuch einzubrechen und eine Gruppe Verbrecher zu programmieren, die die Märchenfiguren für ihn kidnappen sollen. Doch was dann passiert, konnte Achmed nicht voraussehen.
Auch die Geschichten der weiteren vier Stücke sind vielversprechend. Ihre Titel: »Eine Eskalation«, »Das Date oder These Burgers are crazy«, »Katzen und Wölfe« und »Cool«.

Die Wilhelm-Maier-Schule ist »Schule mit Theaterprofil« und arbeitet seit vier Jahren eng mit dem Theater Heilbronn zusammen. Für die Klassenstufen 5-7 steht einmal wöchentlich Theaterunterricht auf dem Stundenplan, der von einer Theaterpädagogin des Theaters Heilbronn und einer Lehrerin der Schule gemeinsam unterrichtet wird. Hier werden unter anderem eigene Theaterstücke entwickelt. Inhalte sind aber nicht nur die vielfältigen Formen des Theaterspiels. Hier geht es um viel mehr, nämlich um die Schüler selbst und deren persönliche Entwicklung. Gemeinsam mit den Lehrkräften legen sie ihre Lernziele fest, z. B. »laut und frei sprechen«, »sich fokussieren« oder »im Team zusammen arbeiten«, entwickeln eigene Szenen und Stücke, deren Themen sie selbst wählen.

Vorstellung „Theater beginnt im Kopf“ am 10. Juli 2015, 18.00 Uhrin der Festhalle Neckarsulm-Obereisesheim.

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