CRASH BOOM BOXX

Das 8. Theaterfestival der Heilbronner Kooperationsschulen

Vom 8. -11. Juli 2019 stand das Komödienhaus vier Tage lang im Zeichen der Theater-AGs und  Theater- und Literaturkurse der Kooperationsschulen, denn es hieß zu 8. Mal: Vorhang auf für die CRASH BOOM BOXX – das Theaterfestival der Kooperationsschulen! Das letzte Schuljahr haben die Schülerinnen und Schüler ausgewählter Kurse und AGs eigene Stücke, Szenen und Figuren entwickelt, inspiriert von dem Spielzeitmotto »#SINNSUCHER_NoLimits«. Mit ihren Lehrerinnen und Lehrern sind sie über Monate hinweg auf Sinnsuche gegangen, haben gemeinsam an den Stoffen getüftelt, sich dem Thema über verschiedene Übungen genähert, Ideen verfolgt, improvisiert, Texte verfasst, verworfen und überarbeitet, bis am Schluss die Theaterstücke entstanden sind, die während des Festivals in Ausschnitten im Komödienhaus zu sehen waren. 

Im Foyer des Komödienhauses.

Die große Präsentation des eigenen Theaterstücks auf der Bühne des Komödienhauses mit professioneller Theatertechnik, Licht, Ton und natürlich auch vor einem vollen Theatersaal war das Highlight für alle Gruppen. Schon ein paar Wochen vor dem Festival waren die Theaterpädagoginnen Lisa Spintig, die das Festival leitete, und Natascha Mundt in den Kursen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Sie unterstützten die Kurse bei der Stückarbeit und gaben ihnen hilfreiche Tipps für die Aufführung.

In den Proben in der Christiane-Herzog-Schule.

Für die technische Einrichtung der Bühne, das passende Licht und den richtigen Ton, mussten die Gruppen die technischen Anforderungen für ihr Stück zusammenstellen und einreichen. Dafür mussten sich die Gruppen überlegen, wie welche Lichtstimmung wird und wann sie gefahren werden soll, welche Requisiten  benötigt werden oder ob sie diese  mitbringen, als auch ob es Toneinspielungen geben soll. Alle technischen Details mussten erarbeitet und bei der Festivalleitung eingereicht  werden. Dazu waren einzelne Vertreterinnen und Vertreter im Juni 2019 im Komödienhaus, um die Bühne und Technik kennenzulernen.

Die technische Einrichtung auf der Bühne läuft.

In den ersten beiden Festivaltagen hieß es dann für alle auftretenden Gruppen „technische Einrichtung“ im Theater. Das bedeutet, dass mit den Mitarbeitern von Bühne, Licht und Ton und der Inspizientin Natascha Mundt die Stücke der Schülerinnen und Schüler für die Bühne eingerichtet wurden. Licht und Toneinstellungen wurden getestet und abgespeichert, Stichworte festgelegt und ein kompletter Ablauf des Stückes geprobt, damit zur Aufführung alles sitzt. Gerade diese Erfahrungen machen zu können, wie viel Arbeit im Vorfeld hinter einer professionellen Aufführung steckt, haben die Schülerinnen und Schüler der Christiane-Herzog-Schule sehr beeindruckt, wie sie in einem Gespräch zum Abschluss des Festivals sagten. Sie betonten neue Einblicke gewonnen zu haben und nun anders auf Inszenierungen zu blicken. Neben einem Eindruck welche technische Arbeit dahinter steckt, haben sie auch ein anderes Gefühl für Timing, Bewegung, Gestik und Mimik bekommen, sagten die Schülerinnen und Schüler resümierend über das Festival. Natürlich waren für alle Schülerinnen und Schüler auch Lampenfieber, Aufregung, Vorfreude und große Spiellust dabei.

In den Kennenlern-Workshops gibt es keine Berührungsängste.

In Kennenlern-Workshops trafen die Spielerinnen und Spieler der vier Gruppen aufeinander und konnten sich mit verschiedenen Methoden des Theaterspiels und der Improvisation im gemeinsamen Spiel kennenlernen und ausprobieren, bevor es am Nachmittag auf die große Bühne ging. Auf der Bühne kamen vier verschieden Stücke, die sich mit dem Spielzeitmotto »#SINNSUCHER_NoLimits« auseinandersetzten, zur Premiere. Den Anfang machte die Theater-AG des Justinus-Kerner-Gymnasiums Heilbronn mit dem Stück »36.000 Sekunden« in dem sie der Frage: Was würdest Du tun, wenn in 10 Stunden die Welt unterginge?, nachgingen. Anschließend zeigte der Kurs Literatur und Theater des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums mit »Alles anders« eine Szenen-Collage zu der Frage was wäre, wenn eine einzige Sekunde dein ganzes Leben verändert?
Die Schülerinnen und Schüler des Kurses Literatur und Theater der Gustav-von-Schmoller-Schule schufen mit ihrem Stück »Mensch ist Mensch« eine Geschichte, die sich mit den kulturellen und religiösen Unterschieden in unserer Gesellschaft befasst und wie diese überwunden werden könnten. Den Abschluss der Aufführungen bildete der Auszug des Stücks »Grenzenlos sinnlos« des Kurses Literatur und Theater der Christiane-Herzog-Schule, in dem sich ein junger Mensch, der den Sinn in seinem Leben verloren hat, auf die Suche macht, diesen wiederzufinden.

On Stage: Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium.

Ein Nachmittag mit vier beeindruckenden Stücken, in denen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam auf eine Sinnsuche gegangen sind. Der krönende Abschluss monatelanger Arbeit wurde vom Publikum mit großem Applaus belohnt.

Aus dem Auftritt der Gustav-von-Schmoller-Schule.

Nach diesem Highlight standen am letzten Festivaltag die Themenworkshops inklusive einer Abschlusspräsentation an, die das Festivalprogramm abrundeten. In fünf verschiedenen Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler, unterrichtet von Profis, neue Techniken kennenlernen und erproben.

Hannes Rittig führt die Teilnehmenden des Workshops in die Techniken des Bühnenkampf ein.

Viel Körpereinsatz war im Tanzworkshop von Tänzerin Anja Bräutigam und im Bühnenkampfworkshop von Schauspieler Hannes Rittig gefragt. Bühnenpräsenz, Körperbeherrschung, konkrete und präzise Bewegungen, die das darstellende Spiel unterstützen, standen hier im Fokus. In den beiden Workshops wurden gemeinsame Choreografien erarbeitet, die in der Abschlusspräsentation am Nachmittag auf der Bühne des Komödienhauses aufgeführt wurden. Auch in den Workshops der Theaterpädagogik erlernten die Schülerinnen und Schüler neue Methoden aus der Theaterarbeit und der Improvisation, um mit theatralen Mitteln eine kleine Szenencollagen zu erarbeiten. In Form eines kurzen Märchens oder eines konfliktbeladenen Stücks kamen auch diese am Nachmittag zur Aufführung. Die Teilnehmer des fünften Workshops schufen mit einfachen Mitteln ein selbstgebautes  Kostüm, inspiriert von der Zeit des Bauhauses, und so entstand eine Hommage an die Moderne Kunst.

In vier Tagen haben sich die Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrerinnen der Gruppen neue Techniken angeeignet und gemeinsam etwas Neues geschaffen. Stolz und mit jeder Menge an neuen Erfahrungen und Wissen haben sie die Bühne des Komödienhauses verlassen. Wir wünschen allen das Beste für ihre Lebenswege und wer weiß, ob nicht doch die eine oder der anderen wieder ins Theater zurückkommen wird.

Ein beeindruckendes Festival geht zu Ende.

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