Der neugierige Blick von außen

Jeff Skilling: „Wenn wir einen Kunden haben, der Erdgas von uns beziehen will, und wir haben keine Pipeline in seiner Nähe, was machen wir dann?“

Ken Lay: „Wir kaufen das Gas von jemandem, der dort eine Pipeline hat und verlangen von dem Kunden ein bisschen mehr, als wir dafür bezahlen.“

Skilling: „Lasst uns nichts anderes machen. Von jemandem kaufen, weiterverkaufen. Her damit. Weg damit. Ohne je Gas liefern oder die Pipeline warten zu müssen. Nur die Zahlen sind unsere Sache.“

(Der angehende ENRON-Präsident Jeff Skilling erklärt dem Vorstandsvorsitzenden Ken Lay sein Geschäftsmodell)


Der neugierige Blick von außen

Studierende der Hochschule Heilbronn, Campus Künzelsau, aus dem Fachbereich Kultur- und Freizeitmanagement begleiten ein Semester lang die Entstehung des Schauspiels „ENRON“.

Nach dem gemeinsamen Lesen des Stückes, einer Theaterführung mit Blick in die Werkstätten, wo schon Teile des Bühnenbildes gefertigt wurden und der theoretischen Beschäftigung mit den Hintergründen der ENRON-Geschichte, durften sie im Dezember die erste Bühnenprobe im Großen Haus besuchen und zuschauen, wie Regisseur und Schauspieler sich das Stück erarbeiten. Hier sind ihre Eindrücke:  


Ilka Zipperle, Studentin:
Hi ich bin ein großer Theaterfan und studiere BWL- Kultur- und Freizeitmanagement am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn. Ihm Rahmen meines Studiums wurde von dem Theater Heilbronn ein Studium Generale angeboten, in welchem Studenten die Möglichkeit haben einen tieferen Einblick in das Theaterleben des Theater Heilbronns zu erhaschen. Im Mittelpunkt des Studium Generale steht die Inszenierung des Stückes „Enron“. Schon nach den ersten paar Seiten des Skriptes war ich gespannt auf die szenische Umsetzung und umso mehr habe ich mich auf den ersten Probenbesuch an einem Samstag Morgen um 10 Uhr im Theater Heilbronn gefreut. Das besondere an diesem Probenbesuch war, dass es sich um eine der ersten Bühnenproben zu dem Stück Enron handelte. Ich habe bis jetzt noch nie erlebt, dass ein Intendant, der gleichzeitig Regisseur ist,  so früh in seiner Arbeit Besuch zulässt und war deshalb noch überraschter wie schnell und perfekt die Schauspieler seine Anweisungen umsetzten. Ich bin sichtlich beeindruckt von der Zusammenarbeit und freue mich jetzt schon auf einen weiteren Probenbesuch Mitte Januar.


Neele Renzland, Studentin:

Am Samstag war es endlich soweit: Wir durften bei der ersten Bühnenprobe von ENRON dabei sein. Für mich war es doppelt spannend, da ich weder das Stück vor dem Seminar mit Chefdramaturg Andreas Frane kannte, noch jemals der Arbeit von Schauspielern beiwohnen durfte.
Da wir uns mit dem Stück und der Geschichte dahinter in unseren vorherigen Treffen ausführlich befasst hatten, war ich total neugierig, wie es wohl zum Leben erwachen würde.
Zum Leben erwacht war dann wirklich einiges auf der Bühne: Ein quirliger Haufen von Schauspielern, der aber jede noch so kleine Anweisung von Intendant Axel Vornam schnell und exakt umsetzte. Beeindruckt hat mich zum einen diese Professionalität, aber auch vor allem die gelassene und sympathische Stimmung auf der Bühne. Man hat sich da oben auf dem Rang sitzend richtig wohl gefühlt!
Super schön fand ich auch, die fertige „Höhle“ Andy Fastows Auftauchen zu sehen, die wir vorher schon mal bei ihrem Entstehen in der Werkstatt entdeckt haben und uns noch nicht so viel darunter vorstellen konnten.
Obwohl wir nur ein paar ganz kurze Szenen zu Sehen bekamen, kann ich mir das Gesamtpaket schon super gut vorstellen und freue mich riesig auf die nächste Bühnenprobe und natürlich die Premiere am 25. Januar. Ich glaube fast, es wird noch einige Überraschungen geben…


Desiree Britsch, Studentin:

Die Probe beginnt, indem einige generelle Dinge, beispielsweise Licht und Ton, geklärt werden. Fragen der Schauspieler wurden von der Regie geklärt und dann fängt die Probe der ersten Szene an.

Regisseur Axel Vornam scheint ein genaues Bild davon zu haben, was die Schauspieler zu tun haben. Obwohl noch nicht viel geprobt wurde, wird jede Bewegung bis ins kleinste Detail geplant. Erstaunlich schnell reagieren die Schauspieler auf jeden Kommentar der Regie und verstehen sofort was sie tun sollen. Ein, im ersten Moment unkoordinierter, seltsam laufender Haufen Geschäftsleute, wird, nach Einschreiten der Regie zu einer einheitlichen, den Lemmingen ähnliche Gruppe.
Die große Anzahl Schauspieler bereitet dem Regieteam hierbei offensichtlich wenig Probleme. Im Gegenteil: Es bleibt sogar Zeit um die vielen jungen Schauspieler in akribischer Genauigkeit zu leiten. Hier zeigt sich auch wieder die Vorstellung Vornams von den verschiedenen Szenen. Um diese umzusetzen stellt sich der Regisseur auch gerne zu den Schauspielern auf die Bühne, zeigt, wie er sich die Szene wünscht oder spielt die Rolle eines Schauspielers zusätzlich mit. Sobald die Schauspieler verstanden zu haben scheinen, was er von ihnen will, besieht sich Vornam die Szene von jeder erdenklichen Position im Publikumsraum, um sich der Wirkung des Schauspiels zu versichern.
Trotz all dieser Dinge auf die Regie und Assistenz achten müssen, kommt das Lob für gut umgesetzte und gelungene Szenen nicht zu kurz. Schließlich sind es ja die „Bretter, die die Welt bedeuten“.

 

25.01.2014 – Premiere von »Enron« im Großen Haus
Schauspiel von Lucy Prebble
Termine: HIER KLICKEN

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