Spiel mich – ein Klavierwettbewerb der besonderen Art

Solche Klaviere gab es noch nie. Jedes ist ein Unikat. Vom 25. Juli bis zum 10. September werden wieder außergewöhnliche Pianos an besonderen Orten in Heilbronn stehen.

Ein Klavier aus Beton?

Auch wenn man es ihnen auf den ersten Blick nicht ansieht, man kann wirklich darauf spielen. Denn das war die einzige Bedingung, die die Bürgerstiftung Heilbronn für die Aktion »Spiel mich« gestellt hat. Ansonsten waren der künstlerischen Freiheit keine Grenzen gesetzt. 30 Entwürfe gingen bei der Jury dieses Klavierwettbewerbs der besonderen Art ein. 13 davon wurden für die Realisierung ausgewählt und mit Geld für die Beschaffung der Materialien bedacht.

Helena Limberger und Sarah Ludes im Malersaal.

Unter den Auserwählten waren auch zwei Auszubildende zum Theatermaler aus dem Theater Heilbronn: Helena Limberger aus dem 2. Lehrjahr und Sarah Ludes aus dem 1. Lehrjahr. Ihre »Klavierbearbeitung« trägt den Titel  »Freiheit der Kunst«. Das Holzpiano sieht, nachdem es durch ihre Hände gegangen ist, aus, als hätte es einen Körper aus Beton. Irritierend, wenn man aus diesem Betonklotz trotzdem die wohlklingenden Klaviertöne vernimmt. Darauf haben Helena und Sarah in Regenbogenfarben – auch die Farbwahl ist schon eine Botschaft für Toleranz – Statements gemalt, die die Freiheit eines jeden einzelnen, die Liebe und Solidarität feiern. Bevor ihr Klavier am Götzenturm aufgestellt wird und von jedem, der mag, gespielt werden kann, haben die beiden Künstlerinnen schon ein großes Kompliment bekommen. »Ist das wirklich Beton?«, fragte ein Vertreter der Bürgerstiftung, als er die beiden im Malersaal aufsuchte, um sich nach dem Stand der Arbeit zu erkundigen. Volltreffer – da haben die angehenden Meisterinnen des schönen Scheins doch schon mal gezeigt, dass die Stroh zu Gold spinnen bzw. Holz in Beton verwandeln können.  

Das Modell auf dem noch grauen »Beton«-Klavier.

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