Zwischen Käsestulle und Taschenrechner

Handyfreie Zone in der Theaterwerkstatt

 

Handy-BoardJugendliche sitzen entspannt auf Sofas. Sie reden miteinander. Sie sehen sich an. Sie lachen und diskutieren. Keine Funksignale durchkreuzen die Blickkontakte. Keine Klingeltöne unterbrechen die Gesprächsverläufe. Sie sind ganz und gar beieinander.

Wo gibt es denn sowas? Bei den Theaterclubs in der Theaterwerkstatt! Schauspieler Ferdinand Seebacher baute das „Handy-Board“. Als es vorgestellt wurde, staunten die Jugendlichen nicht schlecht: „Euer Ernst?“ Ja. Und wie schwer die Handyabgabe zu Beginn der Theaterzeit (2 Stunden) werden sollte, konnte keiner ahnen. Schnell wurde sich in diversen Foren abgemeldet: „Macht euch keine Sorgen. Ich spiele Theater. Mir geht es gut. Melde mich nachher wieder!“ Widerwillig wurden die Geräte in das Board gelegt, trauernde Blicke durch den Raum geworfen und selbst in der Pause schlichen sie um den Tresen herum, auf dem die Handys lagen. Aber den Handys ging es gut. Die waren nämlich auch mal ganz froh nicht einsam in der überfüllten Schultasche zwischen der Käsestulle und dem Taschenrechner zu liegen.

Mittlerweile genießen die jungen Schauspieler diese Zeit der Unerreichbarkeit. In diesen zwei Stunden sind sie 100 % bei der Sache. Und diese Sache lohnt sich: Theaterspielen, Denkprozesse, Diskussionen, Freude, Kreativität, Freunde, Spaß und vieles mehr.

Und ab und zu wird ein Handy sogar im Handy-Board vergessen. Dann hört man leise im Dunkeln: „Hallo? Ist dort jemand? Hallo?“

Von Antjé Femfert

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