Unsere Neuen: Marek Egert

Wir stellen unsere neuen Schauspielerinnen und Schauspieler im Ensemble vor. Heute: Marek Egert, der seinen Einstand in „Richard III.“ und im „Dschungelbuch“ gab.

Marek Egert. Foto: Fotostudio M 42

Marek Egert ist ein echtes Nordlicht: Aufgewachsen in Oldenburg, Studium in Hamburg, Erstengagement in Hildesheim.  Jetzt verlegt er seinen Lebensmittelpunkt erstmals in den Süden Deutschlands nach Heilbronn. Dabei war ihm die Himmelsrichtung völlig egal. „Ich wollte einfach etwas Neues – neue Kollegen, andere Regisseure kennenlernen, mich weiterentwickeln …“, sagt er. Vom Theater Heilbronn wusste er, dass es ein gut laufendes, beim Publikum beliebtes Haus ist, das auch Berufsanfängern eine gute Gage zahlt. „Die Liebe der Heilbronner zum Theater wurde mir bewusst, als ich eine Annonce aufgab: Schauspieler sucht Wohnung. Da kamen die Angebote, WEIL ich Schauspieler am Theater bin. Das ist nicht selbstverständlich“, meint er.

In Hildesheim hatte Marek Egert vieles erreicht. Wurde in den letzten zwei Jahren in vielen großen Rollen besetzt – ob als Romeo in „Romeo und Julia“, als O’Brien in Orwells „1984“ oder als autistischer Held in „Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone“. So hätte es sicher weitergehen können. Aber der großgewachsene junge Mann mit dem dunkelblonden Lockenkopf will sich seinen Platz in einem neuen Haus mit einem starken Ensemble, von dem man viel lernen kann, neu erobern. „Stillstand ist in meinem Alter tödlich.“
Zum Theater kam er eher durch Zufall, oder besser gesagt durch die Liebe. Seine damalige Freundin war an der Schauspielschule Frese in Hamburg, und er bewarb sich aus Spaß auch einfach mal. Eigentlich hatte er nach einem kurzen Intermezzo im Jugendclub, das ihm damals gar nicht gefiel,  nicht daran gedacht Schauspieler werden zu wollen. „Mit einer dementsprechenden Naivität ging ich an die Sache heran“, sagt er heute schmunzelnd. Dass die Ausbildung eine harte Arbeit an Köper und Stimme bedeutete, hat er dafür umso mehr zu schätzen gelernt. Er hätte sich durchaus viele Berufe vorstellen können. Koch wäre er zum Beispiel gern geworden. „Aber das mache ich jetzt als Hobby“, sagt Marek Egert. Die perfekten Spätzle konnte er schon zubereiten, bevor er überhaupt ahnte, dass er mal im Schwäbischen landen würde. Auch der soziale Sektor wäre ein interessanter Berufszweig für ihn gewesen. Er besuchte eine Berufsfachschule für Sozialpflege und anschließend eine Fachoberschule für Sozialpädagogik. In dieser Zeit arbeitete er in einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen und im ambulanten Hospizdienst.  „Da war ich mit vielen existentiellen Situationen konfrontiert.“

Um existentielle Dinge, quasi um Leben und Tod, geht es auf der Bühne auch permanent. Seine Vorliebe gilt den menschlichen Schattenseiten, den schwarzen Momenten, den Figuren mit Abgründen. Diese spielt er am liebsten. Seinen Einstand in Heilbronn gab er als  Henry Tudor, Earl of Richmond, der spätere Heinrich VII. von England und Widersacher von  „Richard III.“ Außerdem ist er im „Dschungelbuch“ als gemütlicher Bär Baloo zu sehen – ein krasser Bruch. Aber so ist es eben, das Schauspielerleben.

Szenenfoto „Das Dschungelbuch“ mit Marek Egert als Baloo, der Bär, Giulia Weis als Mowgli und Anjo Czernich als Panther Bagheera. Foto: Thomas Braun

Szenenfoto aus „Richard III.“ mit Marek Egert (links) und Sonja Isemer. Foto: Thomas Braun

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