Unsere Neuen: Rouven Klischies

Mit Rouven Klischies endet heute die Vorstellungsreihe unserer neuen Schauspieler. Auch Rouven kam in dieser Spielzeit neu ins Ensemble des Jungen Theaters Heilbronn. Ihr konntet ihn bereits in mehreren Rollen erleben. So begeistert er als Tiger in »Komm, wir finden einen Schatz« unser junges Publikum und geht als Oskar, mit seinem Freund Rico in »Rico, Oskar und die Tieferschatten« auf Verbrecherjagd.

Rouven Klischies in: »Komm, wir finden einen Schatz«; Foto: Thomas Braun

Rouven wurde 1992 in Osterholz-Scharmbeck in der Nähe von Bremen geboren. Seine Ausbildung absolvierte der Wahl-Hamburger von 2014 bis 2017 am Schauspielstudio Frese in der Hansestadt. Anschließend arbeitete er als Sprecher und freier Schauspieler in Hamburg u. a. am Ernst Deutsch Theater, am Krimi Theater, am Theater Das Zimmer sowie der Freilichtbühne Lübeck. Bei uns seht ihr Rouven hoffentlich bald wieder in der BOXX als Romain in »Die Zertrennlichen«, als Tiger in »Komm, wir finden einen Schatz« und als Vierter bzw. Mufflon in »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute«. Neben der Schauspielerei ist die Musik seine zweite große Leidenschaft. So hat er sich autodidaktisch das Mundharmonikaspielen beigebracht und träumt von einer eigenen Blues-Band. In seiner Freizeit interessiert sich Rouven außerdem für Eishockey und erkundet häufiger zu Fuß Heilbronn und Umgebung, um Abstand vom Alltag zu gewinnen.

• Lieblingslied: Ich bin im Musikstil Blues zu Hause. Von alten Legenden wie Little Walter und Sonny Boy Williamson bis zu modernen Künstlern wie Rick Estrin oder Billy Branch. Ein spezielles Lieblingslied habe ich aber nicht.

• Lieblingsbuch: Da lege ich mich nicht fest. Ich lese gerne verschiedene Genres. Von Superheldencomics über Satire bis zu Romanen.

• Lieblingsfarbe: Grün

• Lieblingsessen: Habe ich nicht. Ich bin ein Allesesser. Außer Ananas.

• Lieblingsfilm: »Big Fish« – Tim Burton

• Lieblingsstück auf der Bühne: »Der Pelikan« – August Strindberg

• Deine besten Eigenschaften: Verlässlich, humorvoll

• Deine größten Laster: Für einen Wahl-Hamburger rede ich zu viel. Ich ertrage Temperaturen über 25 °C nicht. Marabou Schokolade.

• Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht Schauspieler geworden wärst? Tierpfleger

• Stell dir vor, du hast drei Wünsche frei, welche wären das? Eine eigene Blues-Band, ein kleines Haus am See in Schweden, die letzte Woche eines Monats ist immer bezahlter Urlaub.

• Was würdest du tun, wenn du König von Deutschland wärst? Mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation würde ich die finanziellen Mittel für Kultur & Bildung erhöhen, damit Schulen vernünftig restauriert, saniert und digitalisiert werden. Ebenso würde ich die Tarifverträge im Gesundheitswesen anpassen.

Rouven Klischies als Oskar in »Rico, Oskar und die Tieferschatten«; Foto: Jochen Klenk

Unsere Neuen: Lion Leuker

Zum Ende dieser Spielzeit konntet ihr unsere neuen Ensemblemitglieder endlich auf der Bühne erleben, bis auf Lion Leuker. Er wird erst in der nächsten Spielzeit vor Publikum in Heilbronn auf der Bühne stehen. Dafür seht ihr ihn dann gleich in der Eröffnungspremieren, der Uraufführung von Cihan Acars »Hawaii«.

Lion Leuker in »Weinprobe für Anfänger«; Foto Jochen Klenk

Lion wurde 1995 in München geboren. Von 2002 bis 2008 gehörte er dem Tölzer Knabenchor an und erhielt dort auch eine Gesangsausbildung. Noch während seiner Schulzeit war er am Staatstheater am Gärtnerplatz in München zu sehen, wo er in einer Jugendgruppe in Musicals mitwirkte. Obwohl Lion längere Zeit mit einem Musical-Studium liebäugelte, entschied er sich schließlich doch für die Schauspielerei. Von 2016 bis 2020 studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg Schule in München. Parallel gastierte er an den Münchner Kammerspielen. Darüber hinaus dreht er regelmäßig für Film und Fernsehen, u. a. für den Tatort sowie die Serie »Das Boot«. Bei uns seht ihr Lion hoffentlich bald im Komödienhaus als Steve in der Deutschsprachigen Erstaufführung von »Weinprobe für Anfänger«. In seiner Freizeit ist Lion spielt Lion Basketball und Fußball und ist im Winter mit dem Snowboard unterwegs.

• Lieblingslied: »Tannhäuser Ouvertüre« – Richard Wagner

• Lieblingsbuch: »Rumo & Die Wunder im Dunkeln« – Wolfgang Moers

• Lieblingsfarbe: Rot

• Lieblingsessen: Griechischer Joghurt mit Nüssen und frischen Feigen

• Lieblingsfilm: »HER« – Spike Jonze

• Lieblingsstück auf der Bühne: »Der Räuber Hotzenplotz« – Otfried Preußler

• Lebensmotto: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.

• Deine besten Eigenschaften: Mein Optimismus

• Deine größten Laster: Zucker und Koffein

• Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht Schauspieler geworden wärst? Diplomat

• Stell dir vor, du hast drei Wünsche frei, welche wären das? Eine Welt ohne fossile Brennstoffe, Abriss sämtlicher Nachkriegsarchitektur und Neubau im Gründerzeitstil, eine Kaffeemühle die Musik spielt, wenn ich damit mahle.

• Was würdest du tun, wenn du König von Deutschland wärst? Die Monarchie abschaffen.

Lion Leuker als Kasperl in »Der Räuber Hotzenplotz«; Foto: Jochen Klenk

Unsere Neuen: Andreas Schlegel

In dieser Spielzeit ist Andreas Schlegel zum BOXX-Ensemble dazugekommen. Jetzt könnt ihr ihn auch endlich wieder auf der Bühne erleben. In »Komm, wir finden einen Schatz« bezaubert er unsere kleinsten Zuschauer als kleiner Bär, der sich mit seinem Freund, dem Tiger, auf die Suche nach dem größten Glück der Erde begibt. Während er in dem Kinderkrimi »Rico, Oskar und die Tieferschatten« mit Hilfe seines Freundes Oskar den fiesen Kidnapper Mister 2000 zur Strecke bringt. Mehr zu Andreas Schlegel erfahrt ihr hier.

Andreas Schlegel in »Rico, Oskar und die Tieferschatten«; Foto: Jochen Klenk

Andreas wurde 1994 in Taschkent in Usbekistan geboren. Als er sieben Jahre alt war zog er mit seiner Familie nach Deutschland. Erste Theatererfahrungen sammelte er im Jugendclub des Landestheaters Niederbayern. Von 2016 bis 2020 studierte er Schauspiel an der Athanor Akademie für Darstellende Kunst in Passau. Bei uns könnt ihr Andreas hoffentlich bald wieder in der BOXX als Bär in »Komm, wir finden einen Schatz« und als Dritter bzw. Bär in »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute« sehen. In seiner Freizeit spielt Andreas Gitarre und Klavier. Außerdem geht er leidenschaftlich gern in den Weinbergen spazieren, liest Klassiker der deutschen und russischen Literatur (z.B. die Werke des russischen Dichters Sergej Jessenin) und schreibt selbst Gedichte.

• Lieblingslied: Ändert sich beinahe täglich. Zurzeit »Dostochka« von DakhaBrakha.

• Lieblingsbuch: Fast alles von Stephen King

• Lieblingsfarbe: Bleurange

• Lieblingsessen: Alles, was mit Liebe zubereitet wurde

• Lieblingsfilm: »Hard Candy« – David Slade

• Lieblingsstück auf der Bühne: »Die Zofen« – Jean Genet

• Lebensmotto: »Leb! Leb, eh deine Sehnsucht stirbt, eh durch den Hauch des Zeitlosen Kraft und Fluss versiegen. Gib! Gib all deine Lebenskraft den Träumen deines Herzens, deines freien Geists Vision.« (Schandmaul) oder: Zuhause ist da, wo das Leitungswasser nicht komisch schmeckt.

• Deine besten Eigenschaften: Ich bin ein guter Zuhörer.

• Deine größten Laster: bacco, tabacco e venere

• Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht Schauspieler geworden wärst? Narr

• Stell dir vor, du hast drei Wünsche frei, welche wären das? Love, Hugs and Rock’n’Roll!

• Was würdest du tun, wenn du König von Deutschland wärst? Das alles und noch viel mehr!

Andreas Schlegel in »Komm, wir finden einen Schatz«; Foto: Thomas Braun

Unsere Neuen: Regina Speiseder

Endlich durften sich unsere Neuen dem Heilbronner Publikum live präsentieren. Darunter Regina Speiseder, die als Myrtle Mae, ihren ersten Auftritt in »Mein Freund Harvey« hatte. Mehr über die junge neue Schauspielerin, die ihr in der nächsten Spielzeit bestimmt des öfteren sehen werdet, erfahrt ihr hier.

Regina Speiseder in »Mein Freund Harvey«; Foto: Jochen Quast

Regina wurde im niederbayerischen Straubing geboren. Von 2009 bis 2013 studierte sie Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München und gastierte während dieser Zeit an den Münchner Kammerspielen. Anschließend trat sie ihr erstes Festengagement an der Schauburg, dem Kinder- und Jugendtheater der Stadt München, an. Seit 2017 ist sie freiberuflich tätig, u. a. am Stadttheater Landsberg, am Vorstadttheater in Basel, beim Sommertheater Winterthur sowie an der Theaterakademie »August Everding«. Darüber hinaus steht sie auch häufig vor der Kamera, z.B. für »Die Rosenheim Cops«. Am Theater Heilbronn seht ihr Regina hoffentlich bald im Großen Haus als Myrtle Mae in »Mein Freund Harvey« und in der experimenta als Ältere in der Uraufführung von Christina Ketterings Schauspiel »Schwarze Schwäne«. In ihrer Freizeit geht Regina, die sehr naturverbunden ist, gerne wandern oder schaut ihre Lieblingsserien »Bridgerton« und »Suits«. Außerdem verwirklicht sie eigene künstlerische Projekte, z.B. einen Kurzfilm, den sie während des Lockdowns gedreht hat.

• Lieblingslied: »Vivaldi Recomposed« – Max Richter

• Lieblingsbuch: Aktuell »1913« von Florian Illies, sonst lese ich gerne Stefan Zweig oder Franz Kafka

• Lieblingsfarbe: Das Blau, was man im Schwimmbecken findet und schwarz

• Lieblingsessen: Reiberdatschi mit Apfelkompott und Blaukraut, aber nur wenn das meine Mutti macht. Rotes Linsen Dal mit Reis ist meine Spezialität.

• Lieblingsfilm: Alle Filme der Regisseure Roy Anderson, Wes Anderson, Christopher Nolan und Alejandro González Iñárritu

• Lieblingsstück auf der Bühne: Gesehen: Shakespeares »Hamlet« in der Inszenierung von Christopher Rüping (Münchner Kammerspiele), Gespielt: »Werthers Lotte« – Bejamin Troung (Vorstadttheater Basel) und »Liebeslichterloh« – Peer Boysen (Schauburg München)

• Lebensmotto: Realität ist für diejenigen, die ihr Träume nicht aushalten.

• Deine besten Eigenschaften: Ich bin schnell begeisterungsfähig und lache sehr gern.

• Deine größten Laster: Perfektionismus

• Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht Schauspielerin geworden wärst? Opernsängerin

• Stell dir vor, du hast drei Wünsche frei, welche wären das? Ich hätte gerne ein kleines Häuschen mit Garten am Meer. Quasi vor mir der Sandstrand und die Weite und zugleich befinden sich hinter mir im Rücken massive Gebirgsketten.

• Was würdest du tun, wenn du Königin von Deutschland wärst? Als Königin würde ich die allgemeine Theaterpflicht einführen.

Regina Speiseder in »Schwarze Schwäne«; Foto: Jochen Klenk

Unsere Neuen: Arlen Konietz

Nach fast acht Monaten Lockdown starten wir am Donnerstag, den 17. Juni 2021, wieder in den Spielbetrieb. Endlich dürfen unsere neuen Ensemblemitglieder auf die Bühne. Hier in unserem Blog könnt ihr sie etwas besser kennenlernen. Arlen Konietz seht ihr ab Freitag, 18. Juni 2021 im Großen Haus in »Mein Freund Harvey«.

Arlen Konietz in »Mein Freund Harvey«; Foto: Jochen Quast

Arlen wurde 1988 in Hilden geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Dort sammelte er erste Bühnenerfahrung am Jungen Schauspiel Düsseldorf und am Globe Theater Neuss. Von 2010 bis 2014 studierte er Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Während dieser Zeit spielte er u. a. am Theater Freiburg und war als Studio-Ensemblemitglied am Schauspiel Stuttgart engagiert. Von 2014 bis 2020 gehörte er zum Ensemble des Theaters Konstanz. Darüber hinaus ist er als Sprecher tätig. Bei uns seht ihr Arlen hoffentlich bald im Großen Haus als Marvin Wilson in »Mein Freund Harvey« und im Komödienhaus als Guillaume in der Deutschsprachigen Erstaufführung von »Weinprobe für Anfänger«. In seiner Freizeit spielt Arlen u.a. Basketball und Schlagzeug. Und wenn ihm alles zu viel wird, setzt er sich ins Auto und fährt los. Nach Norwegen oder Schweden zum Angeln, Zelten und allein sein.

• Lieblingslied: »O Tannenbaum«

• Lieblingsbuch: »Was ist Was? Deutschland. Land und Leute entdecken«

• Lieblingsfarbe: Magenta

• Lieblingsessen: Toast mit Mortadella

• Lieblingsfilm: »Ronaldo« – Anthony Wonke

• Lieblingsstück auf der Bühne: »Bitchfresse – Ich rappe also bin ich« – Robert Teufel

• Lebensmotto: Ich rappe also bin ich.

• Deine besten Eigenschaften: Rappen

• Deine größten Laster: Mercedes Atego 12 Tonner, MAN 7,5 Tonner

• Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht Schauspieler geworden wärst? Schauspielcoach

• Stell dir vor, du hast drei Wünsche frei, welche wären das? Mercedes 35 Tonner, einen Fußball, eine Katze

• Was würdest du tun, wenn du König von Deutschland wärst? Mir eine Katze kaufen.

Arlen Konietz in »Weinprobe für Anfänger«; Foto: Jochen Klenk

Unsere Neuen: Nora Rebecca Wolff

Auch in der BOXX hat sich einiges im Ensemble getan. Im September ist Nora Rebecca Wolff neu in die BOXX gekommen. Vor Publikum durfte sie bisher nur einmal spielen, in der Premiere von »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute«. Doch bald könnt ihr die energiegeladene junge Schauspielerin auf der Bühne der BOXX erleben, in der Premiere von »Rico, Oskar und die Tieferschatten« am 19. Juni 2021 um 15:00 Uhr.

Nora Rebecca Wolff in »Rico, Oskar und die Tieferschatten«; Foto: Jochen Klenk

Nora wurde 1996 in Hagen geboren. Bereits als Schülerin war sie von 2013 bis 2017 in verschiedenen Rollen am Kinder- und Jungendtheater des Theaters Hagen zu sehen. Von 2016 bis 2020 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Während ihres Studiums gastierte sie u.a. an der Bremer Shakespeare Company. Darüber hinaus stand sie 2018 für den Film »Ein Wochenende im August« sowie für weitere Kurzspielfilme vor der Kamera und ist auch als Sprecherin tätig. Bei uns seht ihr Nora hoffentlich bald wieder in der BOXX als Erster / Murmeltiermädchen in Jens Raschkes »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute«. In ihrer Freizeit zeichnet Nora, die aus einer Künstlerfamilie stammt, leidenschaftlich gern und spielt außerdem Klavier und Gitarre.

• * 1996 in Hagen

• Lieblingslied: »Tidal Wave« – Tom Misch

• Lieblingsbuch: »Außer sich« – Sasha Marianna Salzmann

• Lieblingsfarbe: Weinrot

• Lieblingsessen: Pfannkuchen und Schokokarl

• Lieblingsfilm: »The Imitation Game« – Morten Tyldum

• Lieblingsstück auf der Bühne: »Ein Volksfeind« – Henrik Ibsen

• Lebensmotto: Nimm’s nicht so krumm

• Deine besten Eigenschaften: Humor

• Deine größten Laster: Schusseligkeit

• Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht Schauspielerin geworden wärst? Freischaffende Künstlerin in der Bildenden Kunst

• Stell dir vor, du hast drei Wünsche frei, welche wären das? Das Ende des Klimawandels, Weltfrieden, die Fähigkeit, mit Tieren zu sprechen.

• Was würdest du tun, wenn du Königin von Deutschland wärst? Die Monarchie abschaffen

Nora Rebecca Wolff in »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute«, Foto: Thomas Braun

Unsere Neuen: Lisa Schwarzer

Insgesamt acht Schauspielerinnen und Schauspieler sind in dieser ganz besonderen Spielzeit neu in unserem Ensemble. Um euch die Wartezeit zu verkürzen bis ihr sie endlich live auf der Bühne erleben könnt, möchten wir euch unsere Neuen noch einmal kurz vorstellen.

Den Auftakt macht Lisa Schwarzer:

Lisa Schwarzer in »Schwarze Schwäne«. Foto: Jochen Klenk

Lisa wurde 1993 in Berlin geboren. Erste Theatererfahrungen sammelte sie im Jugendclub des Hans Otto Theaters Potsdam. 2012 nahm sie zunächst ein Studium der Deutschen Literatur und Anglistik an der Humboldt-Universität zu Berlin auf, bevor sie von 2016 bis 2020 Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie »August Everding« in München studiert. 2017 wurde sie mit dem Stipendium des Deutschen Bühnenvereins ausgezeichnet. Während ihres Studiums war sie u. a. am Residenztheater München, am Akademietheater München sowie an der Schauburg München zu sehen. Bei uns seht ihr Lisa hoffentlich bald im Großen Haus als Ruth Kelly, Oberschwester und Hausmädchen in »Mein Freund Harvey« und in der experimenta als Jüngere in der Uraufführung von »Schwarze Schwäne« in der Regie von Elias Perrig, bei dem sie 2014 in Potsdam eine Regiehospitanz absolviert hat. Abseits des Theaters findet Lisa Abstand vom Probenalltag vor allem beim Reiten, mit dem sie bereits im Alter von sechs Jahren begann.

• Lieblingslied: »Paint it Black« – The Rolling Stones

• Lieblingsbuch: »Mephisto« – Klaus Mann, »On the Road« – Jack Kerouac

• Lieblingsfarbe: Ich mag alle Farben. Gerne alle zusammen – ganz wild.

• Lieblingsessen: Äpfel?

• Lieblingsfilm: »Lady Bird« (Greta Gerwig), »Birdman« (Alejandro González Iñárritu), … irgendwas

mit Vögeln anscheinend.

• Lieblingsstück auf der Bühne: »Dionysos Stadt« – Christopher Rüping, »Indien« – Alfred Dorfer

und Josef Hader in der Regie von Simon Solberg

• Lebensmotto: Ich habe jetzt kein Motto im Kopf, wenn ich morgens aufwache, aber ich denke

mein Ziel ist es mir selbst treu zu bleiben, immer 100 Prozent zu geben und mich frei von den Meinungen anderer zu machen.

• Deine besten Eigenschaften: Sagt ihr es mir.

• Deine größten Laster: Kaffee. Aber ist es wirklich ein Laster, wenn es Liebe ist?

• Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht Schauspielerin geworden wärst? Pferdewirtin,

Touristenguide oder Archäologin

• Stell dir vor, du hast drei Wünsche frei, welche wären das? Ich wünsche mir Unsterblichkeit,

ich wünsche mir, dass die Erde gesund wird in jeglicher Hinsicht und ich wünsche mir Liebe.

• Was würdest du tun, wenn du Königin von Deutschland wärst? Auf Malle singen natürlich.

Lisa Schwarzer in »Mein Freund Harvey«. Foto: Jochen Quast

Rassismus ist die größte Ungerechtigkeit

Herzensangelegenheit: Sarah Finkel und Lucas Janson gestalten einen Theaterabend über »Die Angst vor dem Fremden«

Zwei Menschen, eine junge Frau und ein junger Mann, sitzen gemeinsam auf einer Bank im Park und grüßen freundlich die vorübergehenden Passanten. Sie wird zurückgegrüßt. Er nicht.
Beide haben dunkle, lockige Haare. Sie hat sehr blaue Augen und helle Haut. Seine Augen sind dunkelbraun und seine Haut hat einen warmen goldbraunen Ton. Es ist wegen seines Aussehens, da ist sich Lucas Janson sicher, dass die Vorbeigehenden ihn ignorieren. Eine Erfahrung, die er immer wieder in den unterschiedlichsten Facetten machen muss. Seine Kollegin Sarah Finkel, die eben Zeugin dieser Form von Alltagsrassismus geworden ist, mag sich damit nicht abfinden. Diese Begebenheit ist für die beiden Schauspieler des Heilbronner Ensembles zunächst Anlass für ein langes Gespräch, das schließlich in einem Beschluss gipfelt: Wir müssen die »Angst vor dem Fremden« zum Thema eines Theaterabends machen. »Das war lange vor George Floyd«, betont Sarah Finkel. Am 3. und 4. Juli zeigen sie ihre theatrale Erkundung in die Abgründe der Xenophopie in der Boxx@Night_Corona-Edition, zusammen mit Markus Herzer am Klavier.

Sarah Finkel und Lucas Janson (Foto: Rebekka Mönch)

Beide haben großen Respekt vor dem Abend, denn sie schlüpfen nicht nur in verschiedene Rollen oder singen Songs, sondern sie verantworten komplett das künstlerische Konzept und verarbeiten zudem ihre ganz persönlichen Erfahrungen in eigenen Texten.  Sarah Finkel sagt: »Dass ich durch mein Aussehen, das keinen Migrationshintergrund verrät, privilegiert bin, empfinde ich als himmelschreiende Ungerechtigkeit.«  Aufgewachsen in einem Stadtteil von Landshut, in dem Menschen aller Herren Länder zusammenleben, hat sie erfahren müssen, wie ihre Freunde, die aus dem Libanon oder aus der Türkei stammen, nicht die gleichen Chancen bekamen wie sie. Wenn sie versuche, sich hineinzuversetzen in ein permanentes Gefühl des ausgegrenzt Seins, des in Schubladen gesteckt Werdens, des weniger Chancen Habens, des immer ein bisschen härter arbeiten Müssens, dann bekommt sie Kopfschmerzen, erzählt sie und findet ein simples Beispiel. »Stellt euch den demütigenden Moment vor, wenn im Sportunterricht eine Mannschaft gewählt wird und man selbst bleibt bis zum Schluss stehen. Dieses Gefühl ist für Menschen, die rassistisch ausgegrenzt werden, nicht nur eine Momentaufnahme, sondern Dauerzustand.«

Lucas Janson, der in einer linksliberalen Bildungsbürgerfamilie großgeworden ist, hat indische und schwedische Wurzeln. Von der indischen Familie mütterlicherseits ist sein Aussehen geprägt, von der schwedischen Familie väterlicherseits hat er den Namen. Obwohl seine Vorfahren seit drei Generationen in Deutschland leben, Lucas in Hessen geboren und aufgewachsen ist, wird er immer wieder gefragt, aus welchem Land er komme oder wo seine Wurzeln liegen. Das ist häufig die allererste Frage. Nicht: Was machst du? Oder wie heißt du? Er ist äußerst höflich und zuvorkommend, sagt lieber dreimal danke, als einmal zu wenig. Das sei ein Ergebnis der mütterlichen Erziehung, meint Lucas Janson: Sei freundlich und höflich, falle nur nicht auf, passe dich an. »Als Migrantenkind der dritten Generation habe ich mich emanzipiert, bin selbstbewusst, stehe auf der Bühne. Dennoch wird mir immer wieder das Gefühl vermittelt, nicht hierher zu gehören.« Seit der Flüchtlingskrise 2015 habe sich das extrem verschärft.  Auf ihrer Recherche zum Thema Fremdenangst sind die beiden in Theatertexten fündig geworden – etwa in Koltès Stücken »Der Kampf des Negers und der Hunde« und  »Roberto Zucco«, in Heiner Müllers »Medea« oder in Dea Lohers »Unschuld«, aus denen sie Ausschnitte ausgewählt haben. Sie verflechten die Monologe mit philosophischen Einlassungen von Zygmunt Bauman, mit Songs von Hildegard Knef bis Faber und verbinden sie mit ihren eigenen Texten und Gedanken zu einer szenischen Collage. Sie wollen reflektieren, provozieren, ihr Herz ausschütten, ihre Gedanken teilen – über die Angst vor dem Fremden, aber auch über das Gefühl des Fremdseins. Es wird ein sehr persönlicher, ehrlicher Theaterabend der beiden Schauspieler: Eine Stunde im leeren Raum, ohne Requisiten, ohne Lichtdesign,  aber mit brennenden Herzen und der Hoffnung, dass die Zuschauer hinterher rausgehen, diskutieren und sich die Frage stellen: Wo stehen wir eigentlich?

BOXX@Night »Angst vor dem Fremden« am 3. und 4. Juli 2020 um 20.00 Uhr in der BOXX.

Ein Quacksalber aus Knittlingen?

Der historische Faust als Symbolfigur im Wandel der Zeiten

Der historische Faust war ein Mann, um den sich schon zu Lebzeiten Legenden rankten. Er lebte von ca. 1480 bis 1540, in der Zeit der deutschen Bauernkriege, und war damit ein Zeitgenosse so revolutionärer Figuren wie Martin Luther, Thomas Müntzer und Ulrich von Hutten. Er hieß Johann Georg mit Vornamen und stammte aus Knittlingen in Württemberg, wurde also nur etwa 50 Kilometer von Heilbronn entfernt geboren. Es ist dieser Faust, auf den sich alle literarischen Versionen des Stoffes beziehen – ob vor Goethe nun die von Christopher Marlowe oder Gotthold Ephraim Lessing oder nach ihm beispielsweise die von Thomas Mann und Hanns Eisler. Glaubt man den Überlieferungen, so war dieser Doctor Faustus aber eher ein Scharlatan als ein Gelehrter, eher ein Quacksalber als ein Arzt, der ein unstetes Wanderleben im süddeutschen Raum führte. Angeblich hatte er sich auf der Hohen Schule zu Krakau zum »Meister aller mantischen Künste« ausbilden lassen, worunter die Wahrsagerei, die Magie und die Zauberei zu verstehen sind. Belege dafür gibt es aber keine. Dennoch machte er sich als Zauberer und Wahrsager einen Namen, zog durch die süddeutschen Städte, war als Bader tätig, unterrichtete und stellte Horoskope. Zudem scheint er ein brillanter Fabulierer gewesen zu sein, eine Art Münchhausen der Reformationszeit, der sein Publikum für sich begeistern konnte. Er liebte die leiblichen Genüsse, besonders das Zechen, und »nannte den Teufel seinen Schwager«, wie Klaus Völker schreibt. Kein Wunder also, dass seine Zeitgenossen – zumindest die klerikalen, feudalen und bürgerlichen – in ihm eher einen Landstreicher und Sittenstrolch sahen; wiederholt wurde er aus verschiedenen Städten ausgewiesen und ihm unterstellt, gemeinsame Sache mit dem Teufel zu machen. Das Volk hingegen ergötzte sich ebenso bewundernd wie schaudernd an seinen Kunststücken, die offenbar »philosophischen Eulenspiegeleien« (K. Völker) gleichkamen. Seit sich Luther angewidert von den »räuberischen und mörderischen« Bauernhorden distanziert hatte, die den Aufstand gegen das feudal-klerikale Herrschaftssystem unternahmen, war auf den Protestantismus als Unterstützer der sozialen Kämpfe nicht mehr zu hoffen. In dieser Situation entdeckte man die Magie als eine geistige Gegenkraft, mit der man neue Hoffnung verknüpfen konnte. So entwickelte sich der »Schwarzkünstler Faust« zu einer neuen volkstümlichen Symbolfigur.

»Faust. Der Tragödie erster Teil«
vlnr. Frank Lienert-Mondanelli, Sabine Unger, Johanna Sembritzki, Stefan Eichberg, Oliver Firit, Sven-Marcel Voss, Marek Egert
Foto: Candy Welz

Die offizielle Stigmatisierung einer schillernden Figur wie der des Faust als »Teufelsbündler« ist keine Überraschung in einem Zeitalter, das alle seine bedeutenden Wissenschaftler – von Agrippa von Nettesheim über Paracelsus bis hin zu Galilei Galileo und Giordano Bruno – als Ketzer brandmarkte. »Noch wurden [nämlich die] Superbia, die Anmaßung, und [die] Curiositas, die Neugier, als Sünden angesehen«, suchten sie doch »die von Bibel und Kirche gesetzten Grenzen des Menschlichen« (S. Demmer) zu überschreiten. 1587, 47 Jahre nach Fausts Tod, erschien beim Frankfurter Buchhändler Spieß die »Historia von D. Johann Fausten, dem weitbeschreyten Zauberer und Schwartzkünstler«, gedacht – so der Untertitel – als »abscheuliche[s] Exempel und treuherzige[] Warnung« vor dem verruchten Unhold. Im protestantischen Kontext stand der maßlose Forscher Faust, den sich letztlich der Teufel holt, somit dem redlichen Gottesmann Luther als verderbtes Gegenstück gegenüber. Allerdings bewirkte die Schrift, wie oft in solchen Fällen, genau das Gegenteil: Innerhalb etwa eines Jahrzehnts erfolgten 22 Nachdrucke, woran sich deutlich die Faszination und der Schauder der Zeitgenossen an der Faustlegende zeigen. Goethes spätere Umdeutung des Stoffes zeigt sich schon allein darin, dass er in seiner Faust-Figur schließlich charakteristische Facetten des Gottesmanns Luther mit denen des Magiers und Schwarzkünstlers Faust zu einer ambivalenten Gestalt verschmilzt.

Oliver Firit (Mephistopheles), Stefan Eichberg (Faust)
Foto: Candy Welz

Der Stoff gelangt zu Goethe durch seine – oft sensationslüsterne – Überlieferung in Volksbüchern, auf Wanderbühnen und in Puppenspielen, die ihn durch das 16. und 17. Jahrhundert trägt. In der Aufklärung setzt sich schließlich die Auffassung durch, dass Fausts Erkenntnisdrang durchaus als Teil der göttlichen Gabe der Vernunft zu verstehen sei und somit nicht der göttlichen Strafe anheimfallen dürfe. Die Dichter des Sturm und Drang wiederum erweitern dieses neue Faust-Bild um ein »leidenschaftliches Bekenntnis zur Natur« (S. Demmer) und zur menschlichen Empfindungsfähigkeit, dem sich Goethe spürbar anschließt. Ganz im Sinne des Sturm und Drang erkennt auch er in der Faust-Legende eine Identifikationsfigur des Zeitgeistes, einen »mutige[n] Außenseiter, der die Horizonte des Denkens und Fühlens« (S. Demmer) zu erweitern sucht und nimmt sich ihr in diesem Sinne an. Was zu Beginn der 1770er-Jahre beginnt, wird für Goethe zu einer literarischen Obsession, die ihn ein ganzes Leben lang nicht loslässt.

Oliver Firit (Mephistopheles), Stefan Eichberg (Faust)
Foto: Candy Welz

Die ungeheure Fülle und Geräumigkeit der Motive und ästhetischen Formen, die Goethes Weltgedicht der Nachwelt zur Verfügung gestellt hat, hat in den vergangenen 200 Jahren zu einer ebenso ungeheuren Fülle von Auseinandersetzungen mit seinem »Faust« geführt. Die Interpretationen des Stoffes allerdings wandeln sich mit den Zeitläufen. Jedes Land und jede historische Epoche, so scheint es, schafft sich nach Goethe ihren eigenen Faust, um an ihm die jeweiligen gesellschaftlichen Fragen zu spiegeln. Im 19. Jahrhundert steigt der »Faust« so als »Repräsentant der deutschen Seele, die freilich auf Welteroberung aus ist« (K. Völker), zum Nationaldrama auf – und bildet seither das Zentrum des deutschen Bildungskanons.

Quellen:

  • Sybille Demmer: »Faust« – Stoff und Spiegel eines Dichterlebens. In: Johann Wolfgang Goethe: Faust. Eine Tragödie. Erster und Zweiter Teil. 9. Auflage. München 2006, S. 355–370.
  • Klaus Völker: Die Geburt einer Legende und ihr Fortleben in den Köpfen. In: Faust. Ein deutscher Mann. Die Geburt einer Legende und ihr Fortleben in den Köpfen. Lesebuch von Klaus Völker. Berlin 1981, S. 181–188.

»Faust. Der Tragödie erster Teil« ist noch bis zum 15. April 2020 im Großen Haus zu sehen.

Soziale Obdachlosigkeit

von Anja Bothe

Die Schauspielerin Anja Bothe spielt in Delphine de Vigans »No und ich« die Pariser Schülerin Lou Bertignac, die die 18-jährige Obdachlose No von der Straße holt, um ihr ein Zuhause und Geborgenheit zu schenken. Während der Probenarbeit hat Anja Bothe sich literarisch mit dem Thema (soziale) Obdachlosigkeit beschäftigt.

Anja Bothe in »No und ich«
Foto: Thomas Braun

Wir alle brauchen Familie. Egal ob groß oder klein. Ob erwachsen oder ein Kind. Wir alle brauchen Familie. Und wer sie nicht hat, hat die Arschkarte. Wer sie nicht hat, der muss schauen wo er bleibt.

Ich fühle mich manchmal obdachlos. So als hätte ich keine Heimat. Als ob ich immer auf der Suche wäre. Nach meinem Zuhause. Einen Vater haben. Eine Mutter. Vielleicht Geschwister. Ist es das? Ist es eine gute Kindheit? Was erlebt man in seiner Kindheit? Wie lebt man, um ein Zuhause zu haben? Um sich, wenn man erwachsen ist, nicht wie eine Obdachloser zu fühlen? Obdachlos. Man hat kein Obdach. Aber das kann man sich doch leisten. Das kann sich doch jeder in Deutschland leisten. Wegen Hartz IV und so. Da gibt es doch Möglichkeiten. Aber was ist mit dem ganz persönlichen Erleben? Mit den ganz persönlichen Erlebnissen und Gefühlen?

Und dann gibt es die gesellschaftlichen Einordnungen. Die Normen. Wie man zu sein hat. Was man zu machen hat. Die Strukturen. Aber was ist, wenn man in eine solche Struktur nicht passt? Sein ganzes Leben versucht man sich anzupassen. Sich hinein zu formen. Umzuformen. Sich von seinem eigentlichen Wesen, seinem Urinstinkt zu verabschieden. Aber kann man das überhaupt? Sich so losreißen. Man wird geboren in eine Umgebung, in ein Umfeld. Man kann sich seine Familie nicht aussuchen. Man kann sich auch nicht aussuchen, ob sie für den Monat genug zu essen hat. Man kann sich die Liebe seiner Eltern nicht aussuchen. Man kann sie nicht erzwingen. Man könnte meinen sie wäre von Grund auf da. Wie ein unausgesprochenes Band. Aber was ist, wenn ein Elternteil dich nicht liebt? Was ist, wenn es diese angeblich grundlegende unanfechtbare Liebe nicht geben kann? Und du schreist nach ihr. Weil es ein Grundbedürfnis ist. Du schreist wie ein Löwe. Und du weiß nicht, warum du diese Liebe nicht erhältst. Und dann veränderst du dich und wächst heran. Aber dieses Grundbedürfnis wurde nicht gestillt. Du hast es einfach nicht erlebt.

Und diese Seelen wandern in einer Gesellschaft, in der man sich gegenseitig nicht mehr brauchen will. In der es einfacher scheint, für sich zu leben. In einer Gesellschaft, in der man nebeneinander her lebt. In der man hinter verschlossenen Türen Schwäche zeigt. Eine Gesellschaft, in der am besten alles gleich bleibt: neutral und steril. In der der »gute« Schein gewahrt wird. Weil alles andere wäre anstrengend.
Soziale Obdachlosigkeit ist für mich ein Symptom. Ein Mangel an Liebe. Eine Verkümmerung. Ein Nicht-Helfen, ein Unverständnis der Umwelt. Was ist, wenn man anders ist? Wenn man vielleicht nicht laut, sondern leise ist. Wenn man nur schreien kann statt normal zu sprechen. Hören wir uns trotzdem? Warum müssen wir alle einer bestimmten Norm entsprechen? Wer hat die festgelegt und warum? Ich will Diversität in einer Gesellschaft, die sich nur noch unter einem Deckel befindet.

Was ist, wenn man kein Zuhause hat? Wenn dieses Grundbedürfnis von einem auf den anderen Tag wegfällt? Wenn sich plötzlich ein Mensch von dir trennt. Deine Mutter, dein Vater, dein Bruder, deine Schwester, deine bester Freundin, deine Freund*in. Wenn ein Band zerbricht. Wenn es eine Verkettung von Umständen gibt. Ein Unglücksfall in der Familie. Manche Dinge kann man erklären und manche nicht. Das Leben verlangt keine Erklärung. Menschen schon. Wir wollen die Hintergründe wissen. Denn alles hat doch seinen Grund. Aber es gibt keine Erklärung. Keinen Wegweiser. Manchmal schwebst du und musst entscheiden wohin. Oder zumindest denkst du das. Aber Sicherheit gibt es nicht. Viele Menschen konstruieren sich ein Sicherheitspaket und kommen ihr Leben scheinbar damit zurecht. Aber gibt es Gehör und Empathie für diejenigen, die diese Sicherheit nicht haben?

Zu Hause. Was ist das für dich?

Noch bis zum 8. Juli 2020 könnt ihr Anja Bothe als Lou in »No und ich« erleben.

Sarah Finkel, Anja Bothe, Sascha Kirschberger in »No und ich«
Foto: Thomas Braun