Proben-Puzzle mit „Der Stein“

DerStein
Ein Kasten mit Briefen führt in die Vergangenheit.

Unsere Praktikantin Iris erlebt die ersten Bühnenproben.

Umzugskisten, Geschirr, ein Dreirad und eine Schaukel mitten im Raum. Auf den ersten Blick erscheint die Bühne für die Proben des Stücks „Der Stein“ von Marius von Mayenburg noch durcheinander. Hier ein leeres Regal, dort ein zugedecktes Klavier. Und doch hat alles Sinn und Zweck.
Es ist die zweite Woche seit Probenbeginn am 19.März, und vieles, was Bühne und Kostüme betrifft, ist noch lange nicht fertig. Aber heute liegt der Schwerpunkt sowieso auf dem Schauspiel, auf Gestik, Mimik oder auch Aussprache.
Die Schauspielerinnen Sabine Unger und Sylvia Bretschneider unterhalten sich konzentriert mit der Regisseurin Esther Hattenbach. Die geprobte Szene erweist sich als tückisch: Roswitha (Unger) muss sich gegenüber ihrer Tochter Heidrun (Bretschneider) rechtfertigen, nachdem diese zufällig auf ein unbequemes Geheimnis gestoßen ist.
Das kontroverse Thema: die Aufarbeitung der Vergangenheit einer Familie im Dritten Reich. Dieser Stoff verlangt von allen Beteiligten viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Daher wird jede Szene lang, oft und ausführlich wiederholt, bis auch wirklich alle zufrieden sind. Immer wieder diskutieren die Regisseurin und die Schauspielerinnen: Wie reagiert eine Tochter darauf, dass das Bild, welches sie bis jetzt von ihren Eltern hatte, von Grund auf erschüttert wird? Ist sich die Mutter der Folgen ihres damaligen Handelns überhaupt bewusst?
Das sind alles Fragen, die nun in den Proben analysiert, diskutiert und geklärt werden.
Und wie ein Puzzle werden sich dann nach und nach alle Szenen zusammen fügen.

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