Turmhohe Wellen

 »Der fliegende Holländer« von Richard Wagner kommt als Gastspiel aus Heidelberg

»Selten hat man turmhohe Wellen so schäumen gehört«, jubelte der Kritiker des Neuen Merkers Wien über Lydia Steiers Inszenierung der Oper »Der fliegende Holländer«, die im April 2016 in Heidelberg Premiere hatte. Nun kommt die Inszenierung der international renommierten Regisseurin als Gastspiel für 9 Vorstellungen zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 nach Heilbronn. Das hiesige Publikum kennt unter anderem Lydia Steiers opulente Inszenierung des Händel-Oratoriums »Saul«, die hier als Gastspiel des Staatstheaters Oldenburg zu sehen und für den Theaterpreis »Faust« nominiert war.
Die frühesten Versionen des Stoffes vom fliegenden Holländer sind aus dem 18. Jahrhundert überliefert. Heinrich Heine, dessen Handlungsverlauf aus den »Memoiren des Herren von Schnabelewopski« Richard Wagner als Grundlage für sein Opernlibretto diente, fasste die Fabel folgendermaßen zusammen: »Es ist die Geschichte von dem verwünschten Schiffe, das nie in den Hafen gelangen kann, und jetzt schon seit undenklicher Zeit auf dem Meere herumfährt. (…) Jenes hölzerne Gespenst, jenes grauenhafte Schiff, führt seinen Namen von seinem Kapitän, einem Holländer, der einst bei allen Teufeln geschworen, dass er irgendein Vorgebirge, dessen Name mir entfallen, trotz des heftigsten Sturms, der eben wehte, umschiffen wolle, und sollte er auch bis zum Jüngsten Tage segeln müssen. Der Teufel hat ihn beim Wort gefasst, er muss bis zum Jüngsten Tage auf dem Meere herumirren, es sei denn, dass er durch die Treue eines Weibes erlöst werde. Der Teufel, dumm wie er ist, glaubt nicht an Weibertreue, und erlaubte daher dem verwünschten Kapitän alle sieben Jahr einmal ans Land zu steigen, und zu heiraten, und bei dieser Gelegenheit seine Erlösung zu betreiben …«
1843 in Dresden uraufgeführt, ist »Der fliegende Holländer« Richard Wagners erste romantische Oper und gilt als Durchbruch zu seinem eigenen Stil. »Aus den Sümpfen des Lebens« sei ihm dieses »mythische Gedicht des Volkes so wiederholt und mit unwiderstehlicher Anziehungskraft« aufgetaucht, schrieb Richard Wagner. Seiner Komposition liegt ein eigenes Erlebnis zugrunde. 1839 gerieten Richard und Minna Wagner auf einem Handelsfrachter in einen Sturm, bei dem sie um ihr Leben fürchteten. Minna habe sich dabei, so heißt es, mit einem Tuch an ihren Mann binden lassen, um notfalls gemeinsam mit ihm zu sterben. Wagner suchte nach einer Möglichkeit, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Ob es dabei um Erlösungsprojektionen geht oder um die Macht der Phantasie, um Fanatismus oder Opfermut – in jedem Fall entwarf Wagner mit Senta das Porträt einer jungen Frau, die sich mit so kraftvoller wie provozierender Unbedingtheit und bis um den Preis des Todes ihrer Überzeugung verschreibt.
Regisseurin Lydia Steier zeichnet in ihrer Inszenierung mit dem Holländer und Senta zwei Außenseiter, die wie im Brennglas verdichtete Symptome einer Gesellschaft sind, die zu Gesicht bringt, was diese produziert und dann verdrängt, erläutert die Regisseurin. Sie sagt: »Das Bild des Holländers, den das jahrhundertelange Ausgesetzthollaender_khp_p_011

Schuldig oder nicht schuldig – wie werden Sie entscheiden?

Schuldig oder nicht schuldig – wie werden Sie entscheiden?

Gerechtigkeitsgttin

»Das Stück der Saison ist eigentlich kein Stück, Sondern ein Ereignis«, jubelte ein Kritiker. Und in »Der Spiegel« gestand der Filmemacher und promovierte Jurist Alexander Kluge: »Ich gehe nicht oft ins Theater. Aber ich wünschte mir mehr solcher Stücke.« Geschrieben wird hier über »Terror«, den derzeit meist gespielten deutschsprachigen Theatertext, der an 47 Bühnen, von Berlin bis Wien, von Kopenhagen bis Venezuela zu sehen ist.
»Terror« ist der Bühnenerstling von Ferdinand von Schirach, einem der auch international erfolgreichsten deutschen Schriftsteller und einem der prominentesten deutschen Strafverteidiger. 2009 debütierte er mit 45 Jahren mit dem Erzählband »Verbrechen« als Autor, inzwischen sind ein weiterer Band mit Erzählungen (»Schuld«), zwei Romane (»Der Fall Collini« und »Tabu«) und eine Reihe von Essays erschienen – und nun ein Theaterstück, das seit der Doppeluraufführung am 3. Oktober 2015 in Berlin und Frankfurt Publikum und Presse begeistert.
Von Schirach nutzt in »Terror« die inhärente Theatralität unseres Rechtssystems: Auf der Bühne läuft eine Gerichtsverhandlung ab, mit einem Vorsitzenden, einem Angeklagten, einem Verteidiger, einer Staatsanwältin und Zeugen. Ein – leider gar nicht mehr so unwahrscheinlicher – Fall wird verhandelt: Am 26. Mai 2013 entführte ein Terrorist einen Airbus der Lufthansa. Er drohte, das Flugzeug mitten in ein voll besetztes Fußballstadion, die Allianz-Arena in München, stürzen zu lassen und so 70 000 Menschen zu töten. Der Bundeswehr-Major Lars Koch hat das Flugzeug kurz vor der Katastrophe aber abgeschossen und dadurch 164 Menschen an Bord getötet. Nun soll vor der Großen Strafkammer des Schwurgerichts entschieden werden, ob er dafür schuldig oder unschuldig gesprochen wird. Und die Entscheidung trifft – das Publikum, das als Schöffinnen und Schöffen am Prozess beteiligt ist.
Mit diesem klugen »Kniff« kommt das Geschehen auf der Bühne tatsächlich »über die Rampe« und bezieht die Zuschauerinnen und Zuschauer unmittelbar mit ein. Nicht nur in den Prozessverlauf, sondern auch in den spannenden Diskurs über Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Verantwortung, Moral und Ethik, den von Schirach hier anstößt.
Über die konkrete (Spiel-)Handlung hinaus veranstaltet er ein Gedankenexperiment, das zu einer eigenen Haltung herausfordert und drängende Fragen unserer Zeit zuspitzt: Darf Leben gegen Leben aufgewogen werden? Rechtfertigt der Zweck die Mittel? Sind die Werte unseres Grundgesetzes und der Kampf gegen den Terror, das Bedürfnis nach Sicherheit und der Drang nach Freiheit miteinander vereinbar? Nach welchen ethischen Koordinaten richten wir unser Leben und Handeln aus? Wie werden wir entscheiden? Was tun?
Am Theater Heilbronn inszeniert Intendant Axel Vornam dieses »Stück der Stunde« in einem stilisierten Gerichtssaal. Für die Rolle des Angeklagten, Major Lars Koch, kommt Ferdinand Seebacher als Gast noch einmal zurück ins Ensemble.

»Wir sind schon längst im freien Fall«

»Kriegerin« ab dem 24. September in der BOXX

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Für Marisa ist klar: »Wir sind keine Nazis. Wir sind rechts, das stimmt. Wir mögen Deutschland, das stimmt auch. Wir mögen Deutschland gerne deutsch.« Eben noch pöbelte sie mit ihren Leuten – allen voran Marisas Freund Sandro – gegen die in ihrer Stadt untergebrachten Geflüchteten und fährt in einem Anflug exzessiver Gewalt die afghanischen Brüder Rasul und Jamil mutwillig mit dem Auto an. Die darauf folgenden Ereignisse holen sie unvermittelt ein. Denn Rasul steht plötzlich im Supermarkt vor ihr und lässt sich nicht abschütteln. Zur selben Zeit steigt Svenja, fasziniert von den archaischen Ritualen und Parolen, immer tiefer in die rechte Szene ein. So stehen sich nicht nur Marisa und Rasul gegenüber, plötzlich sieht sich Marisa auch mit Svenjas Radikalisierung konfrontiert, die der ihren ähnlich und damit ein Spiegel ihrer bisherigen Einstellung ist. »Wir rasen nicht einmal mehr auf den Abgrund zu. Wir sind schon längst im freien Fall«, weiß Marisa.
»Auch wer lange in der rechten Szene drinsteckt, hat nicht jede Menschlichkeit verloren. Da darf man auch niemanden aufgeben.« David Wnendt, Regisseur des ausgezeichneten Kinofilms »Kriegerin«, ließ es nicht bei dieser Überlegung bewenden. Noch im Erscheinungsjahr des Films 2012 bezog Wnendt Stellung zur Frage, ob die Demokratiefeindlichkeit in der breiten Bevölkerung zunehmend auf fruchtbaren Boden falle: »Es gibt Umfragen, die besagen, dass mittlerweile über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland der Demokratie skeptisch gegenüber steht. Das sind alarmierende Zahlen. Das parlamentarische System verliert zunehmend an Rückhalt. Die Rechtsextremen sind nicht vollkommen isoliert. Ihre Kritik am System findet auch Anklang bei normalen Bevölkerungsschichten.« Belege dafür liefern nicht zuletzt die seit 2014 anhaltenden Aufmärsche von Pegida und die Montagsmahnwachen, die sich als sogenannte »Volksbewegungen« präsentieren. Die Demonstrierenden bringen dort ihre gefühlte Bedrohung durch Flüchtlinge,  den Islam oder auch eine jüdisch-amerikanische Weltverschwörung zum Ausdruck. Auch wenn die Zahlen der Demonstranten derzeit rückläufig sind, die propagierten Inhalte bleiben öffentlichkeitswirksam. So ergab die aktuelle Mitte-Studie der Universität Leipzig von 2016, dass jeder und jede zweite Deutsche in diesem Jahr angab, sich »wie ein Fremder im eigenen Land« zu fühlen und das nachweislich über 40% der Befragten Muslimen und Muslimas die Zuwanderung nach Deutschland untersagen wollen. Immer noch werden diese Ergebnisse vielerorts als vermeintlich unerwarteter »Rechtsrucks in Deutschland« beschrieben; etwa, dass 21,9% der Aussage beipflichten, dass Deutschland jetzt eine einzige starke Partei brauche, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpere, 32,1% die Ansicht teilen, die Ausländer kämen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen und noch immer 12% der Befragten der Aussage voll zustimmen, dass die Deutschen anderen Völkern von Natur aus eigentlich überlegen seien. Tatsächlich aber werden dadurch die faktischen Entwicklungen der mindestens letzten 25 Jahre innerhalb Deutschlands und Europas verschleiert.
Ohne kategorische Antworten zu liefern, zeigt »Kriegerin« die tiefsitzenden Ängste vor dem vermeintlich Anderen. Einerseits lässt sich das Verführungspotenzial rassistischer Gesinnungen durch die theatrale Bearbeitung einmal mehr zur Diskussion stellen, andererseits aber auch die oft unterstellte Unmöglichkeit, eine Veränderung der Wahrnehmung und eine Empathie für den Anderen hier als eine Möglichkeit erfahren.
Nach »Krieg – Stell dir vor, er wäre hier« eröffnet Adewale Teodros Adebisi die Spielzeit 2016/2017 in der BOXX mit seiner Inszenierung von »Kriegerin«. Die Ausstattung übernimmt Gesine Kuhn, die bereits für »Krieg – Stell dir vor, er wäre hier« und »Die Werkstatt der Schmetterlinge« Bühne und Kostüme entworfen hat.

In der Katastrophe wird die Wahrheit offenbar

 »Der Besuch der alten Dame« ab 23. September im Großen Haus

besuch-der-alten-dameEs ist »eine Geschichte, die sich irgendwo in Mitteleuropa ereignet, geschrieben von einem, der sich von diesen Leuten durchaus nicht distanziert und der sich nicht sicher ist, ob er anders handeln würde.« So beschreibt es Friedrich Dürrenmatt in seinen Anmerkungen zu »Der Besuch der alten Dame«. Das Stück spielt in Güllen, einer Kleinstadt, die sich in einer wirtschaftlichen Krise befindet. Es gibt viele Arbeitslose und die Industrie ist zusammengebrochen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Claire Zachanassian, inzwischen die reichste Frau der Welt, hat ihren Besuch angekündigt, und so hoffen die Bewohner, dass die alte Dame, die selbst aus Güllen stammt, ihnen mit einer großzügigen Geldspende aus der Not helfen wird. Sie ist tatsächlich gekommen, um ihrer Heimatstadt zu helfen, aber sie verlangt im Gegenzug Gerechtigkeit. Claire, die damals noch Klara Wäscher hieß, musste Güllen vor vielen Jahren gedemütigt verlassen, nachdem sie von ihrem früheren Liebhaber Alfred Ill erst geschwängert und dann sitzengelassen wurde. Um der Vaterschaftsklage zu entgehen, hat er im Prozess Zeugen bestochen, die angaben, auch mit Klara geschlafen zu haben. Klara musste dadurch einerseits schmerzhaft erfahren, dass Liebe kein verlässlicher Wert ist und andererseits, dass man alles kaufen kann, Waren wie Menschen. Durch das Gerichtsurteil wurde sie zur Hure, zum Sinnbild der käuflichen Liebe. Und so ist es nicht die Wohltätigkeit, die sie treibt, sondern vielmehr der Wunsch nach Rache. Und sie kann es sich leisten. Denn mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Sie kommt zu Stückbeginn mit ihrem siebten Ehemann und einer Schar merkwürdiger Bediensteter angereist. Nun stellt sie die Bedingungen, denn sie hat die Finanzkraft. Und so verspricht sie eine Milliarde für Güllen – 500 Millionen für die Stadt, 500 Millionen verteilt auf alle Bürger – wenn jemand das Unrecht, das ihr angetan wurde, wiedergutmacht. Eine Milliarde, wenn jemand Alfred Ill tötet. Natürlich lehnt die Bevölkerung das Angebot zunächst aus moralischen Gründen ab. Doch schon bald beginnen die Menschen zu konsumieren, auf Kredit zu kaufen und sich immer mehr in den Maschen der Ökonomie zu verfangen.
Für Regisseurin Uta Koschel steht in diesem Stück jedoch nicht das menschliche Fehlverhalten des Einzelnen im Zentrum. Ihr Interesse gilt vielmehr der Zwangsläufigkeit der Geschichte. Durch das Angebot der alten Dame wird etwas in Gang gesetzt, das nicht mehr aufzuhalten ist. Natürlich will niemand Ill töten. Doch die Verlockungen des Konsums sind in der Not zu groß und so offenbart sich die Leichtfertigkeit, mit der die Menschen auf Kredit kaufen, die Augen vor den Konsequenzen verschließend. In »Der Besuch der alten Dame« bestätigt sich die marxistische Grundaussage, nach der das Sein das Bewusstsein bestimmt. Anders ausgedrückt heißt das, dass die materiellen Lebensumstände das Denken prägen. Dürrenmatt versteht sich nicht als Therapeut, sondern als Diagnostiker und skeptischer Opponent, dessen Literatur das Publikum zu Irritation und kritischer Reflexion bewegen soll. Und in der Tat stellt sich die Frage bei jedem von uns: Was würden wir anstelle der Güllener tun? Ist die Aussicht auf schnellen Reichtum wirklich so einfach zu verwerfen, wie es in moralischem Sinne sein sollte? Lebt uns der Kapitalismus nicht genau das vor? Kapital schafft Macht über all jene, die weniger besitzen. Im privaten wie globalen Kontext. Auf politischer Ebene wird unsere Finanzkraft genutzt, um anderen Staaten zu helfen, ihnen gleichzeitig aber auch die Bedingungen für diese Hilfe vorzuschreiben. Und »sie sind gezwungen unsere Auflagen zu erfüllen, denn ohne uns werden sie da nicht mehr herauskommen« (IWF-Chefin Christine Lagarde).
Was wir brauchen, ist ein gesellschaftliches Gewissen. Der kategorische Imperativ, den Kant 1785 entwickelte, muss zu einer gesellschaftlichen, allgemeinen Aufgabe werden. »Doch unser heutiges Gewissen ist pervertiert. Es lautet nicht: Ich bin gut. Es lautet: Die anderen sind ja auch schlecht.« Das stellte Dürrenmatt schon 1961 fest. Und bis heute hat sich daran nichts verändert. Wir ziehen uns mit dieser Ansicht schlichtweg aus der Verantwortung. Der mit dem Besuch der alten Dame rapide einsetzende Verfall der, von den Güllenern zu Beginn des Stücks noch hoch gepriesenen, »christlich-humanistischen Werte« zeigt in erschütternder Weise, dass solche Traditionen einer zunehmenden Ökonomisierung aller Lebensumstände kaum etwas entgegenzusetzen haben.
Doch was können wir tun? Protestieren. Vielleicht. Besser wäre es aber unsere Haltungen und Handlungen zu reflektieren. Denn unsere Entscheidungen haben Einfluss auf eine Zukunft, die noch gestaltet werden kann. Dürrenmatt kommt 1969 in seinem »Monstervertrag über Gerechtigkeit und Recht« zu dem Ergebnis: »Nicht der Einzelne verändert die Wirklichkeit, die Wirklichkeit wird von allen verändert. Die Wirklichkeit sind wir alle, und wir sind immer nur Einzelne.«

Mit »Don Quijote« verabschiedet sich Alejandro Quintana als Chefregisseur

Alejandro QuintanaAcht Jahre lang hat Alejandro Quintana als Chefregisseur die künstlerische Entwicklung im Schauspiel des Theaters Heilbronn mitgeprägt. Jetzt verabschiedet er sich mit der Inszenierung des »Don Quijote« und geht mit 65 Jahren in den Un-Ruhestand, will heißen: in die freie berufliche Arbeit. »Denn richtige Theaterleute gehen nie in Pension«, sagt er. Der »Don Quijote« nach Cervantes ist ihm eine Herzensangelegenheit. Der Stoff hat in Lateinamerika, Quintana stammt aus Chile, mindestens die Bedeutung wie bei uns Goethes »Faust« und wurde von einer Jury aus 100 bekannten Schriftstellern 2002 zum besten Buch der Welt gekürt. Kein Wunder, meint Alejandro Quintana. Diese Geschichte über den verrückten Ritter ist, wenn man genauer hinschaut, ein zutiefst philosophisches Werk über das Leben in all seinen Facetten. Es geht um die Suche nach Gerechtigkeit, um tiefe Freundschaft, ums Scheitern und Weitermachen, um Träume, Utopien und darum, dass man alles wagen muss, damit sie wahr werden. Don Quijote prägt die Menschen in Lateinamerika von Kindesbeinen an. Er ist dort, wo das Leben viel schwieriger ist als hier in Deutschland, Trost und Ermunterung zum Aufbegehren zugleich. Dieser Held seiner Kindheit und Jugend hat Alejandro Quintana auch in seine zweite Heimat Deutschland begleitet, in der er seit 43 Jahren lebt. »Fast hätte ich den Luxus, in dem wir hier arbeiten können, als Selbstverständlichkeit gesehen«, sagt er. Aber als er 2014 nach über 40 Jahren wieder in Santiago de Chile inszeniert hat, wurde ihm bewusst, auf welcher Insel der Glückseligen wir leben; erst recht in einer wohlhabenden, prosperierenden Stadt wie Heilbronn.
Acht Jahre Heilbronn. Was wird für ihn bleiben? Erinnerungen an eine wunderbare Theaterzeit mit einem unglaublich interessierten Publikum, wie er es in keiner anderen Stadt bisher erlebt hat. Gute Schauspieler, die im Laufe der Jahre noch besser geworden sind und auf jeder Bühne bestehen könnten. Inszenierungen, von denen er sagt, es seien alles seine Kinder. »Das eine hat eine zu lange Nase, das nächste zu große Ohren – aber ich stehe zu ihnen und liebe jedes  auf seine Weise.« Heilbronn wird aber auch ewig mit einem der bittersten Momente seines Lebens verbunden sein: Ein Journalist hat versucht, mit gegen ihn gerichteten Stasi-Vorwürfen den Neuanfang am Theater unter Intendant Axel Vornam zu torpedieren. Und das, indem er diese gezielt zwei Tage vor dem Start der neuen Mannschaft in der Presse lancierte. Durch gründliche Recherchen anderer Medien erwiesen sich die Anschuldigungen schnell als unhaltbar. Mit dieser bedrohlichen Erfahrung ist aber auch eine seiner schönsten eng verbunden, sagt Alejandro Quintana: Die Haltung der Stadt Heilbronn, der Zuschauer und des Intendanten, die besonnen reagiert und ihm die Chance zur Aufklärung gegeben haben. Er ist immer noch berührt, wenn er an seine Eröffnungspremiere von »Nathan der Weise« denkt, als die Zuschauer im ausverkauften Saal minutenlang im Stehen applaudiert haben. »Ich habe die Stadt sehr zu schätzen gelernt«, sagt Alejandro Quintana. Denn schon damals habe sich gezeigt, dass das Zusammenleben in Heilbronn von einer starken funktionierenden Bürgerschaft geprägt sei, die Verantwortung übernimmt. Heilbronn sei ein Musterbeispiel an Integration. »Humanismus und Bürgerlichkeit im besten Sinne gehen hier zusammen«, sagt er und ergänzt: »Den Leuten geht es gut, sie können sich das leisten.«
Zusammen mit seiner Partnerin Sylvia Bretschneider zieht Alejandro Quintana nun ins Mecklenburgische Feldberg, in die Nähe von Familie und Freunden. Den Ort und die Menschen dort kennen die beiden aus vielen Urlauben, da wollen sie leben und, so ist es verabredet, zusammen mit der Gemeinde kulturelle Projekte für Menschen der unterschiedlichsten Altersgruppen entwickeln. Außerdem warten auf Alejandro Quintana Aufgaben als Schauspieldozent und Regieaufträge von verschiedenen Theatern. Zudem wird er mindestens alle 18 Monate in Chile ein Schauspiel realisieren. Seine jüngste Inszenierung »Fausto sudaca« feierte im Dezember Premiere in Santiago de Chile und wurde von der Kritik überschwänglich gefeiert. »Ein mitreißendes und faszinierendes Stück Theater, was vor allem auch der Inszenierung Alejandro Quintanas geschuldet ist. Dem Chefregisseur am Theater Heilbronn gelingt es, seine Ansprüche an das Bühnenspiel glänzend einzulösen: ›Das Theater muss durch Augen und Ohren dringen, auf den Magen schlagen und den Kopf erreichen. Sehen, fühlen, eine Katharsis ermöglichen und das Denken anregen‹«, heißt es in einer Kritik. Typisch Alejandro!
Deshalb ist es schön, dass er Heilbronn auch weiterhin als Regisseur verbunden bleibt. Aber erst einmal freuen wir uns auf seinen »Don Quijote«.

Aus der Fantasie der Kinder wird „Die Entstehung von Gut und Böse“

Langeweile in den Ferien? Auf keinen Fall, denn in der Woche vom 17. -20. Mai gab es wieder das Pfingstferienprojekt mit Kindern aus Heilbronn und Umgebung. Unter der Leitung von Natascha Mundt, Christina Rieth und Rebecca Nick sollten die Kinder in dieser Woche versuchen, ein Stück auf die Beine zu stellen, was am Ende der Woche die Eltern vorgeführt bekommen. Als Inspiration schauten wir uns zuallererst am Dienstag das Stück „Werkstatt der Schmetterlinge“, in dem es um junge Erfinder geht, in der BOXX an. Anschließend lernten wir uns erst mal kennenlernen und das erste Brainstorming wurde betrieben. Welche Figuren gab es in dem Stück? Welche Tiere gab es? Was für Eigenschaften hatten die Figuren? In den nächsten Tagen machten wir gemeinsam immer wieder Übungen mit den Kindern, welche als Vorbereitung für das Schauspielen helfen sollen. Dazu übten die Kinder Techniken wie lautes Reden auf der Bühne oder Improvisation mit den Requisiten. Durch die Improvisation erfanden die Kinder zum Beispiel aus den „Zutaten“: Buch, Muschel und Helm eine Zeitmaschine. Anschließend wurden die ersten Vorschläge für das eigene Stück überlegt, welche nicht gerade wenig waren. Wir versuchten alle Ideen und Vorschläge der Kinder einzubauen. Ein Krimi mit einer Entführung, ganz viel Spannung aber auch eine Geschichte über Freundschaft war daraus entstand mit dem Titel: „Die Entstehung von Gut und Böse“. In diesem Stück geht es um drei gute Erfinder und ihre drei Freunde, welche von den drei bösen Erfindern entführt werden, denn sie wollen, dass das Böse die Welt beherrscht. Dagegen kann nur ein zauberhaftes Wesen helfen, das alle in seinen Bann zieht. Deshalb bekommen die drei guten Erfinder von den drei weisen Alten den Auftrag ein Insekt zu erfinden, welches so gut fliegen kann wie ein Vogel und so schön ist wie eine Blume, um die bösen Erfinder zu schlagen und ihre Freunde zu befreien. Die Ferienkinder fanden die Idee super. Also ging es sofort los die Rollen einzuteilen. Obwohl fast alle auf der guten Seite sein wollten, konnte durch paar Runden Schnick Schnack Schnuck entschieden werden, wer die drei guten Erfinder spielen darf. Letztlich konnten wir die Kinder aber auch davon überzeugen, dass die bösen Helden auch sehr spannend sind. Damit die Figuren auch einen eigenen Charakter entwickeln, sollten sich die Kinder zu verschiedenen Gefühlen und Situationen überlegen, wie ihre Figur dabei aussieht und reagieren würde. Anschließend wurden in den Gruppen die Szenen, die das Stück füllen, vorbereitet und natürlich fleißig an Text und Ablauf geübt. Für das Stückende haben die Kinder auch noch ganz viele Schmetterlinge gebastelt, die die Familien bekommen sollten. Am Premierentag wurde nochmal intensiv geprobt, und bei einigen Kinder stieg die Aufregung. Doch bevor es losging gab es für alle noch ein gemeinsames Mittagsessen, bei dem jeder sich nochmal ausruhen konnte, aber dann ging es auch schon los. Die Premiere war ein super Erfolg und den Familien hat es auch sehr gefallen. Die Kinder waren froh, dass alles so gut geklappt hat, und wir waren es auch. Wir und die Kinder hatten in dieser Woche viel Spaß zusammen und hoffen dass es nächstes Jahr wieder so toll wird.
Rebecca Nick, 
7 Jahre, Auszubildende als Foto- und Medientechnische Assistentin, Praktikantin für 4 Wochen im Theater Heilbronn

IM NETZ – Das Spiel zum Stück!

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Am 03.06.2016 ist Premiere unserer Uraufführung des Jugendstückes IM NETZ in der BOXX, aber schon jetzt könnt ihr einen kleinen Vorgeschmack auf das Thema bekommen. Einzige Voraussetzung: Ein Smartphone und Internet. Begleitet uns auf eine interaktive Reise ins Netz, spielt mit uns und genießt bei eurem Theaterbesuch einen Informationsvorteil vor den anderen im Publikum. Um zu spielen benötigt Ihr die App „TotoRun“ auf eurem Apple oder Android Smartphone.

Diese könnt Ihr hier herunterladen.

Zum Starten scannt Ihr mit der App den untenstehenden QR-Code und los gehts.

 

Frech, frecher, Sams

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Zwischen dem ersten Sams-Buch „Eine Woche voller Samstage“ und heute liegen nunmehr 43 Jahre. Doch das Sams denkt nicht daran aufzuhören, Frau Rotkohl und seinen „Vater“, Herr Taschenbier, auf seine freche Art und Weise auf die Palme zu bringen.

Es ist eine Fantasiefigur, die aus der Feder des Autors Paul Maar stammt. Paul Maar ist inzwischen 78 Jahre alt und dachte schon daran, seine Sams-Reihe nicht mehr fortzuführen. Doch viele seiner kleinen und großen Fans wollten wissen, wie sich so zwei unterschiedliche Charaktere wie Frau Rotkohl und Herr Taschenbier zu einem Liebespaar verbinden können. Aus diesem Grund heraus entstand „Ein Sams zu viel“, das 2015 erschien. Es spielt zwischen „Eine Woche voller Samstage“ und am „Samstag kam das Sams zurück“ aus dem Jahr 1980. Es handelt davon, dass Herr Taschenbier aus Unachtsamkeit Frau Rotkohl ein Sams herbeiwünscht. Wir kennen das: Samse haben keine Sommersprossen, sondern Wunschpunkte. Wenn sich Herr Taschenbier etwas wünscht, verschwindet ein Wunschpunkt aus dem Gesicht des Sams.

Aus dieser Vorgeschichte las der Autor Paul Maar am 29. April im Rahmen der 22. Kinder- und Jugendliteraturtage in der BOXX. Die Lesung war restlos ausverkauft und man sah den Kindern schon vor Beginn die Freude in die Augen geschrieben. Als sich Paul Maar im Foyer der BOXX hat blicken lassen, war er sofort von einer Kindergruppe umgeben. Gerne gab er seinen kleinen Fans Autogramme.

Zu Beginn der Lesung verriet der Sams-Erfinder sogleich, dass er nicht nur ein begabter Kinderbuch-Autor sei, sondern auch Zeichner. Er zeichnete auf ein Flipchart die Anfangsstriche von verschiedenen Tieren, die Kinder mussten erraten, welches Tier er gerade zeichnete. Schon bald errieten sie alle Tiere, deren Anfangsbuchstaben den Satz „Mein Name ist Paul Maar“ bildeten. Bevor es an das eigentliche Buch „Ein Sams zu viel“ ging begeisterte er Klein und Groß mit liebevollen Gedichtspassagen, ebenfalls aus seiner endlosen Fantasieschmiede. Für heiteres Lachen sorgte vor allem das Gedicht „Jaguar und Neinguar“. Selbst den Großen standen die Tränen vor Lachen im Gesicht, viele waren selbst in den 70ern und 80ern noch die kleinen Sams-Fans, die heute ihre Kinder sind.

Nun zur Aufklärung, wie es zur Heirat zwischen Frau Rotkohl und Herr Taschenbier kam. Man konnte es in den Textpassagen, die er vorlas, erraten. Das Sams, dass nach dem unachtsamen Wunsch von Herr Taschenbier nun bei Frau Rotkohl wohnt, ist das genaue Gegenteil zum frechen, vorlauten Sams von Herr Taschenbier. Es ist sehr schüchtern, fast schon peinlich höflich und ist Vegetarier. Frau Rotkohl merkt, wie schwer es ist, ein Sams zu beherbergen und ihre Wut auf Herr Taschenbier und sein Sams verfliegt langsam aber sicher. Wie sagt man doch: Ungerechtigkeit erfährt man erst, wenn sie einen selbst einholt.

Das junge Publikum lauschte Paul Maar gespannt, er erntete für seinen lebendigen Vortrag am Ende tosenden Beifall. In einer angeschlossenen Fragerunde stellte sich der Autor den Fragen der Kinder. Jeder weiß: Kinderfragen sind direktesten, unvoreingenommensten überhaupt. Es folgte ein Autogrammmarathon. Die Kleinen wollten nicht die Chance verstreichen lassen, ihr persönliches Sams-Buch vom Erfinder selbst signieren zu lassen.

Max Ehrenfeld fühlte sich bei der Lesung von Paul Maar selbst in seine eigene Kindheit zurückversetzt. Erwachsen wird man ja aber nie so richtig, das Kind in einem bleibt immer da. Er ist Praktikant für drei Monate in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters Heilbronn.

Lest Bücher!

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Im Rahmen der 22. Kinder- und Jugendliteraturtage Baden-Württemberg, die vom 04. April bis 13. Mai in Heilbronn stattfinden, lesen bekannte Heilbronner Persönlichkeiten wie OB Harry Mergel in seinem Büro im Rathaus oder der Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas auf dem Gelände der Buga 2019 Kindern vor.

Am 19. April waren der Intendant des Theaters Heilbronn, Axel Vornam und die Heilbronner Theaterschauspielerin Katharina Voß an der Reihe. Tief im Keller des Theaterhauses empfingen die beiden Schüler der fünften Klasse der Helene-Lange-Realschule Heilbronn. Ausgeleuchtet wurde der Raum mit buntem Neon-Licht, das eine tolle Atmosphäre schuf.

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft, in denen jeder anscheinend nur noch vor seinem Smartphone hängt, ist „analoges“ Bücherlesen in den Augen von Kindern und Jugendlichen nur noch eine Sache, die Oma und Opa machen. Axel Vornam appellierte gleich zu Beginn an die junge Hörerschaft, dass das Lesen von Büchern einem sehr viel mitgeben kann, „viel mehr als es ein Smartphone je könnte“. Früher kam er überhaupt nicht weg von seinen Büchern. „Ich schleppte sie stapelweise aus der Bibliothek heraus“, verrät Axel Vornam. Bücher eröffnen einem eine fantastische Welt. Jeder, der nicht mehr von einem Buch wegkam, weil es so unglaublich spannend war, weiß wovon er spricht.

Katharina Voß und Axel Vornam wählten für die Lesung das Buch „Die Seltsamen“ Schon mit 17 Jahren schrieb Stefan Bachmann „Die Seltsamen“ in englischer Sprache, bevor es 2012 ins Deutsche übersetzt wurde.

Die Szenerie spielt im London des 19. Jahrhunderts. Die Reise führt uns also zurück ins Viktorianische Zeitalter. Die Hauptperson des Buches, Barholomew Kettle (kurz: Barthy), findet sich hässlich. Er ist ein magisches Wesen, halb Mensch, halb Feenwesen. Von den normalen Bewohnern der Erde einfach nur „der Seltsame“ genannt. Doch auf mysteriöse Art und Weise verschwinden Wesen wie Barthy und scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Eines Tages erhascht er von seinem Zimmerfenster aus eine geheimnisvolle Dame, die einen „Seltsamen“ mit sich verschwinden lässt. In seiner Unachtsamkeit verrät er sich am Fenster und die Dame bemerkt ihn. Der Einzige, der Barthy helfen kann oder will, so scheint es, ist ein tollpatschiger junger Politiker. Doch Barthy ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe wird er sein.

Eine spannende Handlung, nicht alles wurde den Kindern vorgelesen, doch das was sie zu hören bekamen, ließ sie aufmerksam zuhören. Einen großen Anteil daran hatten die lebhaften Vorträge von Katharina Voß und Axel Vornam. Im Anschluss daran gab es noch eine kleine Fragerunde. Das Spektrum der Fragen war breit: „Wie viele Zuschauer passen ins Theater?“ oder „Seit wann hat das Heilbronner Theater in seiner heutigen Form Bestand?“. Dazwischen mogelten sich sehr direkte Fragen, die in dieser Form nur Kinder stellen können: „Wie alt sind Sie?“. Axel Vornam wollte sich erst vor der Frage drücken, gab dann aber doch die erwartet ehrliche Antwort. Einer Frau stellt man solche Fragen grundsätzlich nicht, aus diesem Grund ließ Katharina Voß hier die Antwort aus.

So ging ein schöner Vormittag zu Ende. Was alle mit nach Hause genommen haben, ist der Appell vom Anfang: „Lest Bücher!“.

Max Ehrenfeld kann dem Appell von Axel Vornam nur zustimmen. Das Lesen von Büchern gibt einem sehr viel mit auf den Weg in die Zukunft. Gerade liest er den Roman „Stiller“ von Max Frisch. Max ist für drei Monate Praktikant in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters Heilbronn.

Eine Reise in die Walachei

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Mit dem Spiel „Die Reise in die Walachei“ beginnt für die Schüler einer Klasse vom Theodor-Heuss Gymnasium am Freitagmorgen der Workshop zu „Tschick“.

Ähnlich wie bei „Die Reise nach Jerusalem“ müssen die Jugendlichen hier zu Musik um eine Reihe von Stühlen laufen. Jedoch scheiden hier keine Spieler aus, sondern Stühle. Das heißt: Die Schüler müssen versuchen, gemeinsam auf so wenigen Stühlen wie möglich zu sitzen oder zu stehen. Hauptsache am Ende berühren keine Füße den Boden. Mit sehr viel Teamwork hat es die Klasse geschafft zusammen auf sechs Stühlen zu stehen.

Danach geht es mit einem Figurenlauf quer über die Probebühne weiter. Jeder bekommt eine Karte mit dem Namen einer Figur aus dem Roman „Tschick“ und deren Eigenschaften und muss diese ohne zu Sprechen imitieren. Anfangs sind alle noch sehr unsicher in ihren Bewegungen, aber nach und nach verlieren sie die Angst und stellen die Figuren immer besser dar.

Dann tauschen sie mit den Klassenkameraden ihre Karten, jetzt hat jeder eine neue Karte und damit eine andere Figur. Diese müssen sie nun wieder verkörpern. Ich versuche die vielen verschiedenen Figuren zu erraten.

Weiter geht es mit kleinen Gruppen. Jede Gruppe bekommt wieder einen Zettel, auf dem Namen stehen und eine Situation beschrieben wird. Zum Beispiel: Tschicks erster Tag an der Schule, als er vor der Klasse steht. Zu dieser Situation müssen die Schüler nun ein Standbild erstellen, das sich die Klasse ansehen kann und dadurch erraten soll, um welche Szene es sich handelt.

Als nächstes sollten sich die Schüler zu ihren Standbildern eine kleine Geschichte ausdenken, in der das Standbild entweder die Ausgangsposition ist oder den Schluss bildet und diese Geschichte spielen. Dabei entstanden die unterschiedlichsten Szenen, von der Gerichtsverhandlung bis hin zu einer Autofahrt.

Danach ging es auch schon los in die anschließende Vorstellung des Stückes „Tschick“ in der BOXX.

Verfasst wurde der Blogeintrag von der 15-jährigen Lea Bachert, die für eine Woche Bogy-Praktikantin in der theaterpädagogischen Abteilung des Theaters Heilbronn war.