In der Katastrophe wird die Wahrheit offenbar

 »Der Besuch der alten Dame« ab 23. September im Großen Haus

besuch-der-alten-dameEs ist »eine Geschichte, die sich irgendwo in Mitteleuropa ereignet, geschrieben von einem, der sich von diesen Leuten durchaus nicht distanziert und der sich nicht sicher ist, ob er anders handeln würde.« So beschreibt es Friedrich Dürrenmatt in seinen Anmerkungen zu »Der Besuch der alten Dame«. Das Stück spielt in Güllen, einer Kleinstadt, die sich in einer wirtschaftlichen Krise befindet. Es gibt viele Arbeitslose und die Industrie ist zusammengebrochen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Claire Zachanassian, inzwischen die reichste Frau der Welt, hat ihren Besuch angekündigt, und so hoffen die Bewohner, dass die alte Dame, die selbst aus Güllen stammt, ihnen mit einer großzügigen Geldspende aus der Not helfen wird. Sie ist tatsächlich gekommen, um ihrer Heimatstadt zu helfen, aber sie verlangt im Gegenzug Gerechtigkeit. Claire, die damals noch Klara Wäscher hieß, musste Güllen vor vielen Jahren gedemütigt verlassen, nachdem sie von ihrem früheren Liebhaber Alfred Ill erst geschwängert und dann sitzengelassen wurde. Um der Vaterschaftsklage zu entgehen, hat er im Prozess Zeugen bestochen, die angaben, auch mit Klara geschlafen zu haben. Klara musste dadurch einerseits schmerzhaft erfahren, dass Liebe kein verlässlicher Wert ist und andererseits, dass man alles kaufen kann, Waren wie Menschen. Durch das Gerichtsurteil wurde sie zur Hure, zum Sinnbild der käuflichen Liebe. Und so ist es nicht die Wohltätigkeit, die sie treibt, sondern vielmehr der Wunsch nach Rache. Und sie kann es sich leisten. Denn mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Sie kommt zu Stückbeginn mit ihrem siebten Ehemann und einer Schar merkwürdiger Bediensteter angereist. Nun stellt sie die Bedingungen, denn sie hat die Finanzkraft. Und so verspricht sie eine Milliarde für Güllen – 500 Millionen für die Stadt, 500 Millionen verteilt auf alle Bürger – wenn jemand das Unrecht, das ihr angetan wurde, wiedergutmacht. Eine Milliarde, wenn jemand Alfred Ill tötet. Natürlich lehnt die Bevölkerung das Angebot zunächst aus moralischen Gründen ab. Doch schon bald beginnen die Menschen zu konsumieren, auf Kredit zu kaufen und sich immer mehr in den Maschen der Ökonomie zu verfangen.
Für Regisseurin Uta Koschel steht in diesem Stück jedoch nicht das menschliche Fehlverhalten des Einzelnen im Zentrum. Ihr Interesse gilt vielmehr der Zwangsläufigkeit der Geschichte. Durch das Angebot der alten Dame wird etwas in Gang gesetzt, das nicht mehr aufzuhalten ist. Natürlich will niemand Ill töten. Doch die Verlockungen des Konsums sind in der Not zu groß und so offenbart sich die Leichtfertigkeit, mit der die Menschen auf Kredit kaufen, die Augen vor den Konsequenzen verschließend. In »Der Besuch der alten Dame« bestätigt sich die marxistische Grundaussage, nach der das Sein das Bewusstsein bestimmt. Anders ausgedrückt heißt das, dass die materiellen Lebensumstände das Denken prägen. Dürrenmatt versteht sich nicht als Therapeut, sondern als Diagnostiker und skeptischer Opponent, dessen Literatur das Publikum zu Irritation und kritischer Reflexion bewegen soll. Und in der Tat stellt sich die Frage bei jedem von uns: Was würden wir anstelle der Güllener tun? Ist die Aussicht auf schnellen Reichtum wirklich so einfach zu verwerfen, wie es in moralischem Sinne sein sollte? Lebt uns der Kapitalismus nicht genau das vor? Kapital schafft Macht über all jene, die weniger besitzen. Im privaten wie globalen Kontext. Auf politischer Ebene wird unsere Finanzkraft genutzt, um anderen Staaten zu helfen, ihnen gleichzeitig aber auch die Bedingungen für diese Hilfe vorzuschreiben. Und »sie sind gezwungen unsere Auflagen zu erfüllen, denn ohne uns werden sie da nicht mehr herauskommen« (IWF-Chefin Christine Lagarde).
Was wir brauchen, ist ein gesellschaftliches Gewissen. Der kategorische Imperativ, den Kant 1785 entwickelte, muss zu einer gesellschaftlichen, allgemeinen Aufgabe werden. »Doch unser heutiges Gewissen ist pervertiert. Es lautet nicht: Ich bin gut. Es lautet: Die anderen sind ja auch schlecht.« Das stellte Dürrenmatt schon 1961 fest. Und bis heute hat sich daran nichts verändert. Wir ziehen uns mit dieser Ansicht schlichtweg aus der Verantwortung. Der mit dem Besuch der alten Dame rapide einsetzende Verfall der, von den Güllenern zu Beginn des Stücks noch hoch gepriesenen, »christlich-humanistischen Werte« zeigt in erschütternder Weise, dass solche Traditionen einer zunehmenden Ökonomisierung aller Lebensumstände kaum etwas entgegenzusetzen haben.
Doch was können wir tun? Protestieren. Vielleicht. Besser wäre es aber unsere Haltungen und Handlungen zu reflektieren. Denn unsere Entscheidungen haben Einfluss auf eine Zukunft, die noch gestaltet werden kann. Dürrenmatt kommt 1969 in seinem »Monstervertrag über Gerechtigkeit und Recht« zu dem Ergebnis: »Nicht der Einzelne verändert die Wirklichkeit, die Wirklichkeit wird von allen verändert. Die Wirklichkeit sind wir alle, und wir sind immer nur Einzelne.«

Mit »Don Quijote« verabschiedet sich Alejandro Quintana als Chefregisseur

Alejandro QuintanaAcht Jahre lang hat Alejandro Quintana als Chefregisseur die künstlerische Entwicklung im Schauspiel des Theaters Heilbronn mitgeprägt. Jetzt verabschiedet er sich mit der Inszenierung des »Don Quijote« und geht mit 65 Jahren in den Un-Ruhestand, will heißen: in die freie berufliche Arbeit. »Denn richtige Theaterleute gehen nie in Pension«, sagt er. Der »Don Quijote« nach Cervantes ist ihm eine Herzensangelegenheit. Der Stoff hat in Lateinamerika, Quintana stammt aus Chile, mindestens die Bedeutung wie bei uns Goethes »Faust« und wurde von einer Jury aus 100 bekannten Schriftstellern 2002 zum besten Buch der Welt gekürt. Kein Wunder, meint Alejandro Quintana. Diese Geschichte über den verrückten Ritter ist, wenn man genauer hinschaut, ein zutiefst philosophisches Werk über das Leben in all seinen Facetten. Es geht um die Suche nach Gerechtigkeit, um tiefe Freundschaft, ums Scheitern und Weitermachen, um Träume, Utopien und darum, dass man alles wagen muss, damit sie wahr werden. Don Quijote prägt die Menschen in Lateinamerika von Kindesbeinen an. Er ist dort, wo das Leben viel schwieriger ist als hier in Deutschland, Trost und Ermunterung zum Aufbegehren zugleich. Dieser Held seiner Kindheit und Jugend hat Alejandro Quintana auch in seine zweite Heimat Deutschland begleitet, in der er seit 43 Jahren lebt. »Fast hätte ich den Luxus, in dem wir hier arbeiten können, als Selbstverständlichkeit gesehen«, sagt er. Aber als er 2014 nach über 40 Jahren wieder in Santiago de Chile inszeniert hat, wurde ihm bewusst, auf welcher Insel der Glückseligen wir leben; erst recht in einer wohlhabenden, prosperierenden Stadt wie Heilbronn.
Acht Jahre Heilbronn. Was wird für ihn bleiben? Erinnerungen an eine wunderbare Theaterzeit mit einem unglaublich interessierten Publikum, wie er es in keiner anderen Stadt bisher erlebt hat. Gute Schauspieler, die im Laufe der Jahre noch besser geworden sind und auf jeder Bühne bestehen könnten. Inszenierungen, von denen er sagt, es seien alles seine Kinder. »Das eine hat eine zu lange Nase, das nächste zu große Ohren – aber ich stehe zu ihnen und liebe jedes  auf seine Weise.« Heilbronn wird aber auch ewig mit einem der bittersten Momente seines Lebens verbunden sein: Ein Journalist hat versucht, mit gegen ihn gerichteten Stasi-Vorwürfen den Neuanfang am Theater unter Intendant Axel Vornam zu torpedieren. Und das, indem er diese gezielt zwei Tage vor dem Start der neuen Mannschaft in der Presse lancierte. Durch gründliche Recherchen anderer Medien erwiesen sich die Anschuldigungen schnell als unhaltbar. Mit dieser bedrohlichen Erfahrung ist aber auch eine seiner schönsten eng verbunden, sagt Alejandro Quintana: Die Haltung der Stadt Heilbronn, der Zuschauer und des Intendanten, die besonnen reagiert und ihm die Chance zur Aufklärung gegeben haben. Er ist immer noch berührt, wenn er an seine Eröffnungspremiere von »Nathan der Weise« denkt, als die Zuschauer im ausverkauften Saal minutenlang im Stehen applaudiert haben. »Ich habe die Stadt sehr zu schätzen gelernt«, sagt Alejandro Quintana. Denn schon damals habe sich gezeigt, dass das Zusammenleben in Heilbronn von einer starken funktionierenden Bürgerschaft geprägt sei, die Verantwortung übernimmt. Heilbronn sei ein Musterbeispiel an Integration. »Humanismus und Bürgerlichkeit im besten Sinne gehen hier zusammen«, sagt er und ergänzt: »Den Leuten geht es gut, sie können sich das leisten.«
Zusammen mit seiner Partnerin Sylvia Bretschneider zieht Alejandro Quintana nun ins Mecklenburgische Feldberg, in die Nähe von Familie und Freunden. Den Ort und die Menschen dort kennen die beiden aus vielen Urlauben, da wollen sie leben und, so ist es verabredet, zusammen mit der Gemeinde kulturelle Projekte für Menschen der unterschiedlichsten Altersgruppen entwickeln. Außerdem warten auf Alejandro Quintana Aufgaben als Schauspieldozent und Regieaufträge von verschiedenen Theatern. Zudem wird er mindestens alle 18 Monate in Chile ein Schauspiel realisieren. Seine jüngste Inszenierung »Fausto sudaca« feierte im Dezember Premiere in Santiago de Chile und wurde von der Kritik überschwänglich gefeiert. »Ein mitreißendes und faszinierendes Stück Theater, was vor allem auch der Inszenierung Alejandro Quintanas geschuldet ist. Dem Chefregisseur am Theater Heilbronn gelingt es, seine Ansprüche an das Bühnenspiel glänzend einzulösen: ›Das Theater muss durch Augen und Ohren dringen, auf den Magen schlagen und den Kopf erreichen. Sehen, fühlen, eine Katharsis ermöglichen und das Denken anregen‹«, heißt es in einer Kritik. Typisch Alejandro!
Deshalb ist es schön, dass er Heilbronn auch weiterhin als Regisseur verbunden bleibt. Aber erst einmal freuen wir uns auf seinen »Don Quijote«.

Aus der Fantasie der Kinder wird „Die Entstehung von Gut und Böse“

Langeweile in den Ferien? Auf keinen Fall, denn in der Woche vom 17. -20. Mai gab es wieder das Pfingstferienprojekt mit Kindern aus Heilbronn und Umgebung. Unter der Leitung von Natascha Mundt, Christina Rieth und Rebecca Nick sollten die Kinder in dieser Woche versuchen, ein Stück auf die Beine zu stellen, was am Ende der Woche die Eltern vorgeführt bekommen. Als Inspiration schauten wir uns zuallererst am Dienstag das Stück „Werkstatt der Schmetterlinge“, in dem es um junge Erfinder geht, in der BOXX an. Anschließend lernten wir uns erst mal kennenlernen und das erste Brainstorming wurde betrieben. Welche Figuren gab es in dem Stück? Welche Tiere gab es? Was für Eigenschaften hatten die Figuren? In den nächsten Tagen machten wir gemeinsam immer wieder Übungen mit den Kindern, welche als Vorbereitung für das Schauspielen helfen sollen. Dazu übten die Kinder Techniken wie lautes Reden auf der Bühne oder Improvisation mit den Requisiten. Durch die Improvisation erfanden die Kinder zum Beispiel aus den „Zutaten“: Buch, Muschel und Helm eine Zeitmaschine. Anschließend wurden die ersten Vorschläge für das eigene Stück überlegt, welche nicht gerade wenig waren. Wir versuchten alle Ideen und Vorschläge der Kinder einzubauen. Ein Krimi mit einer Entführung, ganz viel Spannung aber auch eine Geschichte über Freundschaft war daraus entstand mit dem Titel: „Die Entstehung von Gut und Böse“. In diesem Stück geht es um drei gute Erfinder und ihre drei Freunde, welche von den drei bösen Erfindern entführt werden, denn sie wollen, dass das Böse die Welt beherrscht. Dagegen kann nur ein zauberhaftes Wesen helfen, das alle in seinen Bann zieht. Deshalb bekommen die drei guten Erfinder von den drei weisen Alten den Auftrag ein Insekt zu erfinden, welches so gut fliegen kann wie ein Vogel und so schön ist wie eine Blume, um die bösen Erfinder zu schlagen und ihre Freunde zu befreien. Die Ferienkinder fanden die Idee super. Also ging es sofort los die Rollen einzuteilen. Obwohl fast alle auf der guten Seite sein wollten, konnte durch paar Runden Schnick Schnack Schnuck entschieden werden, wer die drei guten Erfinder spielen darf. Letztlich konnten wir die Kinder aber auch davon überzeugen, dass die bösen Helden auch sehr spannend sind. Damit die Figuren auch einen eigenen Charakter entwickeln, sollten sich die Kinder zu verschiedenen Gefühlen und Situationen überlegen, wie ihre Figur dabei aussieht und reagieren würde. Anschließend wurden in den Gruppen die Szenen, die das Stück füllen, vorbereitet und natürlich fleißig an Text und Ablauf geübt. Für das Stückende haben die Kinder auch noch ganz viele Schmetterlinge gebastelt, die die Familien bekommen sollten. Am Premierentag wurde nochmal intensiv geprobt, und bei einigen Kinder stieg die Aufregung. Doch bevor es losging gab es für alle noch ein gemeinsames Mittagsessen, bei dem jeder sich nochmal ausruhen konnte, aber dann ging es auch schon los. Die Premiere war ein super Erfolg und den Familien hat es auch sehr gefallen. Die Kinder waren froh, dass alles so gut geklappt hat, und wir waren es auch. Wir und die Kinder hatten in dieser Woche viel Spaß zusammen und hoffen dass es nächstes Jahr wieder so toll wird.
Rebecca Nick, 
7 Jahre, Auszubildende als Foto- und Medientechnische Assistentin, Praktikantin für 4 Wochen im Theater Heilbronn

IM NETZ – Das Spiel zum Stück!

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Am 03.06.2016 ist Premiere unserer Uraufführung des Jugendstückes IM NETZ in der BOXX, aber schon jetzt könnt ihr einen kleinen Vorgeschmack auf das Thema bekommen. Einzige Voraussetzung: Ein Smartphone und Internet. Begleitet uns auf eine interaktive Reise ins Netz, spielt mit uns und genießt bei eurem Theaterbesuch einen Informationsvorteil vor den anderen im Publikum. Um zu spielen benötigt Ihr die App „TotoRun“ auf eurem Apple oder Android Smartphone.

Diese könnt Ihr hier herunterladen.

Zum Starten scannt Ihr mit der App den untenstehenden QR-Code und los gehts.

 

Frech, frecher, Sams

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Zwischen dem ersten Sams-Buch „Eine Woche voller Samstage“ und heute liegen nunmehr 43 Jahre. Doch das Sams denkt nicht daran aufzuhören, Frau Rotkohl und seinen „Vater“, Herr Taschenbier, auf seine freche Art und Weise auf die Palme zu bringen.

Es ist eine Fantasiefigur, die aus der Feder des Autors Paul Maar stammt. Paul Maar ist inzwischen 78 Jahre alt und dachte schon daran, seine Sams-Reihe nicht mehr fortzuführen. Doch viele seiner kleinen und großen Fans wollten wissen, wie sich so zwei unterschiedliche Charaktere wie Frau Rotkohl und Herr Taschenbier zu einem Liebespaar verbinden können. Aus diesem Grund heraus entstand „Ein Sams zu viel“, das 2015 erschien. Es spielt zwischen „Eine Woche voller Samstage“ und am „Samstag kam das Sams zurück“ aus dem Jahr 1980. Es handelt davon, dass Herr Taschenbier aus Unachtsamkeit Frau Rotkohl ein Sams herbeiwünscht. Wir kennen das: Samse haben keine Sommersprossen, sondern Wunschpunkte. Wenn sich Herr Taschenbier etwas wünscht, verschwindet ein Wunschpunkt aus dem Gesicht des Sams.

Aus dieser Vorgeschichte las der Autor Paul Maar am 29. April im Rahmen der 22. Kinder- und Jugendliteraturtage in der BOXX. Die Lesung war restlos ausverkauft und man sah den Kindern schon vor Beginn die Freude in die Augen geschrieben. Als sich Paul Maar im Foyer der BOXX hat blicken lassen, war er sofort von einer Kindergruppe umgeben. Gerne gab er seinen kleinen Fans Autogramme.

Zu Beginn der Lesung verriet der Sams-Erfinder sogleich, dass er nicht nur ein begabter Kinderbuch-Autor sei, sondern auch Zeichner. Er zeichnete auf ein Flipchart die Anfangsstriche von verschiedenen Tieren, die Kinder mussten erraten, welches Tier er gerade zeichnete. Schon bald errieten sie alle Tiere, deren Anfangsbuchstaben den Satz „Mein Name ist Paul Maar“ bildeten. Bevor es an das eigentliche Buch „Ein Sams zu viel“ ging begeisterte er Klein und Groß mit liebevollen Gedichtspassagen, ebenfalls aus seiner endlosen Fantasieschmiede. Für heiteres Lachen sorgte vor allem das Gedicht „Jaguar und Neinguar“. Selbst den Großen standen die Tränen vor Lachen im Gesicht, viele waren selbst in den 70ern und 80ern noch die kleinen Sams-Fans, die heute ihre Kinder sind.

Nun zur Aufklärung, wie es zur Heirat zwischen Frau Rotkohl und Herr Taschenbier kam. Man konnte es in den Textpassagen, die er vorlas, erraten. Das Sams, dass nach dem unachtsamen Wunsch von Herr Taschenbier nun bei Frau Rotkohl wohnt, ist das genaue Gegenteil zum frechen, vorlauten Sams von Herr Taschenbier. Es ist sehr schüchtern, fast schon peinlich höflich und ist Vegetarier. Frau Rotkohl merkt, wie schwer es ist, ein Sams zu beherbergen und ihre Wut auf Herr Taschenbier und sein Sams verfliegt langsam aber sicher. Wie sagt man doch: Ungerechtigkeit erfährt man erst, wenn sie einen selbst einholt.

Das junge Publikum lauschte Paul Maar gespannt, er erntete für seinen lebendigen Vortrag am Ende tosenden Beifall. In einer angeschlossenen Fragerunde stellte sich der Autor den Fragen der Kinder. Jeder weiß: Kinderfragen sind direktesten, unvoreingenommensten überhaupt. Es folgte ein Autogrammmarathon. Die Kleinen wollten nicht die Chance verstreichen lassen, ihr persönliches Sams-Buch vom Erfinder selbst signieren zu lassen.

Max Ehrenfeld fühlte sich bei der Lesung von Paul Maar selbst in seine eigene Kindheit zurückversetzt. Erwachsen wird man ja aber nie so richtig, das Kind in einem bleibt immer da. Er ist Praktikant für drei Monate in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters Heilbronn.

Lest Bücher!

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Im Rahmen der 22. Kinder- und Jugendliteraturtage Baden-Württemberg, die vom 04. April bis 13. Mai in Heilbronn stattfinden, lesen bekannte Heilbronner Persönlichkeiten wie OB Harry Mergel in seinem Büro im Rathaus oder der Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas auf dem Gelände der Buga 2019 Kindern vor.

Am 19. April waren der Intendant des Theaters Heilbronn, Axel Vornam und die Heilbronner Theaterschauspielerin Katharina Voß an der Reihe. Tief im Keller des Theaterhauses empfingen die beiden Schüler der fünften Klasse der Helene-Lange-Realschule Heilbronn. Ausgeleuchtet wurde der Raum mit buntem Neon-Licht, das eine tolle Atmosphäre schuf.

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft, in denen jeder anscheinend nur noch vor seinem Smartphone hängt, ist „analoges“ Bücherlesen in den Augen von Kindern und Jugendlichen nur noch eine Sache, die Oma und Opa machen. Axel Vornam appellierte gleich zu Beginn an die junge Hörerschaft, dass das Lesen von Büchern einem sehr viel mitgeben kann, „viel mehr als es ein Smartphone je könnte“. Früher kam er überhaupt nicht weg von seinen Büchern. „Ich schleppte sie stapelweise aus der Bibliothek heraus“, verrät Axel Vornam. Bücher eröffnen einem eine fantastische Welt. Jeder, der nicht mehr von einem Buch wegkam, weil es so unglaublich spannend war, weiß wovon er spricht.

Katharina Voß und Axel Vornam wählten für die Lesung das Buch „Die Seltsamen“ Schon mit 17 Jahren schrieb Stefan Bachmann „Die Seltsamen“ in englischer Sprache, bevor es 2012 ins Deutsche übersetzt wurde.

Die Szenerie spielt im London des 19. Jahrhunderts. Die Reise führt uns also zurück ins Viktorianische Zeitalter. Die Hauptperson des Buches, Barholomew Kettle (kurz: Barthy), findet sich hässlich. Er ist ein magisches Wesen, halb Mensch, halb Feenwesen. Von den normalen Bewohnern der Erde einfach nur „der Seltsame“ genannt. Doch auf mysteriöse Art und Weise verschwinden Wesen wie Barthy und scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Eines Tages erhascht er von seinem Zimmerfenster aus eine geheimnisvolle Dame, die einen „Seltsamen“ mit sich verschwinden lässt. In seiner Unachtsamkeit verrät er sich am Fenster und die Dame bemerkt ihn. Der Einzige, der Barthy helfen kann oder will, so scheint es, ist ein tollpatschiger junger Politiker. Doch Barthy ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe wird er sein.

Eine spannende Handlung, nicht alles wurde den Kindern vorgelesen, doch das was sie zu hören bekamen, ließ sie aufmerksam zuhören. Einen großen Anteil daran hatten die lebhaften Vorträge von Katharina Voß und Axel Vornam. Im Anschluss daran gab es noch eine kleine Fragerunde. Das Spektrum der Fragen war breit: „Wie viele Zuschauer passen ins Theater?“ oder „Seit wann hat das Heilbronner Theater in seiner heutigen Form Bestand?“. Dazwischen mogelten sich sehr direkte Fragen, die in dieser Form nur Kinder stellen können: „Wie alt sind Sie?“. Axel Vornam wollte sich erst vor der Frage drücken, gab dann aber doch die erwartet ehrliche Antwort. Einer Frau stellt man solche Fragen grundsätzlich nicht, aus diesem Grund ließ Katharina Voß hier die Antwort aus.

So ging ein schöner Vormittag zu Ende. Was alle mit nach Hause genommen haben, ist der Appell vom Anfang: „Lest Bücher!“.

Max Ehrenfeld kann dem Appell von Axel Vornam nur zustimmen. Das Lesen von Büchern gibt einem sehr viel mit auf den Weg in die Zukunft. Gerade liest er den Roman „Stiller“ von Max Frisch. Max ist für drei Monate Praktikant in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters Heilbronn.

Eine Reise in die Walachei

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Mit dem Spiel „Die Reise in die Walachei“ beginnt für die Schüler einer Klasse vom Theodor-Heuss Gymnasium am Freitagmorgen der Workshop zu „Tschick“.

Ähnlich wie bei „Die Reise nach Jerusalem“ müssen die Jugendlichen hier zu Musik um eine Reihe von Stühlen laufen. Jedoch scheiden hier keine Spieler aus, sondern Stühle. Das heißt: Die Schüler müssen versuchen, gemeinsam auf so wenigen Stühlen wie möglich zu sitzen oder zu stehen. Hauptsache am Ende berühren keine Füße den Boden. Mit sehr viel Teamwork hat es die Klasse geschafft zusammen auf sechs Stühlen zu stehen.

Danach geht es mit einem Figurenlauf quer über die Probebühne weiter. Jeder bekommt eine Karte mit dem Namen einer Figur aus dem Roman „Tschick“ und deren Eigenschaften und muss diese ohne zu Sprechen imitieren. Anfangs sind alle noch sehr unsicher in ihren Bewegungen, aber nach und nach verlieren sie die Angst und stellen die Figuren immer besser dar.

Dann tauschen sie mit den Klassenkameraden ihre Karten, jetzt hat jeder eine neue Karte und damit eine andere Figur. Diese müssen sie nun wieder verkörpern. Ich versuche die vielen verschiedenen Figuren zu erraten.

Weiter geht es mit kleinen Gruppen. Jede Gruppe bekommt wieder einen Zettel, auf dem Namen stehen und eine Situation beschrieben wird. Zum Beispiel: Tschicks erster Tag an der Schule, als er vor der Klasse steht. Zu dieser Situation müssen die Schüler nun ein Standbild erstellen, das sich die Klasse ansehen kann und dadurch erraten soll, um welche Szene es sich handelt.

Als nächstes sollten sich die Schüler zu ihren Standbildern eine kleine Geschichte ausdenken, in der das Standbild entweder die Ausgangsposition ist oder den Schluss bildet und diese Geschichte spielen. Dabei entstanden die unterschiedlichsten Szenen, von der Gerichtsverhandlung bis hin zu einer Autofahrt.

Danach ging es auch schon los in die anschließende Vorstellung des Stückes „Tschick“ in der BOXX.

Verfasst wurde der Blogeintrag von der 15-jährigen Lea Bachert, die für eine Woche Bogy-Praktikantin in der theaterpädagogischen Abteilung des Theaters Heilbronn war.

„Mehr Drama, Baby!“

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Das Motto zum zweiten bundesweiten Tag der Theaterpädagogik am Freitag lautet „Mehr Drama, Baby!“. Erneut wird die Vielfalt der theaterpädagogischen Arbeit bundesweit in verschiedenen Häusern präsentiert. Dabei darf das Junge Theater Heilbronn natürlich nicht fehlen. Unsere Theaterpädagoginnen, Katrin Singer und Ramona Klumbach, werden am Freitag zwei Workshops zum Stück Tschick anbieten.

Dabei findet eine direkte Verknüpfung zu aktuellen Inszenierungen statt, die die TeilnehmerInnen nach dem Workshop besuchen. Was dürfen sie am Freitag erwarten? „Spannende Spiele und viel Spaß“, verrät Ramona Klumbach.

Einen kleinen Ausblick in die nächste Spielzeit durfte ich sogar auch schon in Erfahrung bringen. Mit viel Stolz erklärt Ramona, dass „unsere Theaterclubs auf jeden Fall fortgeführt werden und zu jeder Premiere in der BOXX wird eigens eine Themenwoche zur Inszenierung veranstaltet.“

Allen TeilnehmerInnen wünschen wir viel Spaß und einen unvergesslichen Tag. Auf unserem Theaterblog wird es einen ausführlichen Bericht zu den Workshops am Freitag geben. Also, klickt euch rein!

Leider ist Max Ehrenfeld am 15. April verhindert. Ansonsten wäre er sicherlich Teil einer der zwei Workshops geworden. Max ist für drei Monate Praktikant in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters Heilbronn.

„Später ist bald vor gleich und kurz vor dann“

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„Sind wir endlich da? Oh nee, so lange noch!“ Eine typische Szene, die jeder mit Familie kennt. Man fährt mit dem Auto in Urlaub, nehmen wir mal an, es geht an den Bodensee. Eine Fahrt von knapp zwei Stunden, für Erwachsene eine gut auszuhaltende Zeitspanne, für Kinder dennoch eine quälend lange Zeit.

Weshalb verfliegt die Zeit manchmal wie im Flug? Gerade in den schönsten Momenten scheint sie viel zu schnell vorbei zu sein. Andererseits kann sie sich auch unerbittlich in die Länge ziehen, oftmals in Situationen, in denen man eigentlich schnell weg möchte. Das Phänomen der Zeit beschäftigt uns schon immer. Kann es sein, dass sie uns in gewissen Fällen auszutricksen vermag?

„Bis später“ heißt das Stück des Autoren Bernhard Studlar für Kinder ab vier Jahren. In der BOXX wird das Stück von Anne Tysiak inszeniert werden, ihr Debüt als Regisseurin.

Drei Darsteller repräsentieren drei Charaktere, die jeder so schon mal im echten Leben erlebt hat. Die Weggeherin, dezente Bluse, Rock und Ledertasche. Sie ist eine, die immer früh aufsteht, Frühsport treibt und pünktlich zur Arbeit erscheint. Ihre Lebenslust will sie auf ihren Partner übertragen, den Hierbleiber. Der will aber so überhaupt nicht dabei mitmachen und kommt nicht aus den Federn. Er besitzt auch keinen Job. Wie stellt man sich denn so eine Person vor? Na klar, verschlafene Augen und er trägt den ganzen Tag eine Jogginghose.

Die Weggeherin ist in Eile und muss zur Arbeit, da entschließt sich der Hierbleiber erst aufzustehen. „Bis später“ sagt sie zum Abschied. Doch in welchen Zeitrahmen kann man dieses „Bis später“ setzen? Ist es in ein paar Stunden, erst in einem Jahr oder nur noch einmal schlafen? Selbst dem Hierbleiber wird dieses quälende Warten irgendwann zu langweilig. Welch ein Glück, dass die Spaziergängerin ihm alsbald Gesellschaft leistet. An der Spaziergängerin erkennt man sofort ihre innige Beziehung zur Natur.

Sie wird durch die eigens konstruierte Zeitmaschine angeblich 140 Jahre in die Zukunft versetzt. Der Hierbleiber legt sie aber nur herein. Die Zeitmaschine ist liebevoll aufgebaut. Ein altes Fahrrad, das eigentlich zu nichts mehr taugt, lässt die Maschine über einen Seilzug anspringen. Die rotierenden Blätter, an deren Enden zum Beispiel eine alte Kinderschaufel befestigt ist, drehen sich in einem Tempo, dass einem fast schon schwindelig werden kann.

Was gemerkt? Gegenstände, die schon aus unserem Zeitzyklus herausgegangen zu sein scheinen, aber in der Zeitmaschine eine neue Funktion erlangen und so in den Zyklus zurückkehren. Der Hierbleiber bleibt in einem Zeitloch stecken. Diese Szene wird über einen Kriechtunnel überaus witzig inszeniert. Die Weggeherin und Spaziergängerin schaffen es aber, den Hierbleiber aus seinem Zeitloch zu befreien.

Das Stück bietet allerlei schöne Momente. Selbst eingespielte Musikeinlagen mit E-Gitarren, Blechtonnen und Styroporröhrchen sorgen für eine wunderschöne Atmosphäre, gerade für die Kleinsten. Doch für die Erwachsenen bietet die Inszenierung ebenfalls einigen Stoff zum Nachdenken über das Zeitphänomen. Denn selbst für sie ist und bleibt es ein ungelüftetes Geheimnis.

Was sind eigentlich die 55 Minuten Vorstellungsdauer? So viel sei verraten: Sie gehen viel zu schnell vorbei.

Könnte Max Ehrenfeld noch einmal Kleinkind sein, er würde seine Eltern dazu zwingen, mit ihm in dieses Stück zu gehen. Max ist für drei Monate Praktikant am Theater Heilbronn in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit.

Lampenfieber? Ade!

Mächtiges Lampenfieber vor Schulreferaten oder bei Vorträgen auf der Arbeit vor dem Chef. Das ist völlig natürlich und kann wohl niemand abstellen. Mit raffinierten Übungen und Tricks können wir alle aber zum selbstsichersten Vortragshalter der Welt werden! Doch wie kann man das genau anstellen, selbstsicherer aufzutreten? Der Theaterpädagogik-Workshop unter der Leitung von Katrin Singer steht deshalb unter dem Motto „Stimme, Wirkung, Präsenz“. In einer kleinen gemütlichen Runde in der Theaterwerkstatt im Wollhaus stellen sich die TeilnehmerInnen vor, Erzieherinnen und Erzieher, die viel mit kleinen Kindern zu tun haben. Diese öden Vorstellungsrunden sind doch aber mittlerweile überall zu finden. Aus diesem Grund peppt Katrin das Ganze auf und wir bilden einen Stimmkreis. In der ersten Stufe rufen wir unserem Partner rechts von uns mit viel Elan den Namen zu. So geht es in einem immer schnelleren Rhythmus immer weiter und weiter. Schon bald werden unsere Namen durch „Whiskeymixer“ und „Wachsmaske“ eingetauscht. Wer sich im Trommelfeuer der Wörter verhaspelt darf eine Ehrenrunde um den Kreis rennen, wie beim Kinderspiel „Blinde Kuh“. So verfliegen schon schnell die anfänglich vorhandene Nervosität und die Blockade in den Köpfen. Hinter allen Übungen steckt selbstverständlich auch ein Sinn. Ohne Mimik und Gestik kann man seiner eigenen Stimme keinen Ausdruck verleihen, sie bleibt inspirationslos, keiner möchte uns zuhören. Es wird geradewegs langweilig. Mimik und Gestik sind zwei wichtige Voraussetzungen für ein konstruktives Gespräch zwischen zwei Personen. Doch was gehört noch dazu? In Gruppen notieren sich die TeilnehmerInnen, was in einem Gespräch wichtig ist und dazu gehört. Neben einer angemessenen Körperhaltung ist der direkte Blickkontakt essentiell. Er signalisiert dem Gesprächspartner Interesse. Die Sprechgeschwindigkeit und die Lautstärke sind ebenfalls unmissverständliche Grundpfeiler. Sie sollten an die jeweilige Person beziehungsweise Situation angepasst werden. Einzig und allein mit unseren Blicken können wir schon sehr viel über uns verraten oder eine andere Person zum Beispiel einschüchtern, sie kleiner machen, uns unrechtmäßig über sie stellen. Um das zu verdeutlichen stellen wir uns gegenüber auf, jeder hat einen Blickkontaktpartner. Dann schauen wir uns mal gegenseitig abschätzend, aggressiv, vorwurfsvoll und arrogant an. Nicht ganz einfach, quasi auf Knopfdruck einen bestimmten Blick zu imitieren, doch alle meistern diese Übung mit Bravour. Der eine oder andere ist selbst über sich verwundert, wie schnell er oder sie so offen und mutig auftreten kann, und da ist noch nicht einmal die Hälfte des Workshops vorbei. Katrin Singer erklärt, dass es sogenannte „Hoch- und Tiefstatus“ gibt. Die Brust rausdrücken, ein offener Blick, das ist ein Hochstatus. Schüchterne Blicke ins Leere, eine zusammengekauerte Körperhaltung verdeutlichen hingegen einen Tiefstatus. Riesiger Spaß und viel Gelächter bahnt sich an. Die Teilnehmer sollen den Gang eines anderen Teilnehmers imitieren. Vielen fällt es sofort auf, wer sich selbst imitiert. Manche sind überrascht, da sie nicht wussten, dass bestimmte Merkmale ihres Ganges so prägnant sind. Die nächste Übung besteht darin, Gefühle zu spiegeln. Es werden zwei Gruppen gebildet. Die Gruppe, die gerade keine Gefühle spiegeln muss, soll die Gefühlslage der anderen möglichst exakt erraten. Das klappt erstaunlich gut. Wir erfahren, dass unsere innere Haltung immer zu sehen ist, zum Beispiel, wenn man einen Raum betritt. Eine neutrale Haltung gibt es nicht. Wer das versucht, kommt sehr negativ rüber und zeigt den anderen, dass man mit ihnen nichts zu tun haben möchte. Eine kleine Übung, die jeder vor einem Vortrag machen kann, gibt uns ein Gefühl der Selbstsicherheit. Die sogenannten „Powergesten“ verändern unseren Testosteronspiegel. Einfach vor dem Spiegel ausprobieren, Arme ausstrecken, die Siegerpose machen, das hilft Wunder. Nach einem langen, aufschlussreichen und lustigen Tag soll jede und jeder einen kleinen Vortrag halten. Das Thema kann frei erfunden oder wirklich so passiert sein. Und siehe da, wir bekommen neun unglaublich schöne und frei vorgetragene Geschichten zuhören. Alle sind selbst überrascht, wie selbstsicher sie nach fünf Stunden Workshop geworden sind. Lukas, einer der Teilnehmer, nimmt persönlich sehr viel mit nach Hause. „Einige neue Sachen durfte ich erfahren. In meiner Arbeit mit kleinen Kindern werden mir meine neuen Fähigkeiten sicher weiterhelfen, bei vielen Kindern einen kühlen Kopf zu bewahren.“ Max Ehrenfeld war nicht nur Zuschauer, sondern selbst Teil des Workshops und hat einige neue Erfahrungen mitgenommen, die in der Zukunft sehr nützlich werden können. Er ist für drei Monate Praktikant am Theater Heilbronn in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit.