Kreativ bleiben – Die Fritze-Challenge

Der Lockdown stellt nicht nur das Theater vor neue Herausforderungen, sondern auch unsere Kooperationsschulen.

Wie unsere Theaterpädagoginnen die Lehrkräfte in Schwung bringen und so den Online-Unterricht bereichern, konntet ihr in unserem letzten Blogartikel lesen. Doch auch die Schulen sind nicht untätig und werden kreativ im Lockdown.

So haben die Lernbegleiter Julia Frömel, Katja Röken und René Karl von der Fritz-Ulrich-Schule die Fritze-Challenge ins Leben gerufen. Die Schülerinnen und Schüler waren in ihrer Freizeit aufgefordert, verschiedene Aufgabenstellungen zu lösen, die sie in die Heilbronner Stadt und Umgebung führten. In verschiedenen Video-Challenges stellten Lehrkräfte und Kooperationspartner der Schule den Schülerinnen und Schülern Aufgaben, die sie kreativ lösen sollten. Zunächst galt es den Ort für die Aufgabe zu finden, im zweiten Schritt mussten Lösungen gefunden werden. Insgesamt gab es 30 Challenge-Orte. In Lerngruppen machten sich die Schülerinnen und Schüler auf und stellten sich den Herausforderungen.

Lisa Marie Roth, Levi Josua Schultz, Samira Brauch und Raunietta Dietze von der Fritz-Ulrich-Schule haben uns ganz besonders beindruckt.


Auch unsere Theaterpädagogik war als Kooperationspartner der Fritz-Ulrich-Schule mit von der Partie. Normalerweise besuchen die Klassen der Schule jährlich eine Aufführung im Theater, wobei sie theaterpädagogisch betreut werden. Das ist während Corona nicht möglich. Doch bleiben unsere Pädagoginnen auch in der Pandemie mit den Schulen in Kontakt (siehe den Beitrag vom 13. Mai 2021). Die Idee der Fritze-Challenge fanden unsere Theaterpädagoginnen so gut, dass sie gern eine Aufgabenstellung kreierten und Preise für die Verlosung spendeten.

Für die Challenge überlegte sich unsere Kollegin Christine Appelbaum eine besondere Herausforderung, deren Ergebnisse uns schwer beeindruckt haben. Die Aufgabenstellung könnt ihr im Video sehen.

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Der zu findende Ort war nicht schwer: Es ist der Brunnen vor dem Theater. Doch die Aufgabe, das Figurenensemble des Brunnens als Inspiration für eine selbstverfasste Kurzgeschichte zu nutzen, hatte es in sich. Umso beeindruckter waren wir von den Ergebnissen. Es sind vier bezaubernde Minierzählungen entstanden, die uns die Fritz-Ulrich-Schule nach erfolgreicher Beendigung der Fritze-Challenge schickte. Als wir die charmanten Storys lasen, waren wir so begeistert von den kreativen Ideen der Schülerinnen und Schüler, dass wir beschlossen, diese Geschichten mit dem Ensemble der BOXX unserem Publikum vorzustellen.

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Die Fritze-Challenge zeigt uns, wie die Heilbronner Schulen einen kreativen Umgang mit dem Lockdown finden, der die Schülerinnen und Schüler fördert und fordert. Welch kluge und charmante Geschichten dabei entstanden sind, wozu der Brunnen vorm Theater die Autorinnen und Autoren aus der 7. und 8. Klassenstufe der Fritz-Ulrich-Schule inspirierte, seht ihr diese Woche und die nächsten drei Montage in unserem Instagram-Kanal. Dort liest unser BOXX-Ensemble die vier Gewinnergeschichten der Video-Challenge vom Theater Heilbronn.

Schnell mal kreativ sein

Besuch beim Workshop: Stressabbau und Konzentrationssteigerung mit der Theaterpädagogik 

»Sitzen 13 Akademiker um 19.15 Uhr zusammen und machen Grimassen«, schreibt einer in die Chatkommentare und sendet drei dicke Grinse-Smilies hinterher. Seinem Gesicht, in das sich seit geraumer Zeit ein breites Lächeln eingegraben hat, sieht man den Spaß an dieser speziellen Abendunterhaltung an. Wie die anderen Akademiker, die sich zur Online-Konferenz verabredet haben, ist er Lehrer und der Einladung der Abteilung Theaterpädagogik zum Workshop »Energizer und Warm up« gefolgt. Schon zum zweiten Mal haben die Theaterpädagoginnen des Theaters Heilbronn zu einer Online-Fortbildung für Pädagogen eingeladen, in der sie ganz praktische Tipps vermitteln, wie man in einer Schulklasse nach anstrengenden Arbeitsphasen Lockerungsübungen einbaut, oder wie man die Konzentration wieder sammelt, wenn die Energie der Schüler langsam schwindet. Die Idee kam Natascha Mundt, Christine Appelbaum und Anna-Lena Weckesser, weil es im Online-Unterricht zu Corona-Zeiten dreimal schwerer ist, die Aufmerksamkeit der Schüler auf einem hohen Level zu halten. Sie selbst merken es bei der Arbeit mit ihren Kinder- und Jugendclubs, wo die Übungen ihnen schon so manchen guten Dienst erwiesen haben. Das Schöne ist, dass alle Methoden auch in Präsenzveranstaltungen und mit allen Altersgruppen funktionieren. Die Theaterpädagoginnen setzen sie regelmäßig ein, wenn sie in den Schulen der Region unterwegs sind, und kaum jemand kann sich dem Charme dieser so ganz und gar nicht pädagogisch wertvoll daherkommenden Energizer entziehen.
Auch die Lehrer nicht, denen Natascha Mundt und Christine Appelbaum an diesem Abend gern von ihrem Wissen abgeben. Eigentlich wollten sie zu zweit die Gruppe anleiten, aber weil es auch für diesen Termin so viele Anmeldungen gab, wird die Gruppe geteilt. Ich darf beim Online-Workshop vom Team Natascha zuschauen und, um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe schon lange nicht mehr so einen lustigen Abend erlebt.

Die Theaterpädagoginnen Natascha Mundt und Christine Appelbaum leiten die Workshops an.

Los geht’s mit einem Kennlernspiel: Die Computer-Kameras werden mit Post-its abgeklebt, die abgenommen werden, wenn man sich von einer bestimmten Frage der Teamleiterin angesprochen fühlt. Bei der letzten Frage in dieser Rubrik – Wer hätte jetzt lieber Präsenzunterricht? – sind alle Klebezettel weg. 
Bei einer der nächsten Übungen gilt es, schnellstmöglich Gegenstände in einer vorgegebenen Farbe herbei zu schaffen und in die Kamera zu halten. Danach geht es um Wahrnehmungstraining – alle Teilnehmer prägen sich für zwei Minuten die Gesichter und die Bild-Hintergründe der anderen ein. Dann werden die Kameras abgeklebt und jeder ändert zwei Details an sich, die anschließend von den anderen erraten werden müssen: Brille auf, Haare offen, Ordner verschwunden … Man muss schon genau hinschauen und sein Gegenüber bewusst wahrnehmen. Dann wird es wieder sportlich, wenn alle sehr zügig Utensilien heranholen müssen, die mit einem bestimmten Buchstaben anfangen. Wer die meisten Dinge eingesammelt hat, ist Sieger. Die Steigerung dieser Übung ist eine Geschichte, die man rund um diese Gegenstände erfinden soll. Je absurder, desto besser. Ein herrlicher Spaß und ein wunderbares Training für die grauen Zellen.

Bereit für den Workshop.

Nach einer kurzen Pause wird es nun richtig spaßig. Zunächst gilt es, berühmte Bilder nachzustellen. Dann soll man die Grimasse seines Vorgängers nachmachen (O-Ton der Ermunterung von Natascha Mundt: Man muss keine Angst haben, sich zum Obst zu machen). Wer will, kann hier mit seiner Gruppe die beste Grimasse küren. »Die Klassen lieben es, sie machen wirklich alle mit«, versichert die Theaterpädagogin.
Dann folgt die Aufgabe, Emotionen in unterschiedlichen Abstufungen darzustellen: zum Beispiel ein bisschen Freude, größere Freude, riesengroße Freude. An dieser Stelle ist bei vielen Workshopteilnehmern durchaus schauspielerisches Talent erkennbar.
Mein Highlight ist folgende Übung: Alle stellen sich mit dem Rücken zur Kamera. Wenn sie nach vorne schauen, befinden sie sich in einer bestimmten Rolle. Wie sieht ein typischer Lehrer aus? Vom Erklärbär bis zur (gegenwärtig) ratlosen Person ist eine große Auswahl an Persönlichkeitstypen. Und dann die Aufforderung: Dreht euch um als eure Schüler! Köpfe mit zerrauften Haaren und zerknirschten Gesichtern schauen jetzt aus den Video-Kacheln. Aber alle mit einem liebevollen Augenzwinkern, bei dem man erkennen kann, warum die Lehrer nach vielen Stunden online-Unterricht noch den Workshop absolvieren – für ihre Schüler nämlich!
So manche Übung könnte man auch als Party-Spaß in sein Repertoire aufnehmen, wenn es denn wieder möglich ist. Einen Zungenbrecher zu sprechen etwa – zuerst normal, dann ganz schnell, hinterher in Zeitlupe, mit einer vorgestellten großen Kartoffel im Mund, einem Zahnstocher quer oder einer heißen Kirsche. Oder man tauscht alle Vokale in ein A: Faschers Fratze faschte frasche Fasche …
Und versuchen Sie mal, in der Gruppe bis 21 zu zählen, jeweils einer nach dem anderen, ohne festzulegen, wer wann dran ist. Immer wenn zwei zur gleichen Zeit eine Zahl nennen, muss wieder von vorn begonnen werden. An diesem Abend kommen all die schlauen und engagierten Lehrerinnen und Lehrer nicht weiter als bis zur Sieben. Macht nichts! Dafür haben sie jede Menge Muskeln gelockert, Stress abgebaut und Glückshormone freigesetzt. So viel ist sicher!

Der Workshop wird für alle interessierten Lehrkräfte wieder angeboten. Wer Interesse hat, kann sich auf der Warteliste unter: theaterpaedagogik@theater-hn.de anmelden.

Clubszene digital

Die Theaterclubs am Theater Heilbronn gehen trotz Pandemie und damit einhergehender geschlossener Theater weiter. Wie das geht? Theater ist doch so nah, so unmittelbar? Die direkte Erfahrung zwischen den Akteuren und den Zuschauern. Genau das haben sich zu Spielzeitbeginn auch die drei Theaterpädagoginnen Christine Appelbaum, Natascha Mundt und Anna-Lena Weckesser gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Evelyn Döbler gefragt. Und sich bewusst dazu entschieden, das Wagnis »Online-Theaterclub« einzugehen. Also treffen sich seit Ende Oktober die vier Clubs wöchentlich über eine Konferenzplattform, um hier gemeinsam den digitalen Raum als Spielfläche zu nutzen.

Der Kinderclub bei den Proben.

Erstaunlicherweise ist das gar nicht ein so großer Unterschied zum realen Proben in den Clubs. Mittlerweile haben sich die Teilnehmer gut als Gruppe zusammengefunden, obwohl sich fast noch niemand davon in der wirklichen Welt getroffen hat. Erste Schauspielübungen für den Körper und die Stimme gingen den Clubbern gut von der Hand. Sie konnten sogar ihren Raum erfahren, indem sie ausprobiert haben, was die Kamera alles so aufzeichnen kann.

Momentan probieren sich alle Clubs an der Kunst des Improvisierens. Hier gilt es, spontan zu sein, sich auf die Situation und seine Mitspieler einzulassen, Kompromisse einzugehen und mit Lust jedes gemachte Angebot der Mitspieler anzunehmen und zu nutzen. Vielleicht befindet man sich so plötzlich in einem Opern-Western, findet auf einem fernen Planeten einen Gegenstand, den man klassifizieren soll oder muss einen gekauften Gegenstand im Laden umtauschen, obwohl man keine Ahnung hat, was man da eigentlich gerade zurückgeben will. Lacher sind also auch auf die Ferne unter den Teilnehmern garantiert und das bindet auch wieder die Gruppe ein Stück mehr zusammen.

Der Teensclub in Aktion.

Kernstück unserer Clubarbeit am Theater Heilbronn ist jedes Jahr das gemeinsame Erarbeiten eines eigenen Stücks, das die Clubber unter theaterpädagogischer Anleitung selbst schreiben. In dieser Spielzeit  beschäftigen sich alle mit dem Spielzeitmotto »Paradise Lost«, das geradezu gespenstisch zur aktuellen Lage passt.

Durch Improvisationsspiele und -übungen und Gesprächsrunden sammeln die Teilnehmer ihr Material, aus dem dann später ein Stück entstehen soll. Ob dies dann analog in der BOXX zu sehen sein wird, oder ob wir uns dazu auch eine digitale Alternative ausdenken, steht momentan noch in den Sternen. Wir freuen uns aber auf beides und machen aus der Not eine Tugend.

Ein Blick in die Proben des Jugendclubs.

Positiver, menschlicher, emotionaler!

Sechs Workshops, fünf Vorstellungen, fünf Autorenportraits, vier Publikumsgespräche, zwei Stückeinführungen und das alles in fünf Tagen.
Die Themen-Abi-Tour-Woche des Heilbronner Theaters ist vorbei. Nachdem die letzte Vorstellung von „Kohlhaas“ in diesem Rahmen mit stehenden Ovationen beendet wurde, haben sich die Schüler, Schauspieler, Lehrer und Theaterpädagogen erst einmal eine Verschnaufpause verdient.

Nachgespraech Kohlhaas
Nachgespraech Kohlhaas

Bei der letzten Veranstaltung, dem Publikumsgespräch nach „Kohlhaas“, beantworteten Theaterpädagogin Katrin Singer und Dramaturgin Stefanie Symmank Fragen des Publikums. Heraus kamen interessante Fakten, die man als „normaler“ Theaterzuschauer sicherlich nicht erfahren hätte. Die in „Kohlhaas“ verwendete Musik war eher eine Zufallsauswahl der Regisseurin Constanze Kreusch, die sie bei Proben rein nach Gefühl herausgesucht hat. Eine Szene, in der sich Michael Kohlhaas an seine Frau Lisbet erinnert, ist ein Improvisation des Schauspielers Tobias D. Weber. Ein Detail aber haben die Zuschauer ohne Erklärung richtig gedeutet: Die vier Erdhaufen auf der Bühne erinnerten einen Schüler an ein Schlachtfeld oder auch an Grabbeete auf einem Friedhof. Für einen anderen Schüler war das Bühnenbild, so schlicht wie es ist, genau richtig. So konnte er das eigene Bild, das er sich nach dem Lesen der Novelle macht, aufrecht erhalten. Und doch hat sich die Sicht auf Kohlhaas und seine Taten nach dem Theaterbesuch für viele Zuschauer geändert.
„Viel positiver, menschlicher, emotionaler“, beschrieb Frau Hölzel, Lehrerin des Deutsch-Kurses vom Gymnasium Schenk-von-Limpurg, der am Freitag noch einmal das volle Abi-Tour-Programm besucht hat, den Kohlhaas, den sie im Theater gesehen hat. Sie findet: „Man kann ihm mehr verzeihen.“

Positiver können auch die Prüflinge, die während der Abi-Tour-Woche im Theater und den Workshops waren, der Abiturprüfung, zumindest in Deutsch, entgegen sehen.
Viel Erfolg!

Beitrag und Foto von Janine Osterberg, Praktikantin in der Theaterpädagogik

Einen schönen Tod sterben

Für 27 Schülerinnen der Christiane-Herzog-Schule ging es heute im dreistündigen Intensivworkshop zu „Dantons Tod“ darum, die Macht, die der Ohnmacht gegenübersteht und den Status, der die Figuren voneinander abgrenzt, selber zu spielen und dadurch die Themen des Dramas von Georg Büchner besser zu verstehen.

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Die Schülerinnen haben sich in Danton, Robespierre, deren Frauen und das einfache Volk verwandelt und mussten dabei genau überlegen, wie diese sich verhalten und wie man das auf der Bühne zeigt.
Die Bürger im Stück beispielsweise, sind wankelmütig, manipulativ und in der Heilbronner Inszenierung werden sie besonders überspitzt dumm und deshalb in einigen Szenen betrunken dargestellt. Beim Spiel „Texte fischen“ lasen die Mädchen Textzitate der Bürger darum mit einer imaginären heißen Kirsche auf der Zunge, stolpernd und mit ausufernden Gesten vor.
Als es zum Schluss darum ging verschieden Szenen nachzuspielen, wollten alle Julies stillen Tod aufführen. Katharina gab sich dabei besonders viel Mühe, denn „wenn man stirbt,
dann auch schön.“

Ob Julie wirklich so schön stirbt, wie Katharina und die anderen Mädchen es dargestellt haben, können sie heute Abend bei ihrem Theaterbesuch sehen. Sicherlich werden sie einiges wiedererkennen von dem was sie heute selbst dargestellt haben.

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Beitrag und Fotos von Janine Osterberg, Praktikantin in der Theaterpädagogik

Wochenendmüdigkeit mit Schwung beendet!

„Steht mal alle auf, wir machen das jetzt praktisch, nicht so theoretisch wie in der Schule.“, begrüßt die Theaterpädagogin Katrin Singer fröhlich die Teilnehmer des „Kohlhaas“-Workshops, der die Anfangsveranstaltung der „Themen-Abi-Tour“-Woche ist.

Aufstöhnen begleitet das Stühlewegschieben und Aufstehen der Schüler. Immerhin ist es
Montagmorgen und wäre jetzt Schule, könnten sie vor lauter Wochenendmüdigkeit noch ein wenig vor sich hin dösen, wenn der Lehrer gerade mal nicht hinschaut. Aber sie sind im Theater und da wird nicht geschlafen, sondern mitgemacht. Nach zwei kurzen Aufwachspielen sind dann schließlich alle so weit.
Auf dem Theaterstundenplan stehen Figurenspeeddating, in dem Kohlhaas auf die Dame Heloise trifft und Standbilder, bei denen die wichtigsten Schlüsselszenen dargestellt werden. Nach der Pause geht es weiter mit kreativen Improvisationen, bei denen schon mal Elisabeth auf den lieben Gott trifft, der sie als Zigeunerin zurück auf die Erde geschickt hat.
Auch ganz neue Sichtweisen sind möglich. Eine Schülergruppe hat es ausprobiert, die Geschichte aus der Sicht der Pferde zu erzählen.

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Als der etwas andere Unterricht zu Ende ist, steht für einen Schüler fest: „Die Personen im Stück kenne ich jetzt besser.“ Alle Teilnehmer haben die Erzählung „Michael Kohlhaas“ mal ganz anders kennengelernt. Mit Tüchern verkleidet und Holzschwertern bewaffnet, haben sie sich den Inhalt spielerisch erobert.

Weiter geht es heute Abend mit einem Autorenportrait über Heinrich von Kleist und einer „Kohlhaas“-Vorstellung mit anschließendem Nachgespräch, bei dem nach der heutigen Vorbereitung bestimmt nicht mehr viele Fragen offen sind.

Beitrag und Fotos von Janine Osterberg, Praktikantin in der Theaterpädagogik

Noch einmal kurz durchatmen und dann geht’s schon los

Heute startet die Themen-Abi-Tour, und damit das volle Programm an Veranstaltungen rund um die diesjährigen „Sternchenthemen“ im Fach Deutsch.

Vom 28. Januar bis 1. Februar können die Prüflinge, denen vor den bevorstehenden Prüfungen bestimmt schon die Knie schlottern, in Workshops, Inszenierungsgesprächen und Vorstellungsbesuchen  ihr Wissen zu den drei Pflichtlektüren auffrischen, bevor es dann wirklich ernst wird.

Eine bunte Tour von „Kohlhaas“, über „Dantons Tod“ zum „Process“, die von mir, Janine, Praktikantin am Heilbronner Theater, begleitet wird. Jeden Tag könnt ihr hier, frisch von der Bühne,  lesen welche Tipps die Schauspieler, Theaterpädagogen und Dramaturgen haben und was es Neues von Danton, Josef K. und Kohlhaas zu berichten gibt.
Viel Spaß und Erfolg für die kommenden Tage für alle Themen-Abi-Tour-is!

Janine Osterberg, Praktikantin in der Theaterpädagogik

Der Process
Der Process
Foto: Fotostudio M42

Bühne frei für Schüler

Partnerschultage vom 24. – 25. Mai  2012  

Bühne frei für Schüler: Vom 24. – 25. Mai waren unsere Partnerschultheatertage.  Schulen aus Heilbronn schickten ihre Theater- AG’s, Kurse etc. ins Komödienhaus, um ihre Stücke anderen theaterbegeisterten Schüleren vorzustellen. Vertreten waren die Dammrealschule, die Helene – Lange Realschule, die Fritz – Ulrich Schule, die Christiane – Herzog Schule, die Gustav von Schmoller Schule und die Johann – Jakob – Widmann Schule.
Los ging es gestern mit kleinen, lustigen theatertypischen Kennenlernspielen. Es folgte eine kurze Präsentation der  Theaterstücke, die am Abend des 25. Mai vorgeführt werden. Der heutige Morgen begann mit diversen Workshops von Theaterprofis für die Schüler:

– Physiodrama mit Peter Volksdorf
– Biografisches Theater mit Ramona Klumbach
– Clown mit Cosima Greeven
– Objekttheater mit Verena Lany
– Maskentheater mit Katrin Singer
– Theatersport & Improvisation mit Nadine Lipp

In den Workshops entstanden kleine Szenen die unter großem Beifall und Spaß auf der Bühne präsentiert wurden. Danach gab es dank zahlreicher Sponsoren ein leckeres und gesundes Buffet.
Das alles ist nur das Vorgeplänkel für den großen Abschlussabend an den die Schüler Ausschnitte aus ihren eigenen Stücken präsentieren dürfen. Wir sind sehr auf die Inszenierungen unserer Teilnehmer. Hiermit ein herzliches TOI, TOI, TOI!

Hier unsere ersten Impressionen der Schultheatertage…

Text und Fotos stammen von Nicole (Azubi), Rebecca (Praktikantin) und Jule (Praktikantin))

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Schüler erobern Bühne im Komödienhaus

Partnerschultage am 24. und 25. Mai – Workshops und Präsentationen eigener Stücke

Am 24. und 25. Mai 2012 gehört die Bühne des Komödienhauses 120 Schülerinnen und Schülern zwischen 12 und 19 Jahren. Diese besuchen eine der Kooperationsschulen des Heilbronner Theaters und spielen  in der Schule Theater. Das Treffen der Schülertheater bietet eine Plattform zum gegenseitigen Austausch: Wie arbeiten andere Theatergruppen? Was ist ähnlich, was anders? Die Gespräche zwischen den Teilnehmern fördern den Kontakt und bereichern die eigene Arbeit.

Mit dabei ist  die Fritz-Ulrich Schule Heilbronn mit ihrem Unterwassermusical „Krake Kurt und die Haibande“, die Helene-Lange Realschule stellt „Short Cuts“ von Dagny Reichert vor und die Christiane Herzog-Schule hat ein Stück zum Thema „Mobbing“ entwickelt. Die Dammrealschule bringt Szenen aus ihrem Stück „Aisha“ mit, die Johann-Jakob-Widmann-Schule präsentiert „Cindy Rella“ und die Gustav von Schmoller-Schule kommt mit „Nur Mut!“.

Los geht es am Donnerstag, dem 24. Mai, ab 17 Uhr mit einer theatertypischen Form des gegenseitigen Kennenlernens – mit Theaterspiel und Improvisation. Anschließend stellen die Gruppen kurz ihre Stücke vor, die sie zu den Partnerschultagen mitgebracht haben und die am nächsten Tag in 20 Minuten langen Ausschnitten gezeigt werden sollen.

Am Freitag, 25. Mai, können die Schülerinnen und Schüler von 9-11 Uhr in sechs verschiedenen Workshops in die Arbeit der Theaterprofis hineinschnuppern und ihr eigenes Repertoire um andere Theatertechniken erweitern. Schauspielerin Cosima Greeven, die auch eine Clownsausbildung hat, führt in die Geheimnisse des Clownsspiels ein. In diesem Workshop gilt es herauszufinden, wann und warum eine Spielweise zum Lachen bringen kann. Schauspieler Peter Volksdorf leitet den Workshop „Physiodrama“, der Einblicke in den Einsatz des Körpers in der Schauspielkunst gibt. Im Workshop „Biografisches Theater“ sucht Theaterpädagogin Ramona Klumbach mit den Teilnehmern nach Wegen, aus eigenen Erlebnissen Spielszenen zu entwickeln. Theaterpädagogin Verena Lany zeigt im Workshop „Objekttheater“, wie Alltagsgegenstände zum Leben erweckt werden. In die geheimnisvolle Welt des „Maskentheaters“ nimmt Theaterpädagogin Katrin Singer die Mädchen und Jungen mit. Und Nadine Lipp, Schauspielerin und Theaterpädagogin, treibt mit den Jugendlichen „Theatersport und Improvisation“. Nach den Workshops gibt es von 11.30-12.30 Uhr  eine kleine Präsentation. In der anschließenden Pause sorgen  dankenswerter Weise Bäcker. Metzger, Obst- und Gemüsebauern und  Lebensmittelhändler der Region für die Versorgung der angehenden Schauspieler. Dann geht es zum Höhepunkt des kleinen Festivals für die Partnerschulen: Ab 17 Uhr präsentieren die Schultheatergruppen ihre eigenen Stücke. Zuschauer sind bei freiem Eintritt herzlich eingeladen.

Silke Zschäckel, Pressereferentin

Theaterpädagogin Katrin Singer

TheaterWerkStatt – Die Eröffnung

Mit großem Getöse sind die Jugendclubs des Theaters Heilbronn am Samstag in ihr neues Zuhause, die TheaterWerkStatt im Wollhaus, umgezogen. Große Kartons, bunte T-Shirts, Trillerpfeiffen und ein Megafon gehörten zu der Ausrüstung der Jugendlichen. Um halb 5 zogen sie los: vom Theater durch die Innenstadt ins Wollhaus.

Die Theaterpädagogin Katrin Singer und ihre Praktikantin hatten aber noch Ungewöhnlicheres geplant: einen Flashmob vorm Wollhaus. 60 Personen spazierten erst unauffällig am Fleiner Tor entlang, bis sie sich mit Bananen und dem Spruch „Imobilius“ verzauberten und „tot“ umfielen. Ein lautes „TheaterWerkStatt jetzt im Wollhaus“ war der Startschuss für die offizielle Eröffnung.

Das Programm startete mit einer Begrüßung von Intendant Axel Vornam und der Theaterpädagogin Katrin Singer. Danach gaben die Jugendclubs jeweils eine Kostprobe ihrer Arbeit und wechselten sich mit Musik von Dittrich & Köni (ehemals Klangrekorder) ab.

In der 600qm großen TheaterWerkStatt, die vorher ein Drogeriemarkt war, befindet sich jetzt alles, was die 5 Jugendclubs zum Proben brauchen: eine kleine Küche, ein Fundus und mehrere Bühnen. Dass sich die Jugendlichen dort wohl fühlen, war schon bei ihren Auftritten zu sehen. Zwei der Jugendlichen stellten sich gegen Ende spontan auf die Bühne und gaben ein paar Coversongs zum Besten.

TheaterWerkStatt bedeutet aber mehr als „nur“ Proberaum für die Jugendclubs. Die Theaterpädagogik hat nun endlich einen Raum für ihre anderen Projekte. Für die jungen Theaterbesucher werden Theaterworkshops zu den einzelnen Inszenierungen angeboten. Außerdem gibt es Vorgespräche, Nachgespräche, Lesungen und Lehrerfortbildungen. Zur Zeit hat das Theater 18 Kooperationsschulen (Tendenz steigend), deren Schüler regelmäßig das Theater besuchen. Mit der TheaterWerkStatt wurde endlich ein Raum geschaffen, wo sich die Theaterpädagogik entfalten kann.

Rebecca G., Praktikantin


 

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